Wie kann man Kinder bestrafen, die klauen?

Mädchen hat Bonbons geklaut
Bunte Bonbons verleiten Kinder zum Stehlen
Foto: © diego cervo


Inhaltsverzeichnis dieses Artikel:

Wenn Kinder klauen

Nicht nur auf uns Erwachsene, sondern auch auf unsere Kinder strömen tagtäglich verschiedenste Werbeangebote ein.

Im Fernsehen, in der Tageszeitung, über diverse Werbeplakate und in Zeitschriften - überall werden Schnäppchen angepriesen und die neuesten Produkte vorgestellt. (So lernen Kinder mit Werbung umzugehen) Was es nicht alles zu kaufen gibt! Kinder möchten am liebsten alles sofort haben, was ihnen ins Auge sticht. Doch Mama und Papa wehren sich nicht selten vehement gegen all den "Plunder", welcher der Nachwuchs doch ach so dringend braucht. Das nächste Taschengeld ist fern und das Sparschwein scheint auch gerade mal wieder auf Diät zu sein. Da ist doch die Versuchung groß, einfach mal etwas von den verlockenden Dingen mitgehen zu lassen...
Aber klauen bzw. Ladendiebstahl ist kein Kavaliersdelikt!

Warum klauen Kinder?

Wenn das eigene Kind etwas geklaut hat, so sind die Eltern verständlicherweise erst einmal schockiert. Wie kann das denn passieren? Schließlich hat man doch immer versucht, in der Erziehung alles richtig zu machen! Und trotzdem: irgendwann erliegt fast jedes Kind der Versuchung und steckt Dinge ein, die es nicht bezahlt hat. (Wenn Kinder klauen) Die Gründe dafür sind verschieden. Bei kleinen Kindern kann einfach der Drang, etwas unbedingt haben zu wollen, so stark sein, dass sie ohne Nachzudenken etwas mitgehen lassen. Größere Kids und Jugendliche dagegen verstehen das Klauen nicht selten als eine Art Mutprobe. Der Gruppendruck kann so groß sein, dass man den "Freunden" unbedingt beweisen will, wie cool man ist. Wie unsinnig das ganze ist, erkennen die Betroffenen leider erst dann, wenn sie geschnappt werden und die Polizei die Anzeige des Ladenbesitzers aufnimmt.

Klauen - "Wehret den Anfängen"

Was ist meine? Was ist deine? Wovon muss der Nachwuchs die Finger lassen und was darf er mitbenutzen? Diese Dinge kann man schon in der frühen Kindheit trainieren. Das Spielzeug des Freundes darf nicht einfach mitgenommen werden und die Möhren, welche der nette Bauer von nebenan mittels der "Kasse des Vertrauens" verkaufen möchte, werden selbstverständlich bezahlt. Ehrlichkeit beginnt im Elternhaus - keine Frage. Wenn es dann doch einmal passiert, und das eigene Kind klaut, so ist das aber noch lange kein Beweis dafür, als Eltern versagt zu haben. Jetzt kommt es einzig und allein auf eine angemessene Reaktion an. "Wehret den Anfängen" - so heißt es. Und genauso ist es auch. Auch wenn das Kind "nur" einen Lolly eingesteckt hat und sie es zu Hause bemerken - dieses Ereignis darf nicht einfach so übergangen werden und Ihre Reaktion ist entscheidend für seine weitere Entwicklung. Auch wenn der Ladenbesitzer den Diebstahl nicht bemerkt hat - schnappen Sie sich am besten sofort Ihr Kind und suchen Sie nochmals das Geschäft auf. Sprechen Sie die Verkäuferin direkt an. Ihr Kind muss den geklauten Artikel zurückgeben und sich beim Ladenbesitzer für das Vergehen entschuldigen. Das wird ihm sehr peinlich und damit Strafe genug sein.

Strafen fürs klauen ersetzen keine Gespräche

Hilfe mein Kind klaut! Was soll ich tun? Diese Frage liest man oft in Eltern Foren! - Reden Sie mit Ihrer Tochter bzw. mit Ihrem Sohn über die Gründe für den Ladendiebstahl!
Wird ein Kind beim Diebstahl erwischt, dann gibt es meist das volle Programm. Der Laden-Detektiv führt den kleinen Dieb zum Geschäftsführer und dieser fordert die Polizei an. Die Eltern werden informiert und dazu gerufen. Kinder ab 14 Jahren sind bereits beschränkt geschäftsfähig und somit können sie auch beschränkt haftbar gemacht werden. Klauen sie und werden dabei erwischt, so können sie unter Umständen dem Jugendrichter vorgeführt werden, welcher dann über das Strafmaß entscheidet (meist müssen die betroffenen Jugendlichen Sozialstunden ableisten). Eine zusätzliche Strafe durch die Eltern kann eventuell sinnvoll sein, sollte jedoch in keinem Fall das Gespräch mit dem Kind ersetzen. Zeigen Sie dabei ruhig Ihre Enttäuschung und besprechen Sie mit Ihrem Nachwuchs die Konsequenzen, falls es wieder einmal zu einem Diebstahl kommt. Ob ein Hausarrest, Fernsehverbot oder Taschengeldentzug sinnvoll sind, darüber gibt es unterschiedliche Meinungen. Kurzfristig mögen diese Maßnahmen vielleicht greifen, aber sie beleuchten nicht das Problem hinter dem Diebstahl. Besonders dann, wenn es bei größeren Kindern um Mutproben im Freundeskreis geht, sind intensive Gespräche über echte Freundschaft, Ehrlichkeit und Vertrauen unersetzbar. Wiederholen sich die negativen Vorfälle, so sollten sich die Erziehungsberechtigten auch nicht scheuen, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Diebstahl ist ein ernstzunehmendes Problem und sollte daher bereits in den Anfängen bekämpft werden. Denn was heute der Lolly oder die Tafel Schokolade ist, das kann morgen schon ein Computerspiel aus dem Elektrofachmarkt oder ein Fahrrad vom Schulhof sein.
Text: K. L. / Stand: 27.07.2019

Interessante Artikel: