Negierender Erziehungsstil

Ein Mädchen sitzt allein an eine Tür gelehnt
Beim negierenden Erziehungsstil werden die Kinder
sich selbst überlassen - Foto: © Halfpoint


Inhaltsverzeichnis dieses Artikel:

Merkmale des negierenden Erziehungsstils

Er findet auch die Bezeichnung vernachlässigender Erziehungsstil. Dies liegt darin begründet, dass die Eltern bewusst keinerlei Anteil an der Erziehung ihres Kindes nehmen. Mit Gleichgültigkeit und Desinteresse vernachlässigen sie das Kind. Es wird sich selbst überlassen. Unterstützung in der Entwicklung kennen negierend erzogene Kinder nicht. Dies hat fatale Folgen für die körperliche und psychische Gesundheit des Kindes.

Während beispielsweise beim Laissez-faire Erziehungsstil die Eltern wenigstens in sehr geringem Umfang noch am Leben und der Entwicklung ihres Kindes teilhaben, lehnen dies negierend erziehende Eltern ab. Das Kind ist völlig auf sich allein gestellt und eine Erziehung durch die Eltern findet quasi gar nicht statt, lediglich die Umwelt erzieht das Kind sekundär. Dies kann durch Kindergarten oder Schule bzw. das soziale Umfeld außerhalb der engsten Familie geschehen. Die für Kinder so wichtige Sicherheit und Geborgenheit werden negierend erzogene Kinder nicht erfahren. Sie kennen keinen Halt und keine Grenzen oder Regeln und können sie dementsprechend auch nicht einhalten. Oftmals verwahrlosen sie dadurch nicht nur körperlich, sondern auch seelisch. Denn die Eltern bauen keine emotionale Bindung und Beziehung zu ihrem Kind auf. Zuneigung und Förderung sind Fremdworte beim negierenden Erziehungsstil. Eltern übernehmen für ihre Kinder keine Verantwortung, zeigen ausschließlich Desinteresse. Erziehungsmaßnahmen oder eine bewusste Erziehung des Kindes finden nicht statt. Nicht selten erleidet das Kind auch körperliche Gewalt in der Familie.

Die Nachteile des negierenden Erziehungsstils

Es sind keinerlei Vorteile der negierenden Erziehung bekannt. Vielmehr handelt es sich bei dieser Form um eine Vernachlässigung des Kindes, die sich äußerst negativ auf dessen körperliches und seelisches Wohlbefinden auswirkt. Mangelnde Ernährung und Sauberkeit sind sichtbare Folgen, die Störungen im Bindungsverhalten und das mangelnde Selbstwertgefühl der Kinder sind weniger greifbar, aber nicht minder schwerwiegend. Da die Kinder niemals Liebe und Geborgenheit durch die wichtigsten Bezugspersonen in ihrem Leben erhalten haben, weisen sie ernsthafte Störungen auf. Ihr Sozialverhalten ist auffällig, sie sind oft intellektuell unterlegen und zeigen starke Defizite in anderen Bereichen. Mangelnde Selbstkontrolle und aggressives Verhalten gehören nur beispielhaft dazu. Negierend erzogene Kinder sind orientierungslos, finden nur selten allein aus Konfliktsituationen und können außerdem sehr schwer zu anderen Menschen eine vertrauensvolle Bindung aufbauen.

Die Folgen im Erwachsenenalter

Immer wieder fällt im Zusammenhang mit dem negierenden Erziehungsstil auch der Begriff des Missbrauchs der Kinder. Traurige Folgen der mangelnden Erziehung sind die ernsthaften Probleme der Kinder später im Erwachsenenalter. Sie hegen oft emotionale Distanz zu anderen Menschen und leiden an einem auffällig mangelnden Selbstwertgefühl, da sie niemals Lob und Zuneigung erhielten. Als Folge davon sind sie weitaus anfälliger für Drogen- oder Alkoholmissbrauch. Aufgrund der negierenden Erziehung im Kindesalter finden betroffene Erwachsene nur selten sozialen Anschluss oder kommen mit Hierarchien und Strukturen in der normalen Gesellschaft klar. Es fällt ihnen schwer, sich einzufügen oder unterzuordnen. Lesen Sie dazu auch unsere Artikel: Kinder vor Alkohol schützen

Kinder die negierend erzogen werden, finden keinerlei Sicherheit oder emotionale Unterstützung durch die Eltern. Sie werden körperlich und seelisch vernachlässigt und genießen gar keine Erziehung. Förderung und Hilfestellung werden sie nie erhalten. Der negierende Erziehungsstil gilt als Vernachlässigung des Kindes. Nicht selten werden betroffene Kinder zu ihrem Schutz durch die öffentliche Hand der Familie entzogen, da die Folgen für das Kind zu schwerwiegend sind.
Text: C. D. / Stand: 30.11.2019
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