Peinliche Kindersprüche

Mutter lacht über peinlichen Kinderspruch der Tochter
Peinliche Kindersprüche sorgen oft für Belustigung - Foto: © kerkezz

Erfahren Sie in diesem Artikel wie Eltern auf peinliche Kindersprüche reagieren sollten.

Wenn Kinder etwas Peinliches sagen

Was sich Erwachsene nicht einmal im Traum zu sagen wagen, kommt Kindern mitunter leicht über die Lippen. Für Eltern bedeutet das nicht selten, mit unangenehmen Situationen umgehen zu müssen. Fragen wie "Warum ist die Frau da vorne so dick?", oder Sätze wie "Meine Mama hat gestern ganz laut gepupst!", treiben ihnen die Schamesröte ins Gesicht. Gut hat es da, wer mit peinlichen Kindersprüchen umzugehen weiß.

Kinder sind schonungslos ehrlich

Grundsätzlich ist es wichtig, dass sich Eltern einer Tatsache bewusst werden: Wenn Kinder Fragen stellen oder etwas erzählen, verfolgen sie dabei keinerlei böse Absichten. Sie begegnen ihrer Welt interessiert und offen, haben jedoch noch kein rechtes Gespür dafür, was angemessen ist und was nicht. Glücklicherweise wissen das in aller Regel auch die Menschen, die unfreiwillig Zeuge einer peinlichen Äußerung des Kindes werden und bedenken die Situation mit einem wohlwollenden Lächeln.

Wie Eltern auf peinliche Kindersprüche reagieren sollten

Dennoch kann es unangenehm sein, wenn Kinder auf Behinderungen oder Übergewicht aufmerksam machen. Gleiches gilt für Situationen, in denen die Kleinsten fragen, warum der Mann an der Kasse vor ihnen einen so dicken Pickel auf der Nase hat. Auch wenn persönliche oder moralische Grenzen überschritten werden, fühlt sich das unangenehm an. Peinliche Kindersprüche wie "Meine Mama hat gesagt, du bist faul!", oder "Die Frau riecht aber schlecht," führen leicht dazu, dass die Gefühle anderer Menschen verletzt werden.

Für Eltern ist es daher wichtig, sich genau zu überlegen, welche Äußerungen über andere Menschen sie in Gegenwart ihrer Kinder treffen. Schließlich kann es schnell passieren, dass die eigene Meinung zwar im heimischen Wohnzimmer laut wurde, von Sohn oder Tochter kurz darauf aber im Kindergarten kundgetan wird.
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Kommt es vor, dass ein Kind sich möglicherweise verletzend äußert oder Schamgrenzen überschreitet, ist ein kurzes Gespräch sinnvoll. Eltern sollten in diesem Gespräch darauf aufmerksam machen, dass andere Menschen Gefühle haben und sehr traurig werden können, wenn diese Gefühle verletzt werden. Schon im Kindergartenalter verstehen Mädchen und Jungen so, dass manche Erfahrungen, Meinungen oder auch Erkenntnisse besser nicht laut geäußert werden und können im Laufe der Zeit unterscheiden, wann das der Fall ist. Oft reicht es, zu sagen: "Dass du eben erzählt hast, wie ich gestern in der Nase gepopelt habe, war mir sehr peinlich. Bitte lass uns so etwas künftig für uns behalten."
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Bloßstellen muss nicht sein

Trotz allen Verständnisses für die Ehrlichkeit und Unerfahrenheit von Kindern fällt es Eltern nicht immer leicht, besonnen und ruhig zu reagieren. Das jedoch ist wichtig, um die kindliche Entwicklung nicht zu stören. Wer seinem Kind harsch über den Mund fährt und es für die Äußerung seiner Meinung bestraft, riskiert die vertrauensvolle Beziehung zu ihm. Langfristig könnten Kinder so lernen, dass es besser ist, sich gar nicht mehr zu äußern.

Ruhige Gespräche und die Anregung zum Perspektivwechsel sind daher der richtige Ansatz. Und hat das Kind unwissentlich einen Menschen beleidigt, ist es nur richtig, wenn es sich im passenden Moment dafür entschuldigt. Niemals aber sollten sich Kinder dabei minderwertig oder gar böse fühlen. Aus diesem Grund gilt es, stets das Verhalten des Kindes, nie aber seine Person zu beurteilen. Eltern sagen also besser: "Dass du das gesagt hast, war sehr unangenehm," statt "Du bist böse, weil du die Frau dick genannt hast."
Text: A. W. / Stand: 19.04.2018

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