Permissiver Erziehungsstil

Mädchen beim Malen
Beim permissiven Erziehungsstil sind die Eltern sehr tolerant
Foto: © ellenamani


Inhaltsverzeichnis dieses Artikel:

Die Merkmale des permissiven Erziehungsstils

Eltern, die permissiv erziehen, nehmen eine eher zurückhaltende Stellung gegenüber ihren Kindern ein. Dieser Stil wird auch als nachgiebiger Erziehungsstil bezeichnet.

Erzieher bringen ein enorm hohes Maß an Toleranz auf, wobei sie dem Kind jedoch nur sehr wenige Grenzen setzen. Der permissive Erziehungsstil gehört zu den antiautoritären Erziehungsstilen und kommt dem Laissez-faire Stil sehr nahe, bei dem jedoch keinerlei Regeln oder Grenzen existieren. Experten sehen immer wieder den permissiven Erziehungsstil als eine Vernachlässigung des Kindes an.

Die Rollenverteilung in der permissiven Erziehung ist recht einfach. Das Kind kann ungehindert seinem impulsiven Verhalten nachgeben, während sich die Eltern bzw. Erziehenden dem Kind gegenüber passiv und tolerant zeigen. Eine Reglementierung ist explizit beim permissiven Erziehungsstil nicht erwünscht, Grenzen und Vorschriften sind verpönt, Strafen oder Konsequenzen existieren nicht. Daher erfährt das Kind durch seine Eltern keine Lenkung, es wird stattdessen von ihm sehr viel Eigeninitiative gefordert. Das Kind muss überdies hinaus Hilfe einfordern, wenn es welche benötigt. Diese erhält es dann jedoch. Außerdem muss es in der Lage sein, seine Bedürfnisse und Wünsche zu artikulieren. Entsprechend muss das Kind die geistige Reife dafür besitzen. Im Großen und Ganzen werden die Kinder in ihrer Entwicklung sich selbst überlassen. Trotz alledem verhalten sich die Eltern dem Kind gegenüber freundlich, es herrscht eine warme emotionale Beziehung, meist werden die Kinder sogar überfürsorglich behandelt und beschützt bzw. unverhältnismäßig verwöhnt. Warum es nicht gut ist, Kinder zu verwöhnen

Auswirkungen des permissiven Erziehungsstils

Aufgrund der Nachgiebigkeit der Eltern erfahren die Kinder keine Grenzen. Dies führt zu geringen sozialen Kompetenzen. Gegenseitige Rücksichtnahme oder das Respektieren und Tolerieren der Meinung anderer Menschen fällt ihnen sehr schwer. Die Überfürsorge der Eltern in der Erziehung hat zur Folge, dass die Kinder recht unselbstständig sind und sich immer wieder in die Abhängigkeit anderer Menschen begeben. Dafür können die Kinder meist ihre Bedürfnisse und Wünsche recht gut formulieren und schlagen auch gern über die Stränge, um diese durchzusetzen. Immer wieder zeigt sich, dass permissiv erzogene Kinder im späteren Leben Probleme haben, Bindungen einzugehen und sich auf einen anderen Menschen einzulassen. Kompromissbereitschaft zu zeigen, ist eine Herausforderung für die Heranwachsenden. Außerdem konnten Kinder, die in einem permissiven Erziehungsstil aufwuchsen, ihre eigenen Grenzen nur schwer kennenlernen und damit auch zukünftig einschätzen. Die Verantwortung für das eigene Handeln zu übernehmen, ist eine weitere Schwäche, die die Kinder dieses Erziehungsstils aufweisen. Deutlich wird dies darin, dass sie ständig andere Kinder und später Erwachsene als Schuldige für eigene Fehler verantwortlich machen.

Wenige Forderungen, kaum Strukturierung

Eltern geben den Impulsen der Kinder nach, daher steuert das Kind zum großen Teil selbst sein Verhalten völlig unkontrolliert. In der Tat stellen Eltern außerdem kaum Forderungen an das Kind, es braucht keinerlei Strukturen zu folgen. Darin sehen viele das Problem des permissiven Erziehungsstils. Menschen, die entsprechend erzogen wurden, gliedern sich nur schwer in die Gesellschaft ein. Immer wieder taucht daher die Gleichstellung mit einer Vernachlässigung des Kindes auf. Inwiefern die Eltern bewusst diesen Stil der Erziehung gewählt haben, oder sich aufgrund von Überforderung dermaßen aus der Erziehungsrolle zurückgezogen haben, ist von Familie zu Familie sehr verschieden. Kritiker behaupten, Eltern haben gar keinen Willen, das Kind zu erziehen oder seien dazu unfähig.

Die Parallelen zwischen dem permissiven und dem laissez-faire Erziehungsstil liegen sehr eng beisammen. Beide Stile sind heute in der modernen Erziehung als Reinform nur selten zu finden.
Text: C. D. / Stand: 27.07.2019

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