Kindern Hustensaft geben

Text: K. L. (Stillberaterin und Mutter) / Letzte Aktualisierung: 27.04.2026

Wie Hustensaft einem Kleinkind geben?
Was tun wenn das Kind keinen Hustensaft nehmen will? Foto: © svetamart - stock.adobe.com

Mein Kind will keinen Hustensaft nehmen! Was tun?

Erkältungen gehören zu den häufigsten Erkrankungen bei Kindern. Sie gehen oftmals mit Fieber einher und können Kids mehrfach im Jahr für einige Tage ziemlich beeinträchtigen. Wenn die Nase läuft und der Hals kratzt, dann dauert es meist nicht mehr lange und ein hartnäckiger Husten gesellt sich zu den Erkältungssymptomen. Dieser Husten kann sehr unangenehm sein. Besonders nervig ist dieses ständige Kitzeln im Hals, welches immer wieder einen Hustenreiz auslöst. Nach einigen Tagen verschwindet der Reizhusten meist und macht Platz für einen lockeren Husten, bei dem der Schleim abgehustet werden kann.

Je kleiner die Kinder sind, desto mehr machen ihnen Erkältungen zu schaffen. Zum Glück kennt die moderne Medizin einige gute Arzneien, welche die Symptome von Husten, Schnupfen & Co wirkungsvoll lindern können. Neben Fieberzäpfchen, Nasenspray und Erkältungsbalsam zählt der Hustensaft zu den am häufigsten von Kinderärzten verordneten Medikamenten. Prinzipiell unterscheidet man zwei Arten von Hustensaft. Ein Hustenstiller (Antitussivum) dämpft den Hustenreiz und wird typischerweise am Abend gegeben, damit das Kind ruhig schlafen kann. Ein Hustenlöser (Expektorans) verflüssigt zähen Schleim in den Bronchien und erleichtert das Abhusten - er wird meist tagsüber eingenommen. Beide Arten sollten nicht gleichzeitig gegeben werden. Damit das Medikament richtig wirken kann, ist es unabdingbar, sich an die vom Arzt verordnete Dosierung und die Einnahmezeiträume zu halten. Ihr Kinderarzt wird Sie genau über die für Ihr Kind richtige Einnahme aufklären.

Hustensaft einem Kleinkind geben ist oft nicht einfach

In der Regel erläutert der Kinderarzt den Eltern den richtigen Umgang mit dem Hustensaft. Zudem befinden sich in jeder Medikamentenverpackung Informationen über die altersgemäße Dosierung. Vielfach liegt dem Hustensaft auch gleich eine praktische Dosierhilfe in Form eines Kunststoff-Löffels oder eines kleinen Bechers bei. Die eingeprägten ml-Markierungen erleichtern das richtige Dosieren und geben den Eltern somit Sicherheit. Ist keine Dosierhilfe in der Packung vorhanden, so nehmen Sie einfach einen kleinen, etwas biegsamen Löffel.

Damit sich Ihr kleiner Patient bei der Einnahme nicht verschluckt, ist es wichtig, dass Sie ihm den Hustensaft im Sitzen geben. Kleinkinder und Babys nehmen Sie am besten dazu auf den Schoß. Wichtig: Für Babys unter einem Jahr ist Hustensaft nur in seltenen Fällen und ausschließlich nach ärztlicher Verordnung geeignet. Auch bei Kleinkindern unter zwei Jahren sollten Eltern keine rezeptfreien Hustensäfte in Eigenregie geben. Viele Hersteller setzen ihrem Hustensaft Süßungsmittel zu, da Kinder bekannterweise süß schmeckende Medizin besser einnehmen als bittere. Und in der Tat ist es meist kein Problem, dem Nachwuchs Hustensaft zu verabreichen. Manchmal jedoch öffnen kleine Kinder nicht den Mund und pressen die Lippen fest aufeinander. Dann kann es helfen, sie leicht an der Wange zu kitzeln, so dass sie die Lippen öffnen. Gelingt auch das nicht, so haben Sie die Möglichkeit, den Hustensaft mittels einer kleinen Spritze in die Wangentasche des Kindes zu drücken. Einwegspritzen aus Kunststoff sind für wenige Cent in jeder Apotheke erhältlich und können besonders bei Babys die Medikamentengabe sehr erleichtern.

Hustensaft für Kinder - Es gibt Alternativen!

Schmeckt dem Kind der Hustensaft nicht und es weigert sich partout diesen einzunehmen, dann haben Sie die Möglichkeit, bei Ihrem Kinderarzt nach einem anderen Präparat zu fragen. Auch wenn die Pharmaindustrie meint, dass süßer Hustensaft bei Kindern gut ankommt, so zeigt doch manchmal die Praxis, dass genau diese Süße dafür ausschlaggebend ist, dass der Nachwuchs die Einnahme verweigert. Es lohnt sich daher, nach einem anderen Hustensaft zu suchen, welcher vielleicht etwas herber im Geschmack ist. Eine weitere Alternative können Erkältungs- oder Bronchialzäpfchen sein, die mit ätherischen Ölen wie Eukalyptus oder Thymian arbeiten. Echte hustenstillende oder schleimlösende Wirkstoffe sind als Zäpfchen seltener verfügbar - lassen Sie sich in der Apotheke beraten, welche Form für Ihr Kind passt.
Ob und welchen Hustensaft Kinder nehmen sollten, entscheiden die Eltern im Idealfall zusammen mit dem Kinderarzt!

