Sprachförderung im Kindergarten

Kinder spielen im Kindergarten
Auch im Kindergarten fördert man die Sprachentwicklung
- z.B. durch Spiele - Foto: © Alena Ozerova

Inhaltsverzeichnis dieses Artikel:

Förderung der Sprachentwicklung in der Kita

Eine der elementarsten Bildungsaufgaben einer Kita ist die Sprachförderung der Kinder.

Denn Sprache ist eine Kernkompetenz, die für das weitere Lernen und den Bildungsweg der Kinder entscheidend ist. Dabei spielt nicht nur die Sprachentwicklung eine wichtige Rolle, sondern auch das Sprachverständnis. Speziell darauf geschult schaffen es die Erzieher, Kindern im Alter von 0 - 6 Jahren während des normalen Tagesablaufs Sprache zu vermitteln, Verständigung zu fördern und Wortschatz zu erweitern. Mit einer bewundernswerten Geduld und Ruhe befassen sie sich mit der individuellen Sprachentwicklung eines jeden Kindes, beim Malen und Basteln wie auch während gezielter Übungen, die spielerisch verpackt werden.

Gezieltes Training der Sprachkompetenz

Erzieher sehen ihren Bildungsauftrag vielseitig. Neben der alltäglichen Sprachförderung, die quasi nebenbei läuft, nutzen sie das natürliche Interesse der Kinder für Sprache und trainieren mit ihnen, ohne dass die Kinder dies als Übung wahrnehmen. Ein klassisches Beispiel ist der Morgenkreis bzw. auch Stuhlkreis. Das tägliche Zusammensitzen in großer Runde bietet viel Spielraum zur Förderung der Sprache. Das beinhaltet vor allem, dass die Kinder in Aktion treten, denn nur durch das Anwenden von Sprache können sie optimal lernen. Also berichten die Kinder im Rahmen ihrer sprachlichen Entwicklung von Wochenenderlebnissen oder besprechen die Tagesaufgaben. Sie erzählen nach, hören Geschichten und sprechen wiederum darüber. Die Kinder lernen Abzählreime oder amüsieren sich bei Fingerspielen. Durch ständige Wiederholungen werden korrekte Wörter vertieft und verinnerlicht.

Eine dominante Rolle der Sprachförderung im Kindergarten nimmt Musik ein. Kinder bringen sich spontan ein, bewegen sich und singen. Sie experimentieren mit Musikinstrumenten wie Klanghölzern, Trommeln oder Triangeln. Musik und Sprache sind unwiederbringlich miteinander verbunden. Kinder lernen Sprache durch Musik besonders leicht. Durch den Rhythmus während des Musizierens werden beide Gehirnhälften aktiviert. Kommt noch Bewegung dazu, verinnerlichen Kinder Sprache viel einfacher. Musikalische Früherziehung

Sprache im Kindergartenalltag fördern

Neben gezielten Übungen zur Stärkung der Sprachkompetenz bietet die tägliche Kommunikation untereinander unzählige Fördermöglichkeiten. Erzieher kommentieren am laufenden Band ihr Handeln. Sie reden schon mit den Kleinsten, sogar während sie sie frisch wickeln. Kinder lernen in der Kita, andere Gesprächspartner deren Satz vollenden zu lassen, bevor sie sich selbst äußern dürfen. Sie hören Vorlesegeschichten vor dem Mittagsschlaf und singen ein Lied während des Händewaschens. Vor und nach den Mahlzeiten gibt es immer ein Gedicht, das sich als Ritual ebenfalls täglich wiederholt. Selbst beim Malen, Basteln und Experimentieren finden die Kinder leicht Zugang zur Sprache, entdecken neue Wörter und erweitern spielend ihren Wortschatz. Kinder lernen Konflikte verbal zu lösen. Gemeinsam schauen sie mit den Erziehern Bücher an und lernen selbst beim Turnen neue Reime und Lieder. Sprachförderung ist in einer Kita allgegenwärtig. Kinder sind oft fröhlich und gelöst. Sie haben viele Fragen, die die Erzieher geduldig und in korrektem Deutsch beantworten. Dadurch lernen die Kinder wiederum neue Begrifflichkeiten und Bedeutungen. Mit zunehmendem Wortschatz entwickeln Kinder ein immer größeres Verständnis für ihre Umwelt. Sie begreifen durchaus schneller und können sich durch die differenzierte Sprache gezielter ausdrücken.

Sprache fördern durch Vielfalt

Je vielfältiger und abwechslungsreicher die Sprache ist, desto besser ist es für die Kinder. Nicht nur die verschiedenen Situationen, in welchen die Kinder während ihres Tages in der Kita mit Sprache verbunden sind, fördern die Entwicklung. Auch unterschiedliche Sprachen, wie etwa in bilingualen Kindergärten oder durch Freunde mit anderer Nationalität und Sprache in der Kita, wird das sprachliche Verständnis von Kindern unterstützt.

Die Arbeit der Erzieher zu Hause fortsetzen

Die Erzieher legen einen wichtigen Grundstock für die sprachliche Förderung der Kinder. Hautbezugspunkt sind und bleiben jedoch die Eltern und die Familie. In einem Gespräch mit den Erziehern können Eltern erfahren, wie sie ihr Kind individuell sprachlich fördern können, wo eventuell noch Handlungsbedarf besteht oder ob bei einer Sprachstörung oder verzögerter Sprachentwicklung professionelle Hilfe von einem Logopäden notwendig sein könnte.

Der Kindergarten wie auch die Kinderkrippe bieten also viel Raum für die Sprachförderung von Kindern und sind der Sprachkompetenz aller Kinder absolut zuträglich, nicht nur bei Kindern mit Migrationshintergrund wie so oft in den Medien betont wird.
Text: C. D. / Stand: 15.01.2019

[Bitte beachten Sie: Unsere Artikel können nicht den Rat eines Arztes ersetzen. Bei gesundheitlichen Problemen wenden Sie sich bitte immer an einen Arzt Ihres Vertrauens!]

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