Wenn Kinder teilen lernen

Erfahren Sie in diesem Artikel wie Kinder teilen lernen können und warum das wichtig ist.

Müssen Kinder das Teilen lernen?

Junge und Hund teilen sich ein Eis
So kann man auch teilen lernen.... - Foto: © Kristin Gründler

Während einige Sozialwissenschaftler und Pädagogen der Meinung sind, dass das Teilen Kindern schon in die Wiege gelegt wurde, meinen andere, dass dem Mensch ein Instinkt angeboren ist, Dinge zu verteidigen. Daraus ergeben sich zwei Probleme: Müssen Kinder das Teilen lernen oder können sie es längst? Sollen Kinder das Teilen lernen oder werden dadurch ihre Bedürfnisse unterdrückt?

Das Alter des Kindes ist wichtig

Im März 2018 wurde in den Medien von einem norwegischen Experiment berichtet, bei dem es um eine ungerechte Verteilung der Belohnung für eine Aufgabe ging. Versuchspersonen waren Mädchen und Jungen, die zunächst die gleiche Aufgabe mit gleichem Erfolg lösten. Die Belohnung, die die Mädchen erhielten, war allerdings kleiner als die der Jungen. Die meisten Kinder erkannten diese Ungerechtigkeit und lösten sie damit, dass die größere Belohnung geteilt wurde, sodass Mädchen und Jungen am Ende insgesamt das Gleiche erhielten. Hier nun stellt sich die Frage, ob der Gerechtigkeitssinn und der Wunsch zu teilen angeboren oder ob die Kinder einfach gut erzogen sind. Eltern jedoch, die mehrere Kinder haben, wissen, dass einige lieber teilen als andere. Neben individuellen Charaktereigenschaften muss das Alter der Kinder berücksichtigt werden. Während zweijährige Kinder oftmals noch Probleme mit dem Teilen von Spielzeugen oder Süßigkeiten haben, konnten größere bereits eine höhere Sozialkompetenz entwickeln und lernen, die eigenen Bedürfnisse mit denen von anderen in Übereinstimmung zu bringen. Eltern und größere Geschwister sind dabei wichtige Vorbilder, denn nur derjenige mit dem geteilt wird, kann den Sinn des Teilens und die Freude daran verstehen.

Wie reagieren Eltern richtig, wenn das Kind nicht teilen möchte?

Haben Kinder Probleme damit, etwas mit anderen zu teilen, werden sie sich dies weder mit guten Worten, noch mit Strafen oder Belohnungen zueigen machen. Kinder müssen lernen, Konflikte mit anderen selbst auszutragen, sei es mit den Geschwistern, in der Kinderkrippe, im Kindergarten oder in der Schule. Nur hierdurch erwerben sie die notwendige Sozialkompetenz, mit der sie sich später großzügig zeigen können. Für Eltern bedeutet dies, dass sie dem Kind bei Konflikten zwar zur Seite stehen dürfen, aber besser mit ihm nach einem gemeinsamen Lösungsweg suchen, als Überredungskunst oder gar Zwang ausüben. Je älter Kinder werden, umso mehr erkennen sie, dass das Teilen auch viel Freude bereiten kann und manchmal weniger mehr ist.
Text: H. J. / Stand: 13.06.2018

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