Hinweis:
Wie andere Medikamente auch, sollte der Hustensaft nicht zusammen mit Nahrungsmitteln, Säften oder Milch eingenommen werden. Geben Sie also nicht wahllos die Arznei in den Brei oder in das Fläschchen. Als Laie weiß man nie, ob dadurch die Wirksamkeit des Medikamentes beeinträchtigt wird und es so nicht seine volle Wirkung entfalten kann. Möchten Sie den Hustensaft dennoch mit Lebensmitteln vermengen, so fragen Sie in jedem Fall bei dem behandelnden Kinderarzt oder in einer Apotheke nach, ob dies möglich ist und was sie dabei beachten müssen.

Erfahren Sie bei uns auch wie Sie Kindern ein Zäpfchen geben sollten. Bitte beachten Sie: Unsere Artikel können nicht den Rat eines Arztes ersetzen. Bei gesundheitlichen Problemen wenden Sie sich bitte immer an einen Arzt Ihres Vertrauens!

Hausmittel als Alternative oder Ergänzung

Bevor Sie zum Hustensaft greifen, können einige Hausmittel den Hustenreiz lindern oder das Abhusten erleichtern - oft sogar nachweisbar wirksam:

  • Ein Teelöffel Honig vor dem Schlafengehen lindert nachts den Hustenreiz. Studien belegen die Wirkung. Wichtig: Honig nur für Kinder ab einem Jahr - nicht für Babys.
  • Viel Trinken hält die Schleimhäute feucht und hilft, zähen Schleim zu verflüssigen. Geeignet sind warme Tees (Salbei, Thymian, Linde) oder einfach Wasser.
  • Den Oberkörper im Bett leicht erhöhen, etwa mit einem zusätzlichen Kissen unter der Matratze - so läuft der Schleim aus den Nebenhöhlen besser ab.
  • Feuchte Raumluft (etwa durch ein nasses Handtuch über der Heizung) beruhigt gereizte Atemwege.
  • Inhalation mit Salzwasser oder Kamille hilft älteren Kindern. Vorsicht: nie unbeaufsichtigt und nicht mit kochend heißem Wasser - Verbrühungsgefahr.
  • Brustwickel mit warmem Kartoffelbrei oder Quark werden traditionell bei Husten eingesetzt.

Wann mit dem Kind zum Arzt?

Husten ist meist harmlos und klingt nach ein bis zwei Wochen ab. Es gibt aber Situationen, in denen Eltern mit dem Kind zum Kinderarzt oder in die Notaufnahme sollten:

  • Atemnot, schnelle oder pfeifende Atmung, blau angelaufene Lippen
  • Bellender, krähtiger Husten - Verdacht auf Pseudokrupp
  • Hohes oder anhaltendes Fieber
  • Husten mit blutigem Auswurf
  • Husten, der länger als zwei Wochen anhält oder schlimmer wird
  • Deutlich beeinträchtigtes Allgemeinbefinden, Trinkverweigerung, Apathie
  • Husten bei Babys unter einem Jahr - hier immer ärztlich abklären lassen

Häufige Fragen zur Hustensaft-Gabe bei Kindern

Ab welchem Alter dürfen Kinder Hustensaft bekommen?

Das hängt vom Wirkstoff ab. Für Säuglinge unter einem Jahr ist Hustensaft nur in seltenen Fällen und nur nach ärztlicher Verordnung geeignet. Codeinhaltige Hustenstiller sind seit 2015 für Kinder unter 12 Jahren nicht zugelassen. Lassen Sie sich vom Kinderarzt oder in der Apotheke beraten, welcher Saft für das Alter Ihres Kindes geeignet ist.

Was ist der Unterschied zwischen Hustenstiller und Hustenlöser?

Ein Hustenstiller (Antitussivum) dämpft den Hustenreiz und wird vor allem abends gegeben, damit das Kind schlafen kann. Ein Hustenlöser (Expektorans) verflüssigt zähen Schleim, damit er besser abgehustet werden kann, und wird tagsüber eingenommen. Beide Arten sollten nicht gleichzeitig gegeben werden.

Was tun, wenn das Kind den Hustensaft verweigert?

Bitten Sie den Kinderarzt um ein anderes Präparat mit anderem Geschmack. Manchmal hilft auch eine kleine Dosierspritze, mit der der Saft seitlich in die Wangentasche gegeben wird. Alternativ gibt es bei einigen Wirkstoffen auch Zäpfchen-Formen oder Inhalationslösungen.

Welche Hausmittel helfen Kindern bei Husten?

Bei Kindern ab einem Jahr kann ein Teelöffel Honig vor dem Schlafengehen den Hustenreiz lindern - eine Wirksamkeit, die in Studien belegt ist. Ausreichend Trinken, ein leicht erhöhter Oberkörper im Bett, feuchte Raumluft und Inhalationen mit Salzwasser können den Husten ebenfalls erleichtern.

Wann sollte ich mit dem Kind bei Husten zum Arzt?

Spätestens zum Arzt sollten Sie bei Atemnot, pfeifender Atmung, hohem Fieber, blauen Lippen, anhaltendem Husten über zwei Wochen oder bei Säuglingen mit Husten. Auch bellender Husten (Pseudokrupp), bluthaltiger Auswurf oder ein deutlich beeinträchtigtes Allgemeinbefinden sind Gründe für eine ärztliche Abklärung.

Wie Kindern Medikamente geben?: