Wie verabreicht man Kindern Augentropfen?

Baby bekommt Augentropfen
Kindern sollte man Augentropfen im Liegen geben
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Kindern Augentropfen geben

Die Augen der 6-jährigen Tina sind gerötet und leicht geschwollen. Sie reibt sich ständig mit ihren Händen

darin und klagt über ein Fremdkörpergefühl. Am Augenwinkel sammelt sich ein gelbliches Sekret und deutet darauf hin, dass es sich hier um eine Bindehautentzündung handelt. Der Verdacht der Mutter bestätigt sich, als sie mit ihrem Kind den Augenarzt aufsucht. Dieser stellt ein Rezept für ein paar Augentropfen aus, welches sie anschließend gleich in der Apotheke einlöst. Doch daheim beginnt das Theater: Tina lässt sich partout die Tropfen nicht geben und schreit wie am Spieß. Was tun?

Kinder und Medikamente - ein ungleiches Paar. Immer dann, wenn Medizin notwendig wird, ist sogleich der Einfallsreichtum von Mama und Papa gefragt. Das ist bei Augentropfen nicht anders als beispielsweise bei der Gabe eines Fieberzäpfchens. Augentropfen werden vom Arzt verschrieben, wenn das Kind unter einer Bindehautentzündung leidet oder wenn die genaue Sehstärke bestimmt werden soll. Dann müssen Tropfen in das Auge eingebracht werden, um die Pupille zu erweitern. Doch egal um welche Augentropfen es sich handelt: es ist einfach schwierig, den Nachwuchs von der Notwendigkeit dieser Behandlung zu überzeugen.

Zuerst ist der Teddy dran!

Sind Kinder krank, dann ist damit zu rechnen, dass sie nicht gerade bester Laune sind. Gehen Sie daher auf jeden Fall sehr einfühlsam an die ganze Sache heran. Erklären Sie Ihrem Nachwuchs, warum er jetzt Augentropfen benötigt und wie diese, im Falle einer Bindehautentzündung, die Symptome lindern. Bekommt Ihr Kind das erste Mal Augentropfen, so spielt hier sicher die Angst vor dem Unbekannten eine Rolle. Was macht Mama da? Tut das weh? Dauert das lange? Sie können versuchen, Ihrem Sprössling die Angst etwas zu nehmen, indem Sie zuerst den Lieblings-Teddy verarzten und ihm (bei geschlossener Flasche) Augentropfen geben. Musste Ihr Kind schon einmal Augentropfen nehmen, so kann es sein, dass es daran schlechte Erinnerungen hat. Vielleicht haben die Tropfen ja in den Augen gebrannt oder wurden "mit Gewalt" verabreicht, so dass es damit Hilflosigkeit verbindet. Gehen Sie behutsam vor und erklären Sie ruhig, dass nicht alle Tropfen brennen und manche sich nur so anfühlen, als ob man gerade eine Träne im Auge hat.

Augen müssen nicht weit geöffnet sein

Viele Eltern denken, dass bei der Gabe von Augentropfen die Augen ihres Kindes weit geöffnet sein müssen. Manche halten sie sogar mit Daumen und Zeigefinger der einen Hand offen, während sie mit der anderen Hand die Tropfen verabreichen. Kindern fällt es extrem schwer, ihre Augen selbst so weit zu öffnen und im entscheidenden Moment dann nicht zu blinzeln. Uns Erwachsenen geht es da häufig nicht anders. Die gute Nachricht: bei der Gabe von Augentropfen müssen die Augen nicht weit geöffnet sein. Augen- und Kinderärzte empfehlen heutzutage den Eltern sogar, die Augentropfen im Liegen bei leicht geschlossenen Augen in den Augenwinkel zu tropfen. Öffnet das Kind die Augen, so verteilt sich der Tropfen ganz automatisch. Diese Methode lassen sich die meisten Kinder gefallen. Klappt es so allerdings auch nicht, dann bleibt noch die Möglichkeit, die Augentropfen im Schlaf zu geben. Doch dazu muss der Nachwuchs wirklich tief und fest schlafen. Unter Umständen verärgern Sie Ihr Kind damit auch, wenn es während der Prozedur aufwachen sollte. Daher sollte diese Methode wirklich nur im Ausnahmefall zur Anwendung kommen.

Mama, jetzt geb ich Dir mal Augentropfen!

Kinder akzeptieren notwendige Behandlungen manchmal besser, wenn sie diese an einer vertrauten Person ausprobieren können. Besorgen Sie sich doch einmal in der Apotheke ein Fläschchen Augentropfen zur Befeuchtung der Augen. Diese Tropfen sind der Tränenflüssigkeit ähnlich, haben keinerlei Nebenwirkungen und dienen lediglich dazu, das trockene Auge zu befeuchten. Mit diesen Tropfen darf Ihr Kind ruhig einmal bei Ihnen üben. Hat Ihr Nachwuchs Angst davor, dass die Tropfen brennen, so könnten Sie zum Beispiel sagen: "Jetzt brennt es ein bisschen - aber es ist schon wieder vorbei!" An Ihrem Beispiel merkt das Kind, dass das unangenehme Gefühl wirklich nur für eine kurze Weile anhält und dass dabei nichts Schlimmes passiert.

Alternative Augensalbe

Kommt Ihr Kind überhaupt nicht mit den Augentropfen zu Recht und weigert sich standhaft gegen jegliche Versuche, so fragen Sie den behandelnden Arzt doch einmal, ob es eine Alternative in Form einer Augensalbe gibt. Manche Kids akzeptieren diese eher als Tropfen, vor allem dann, wenn sie sich die Salbe selbst in den Augenwinkel geben können.

Aus Erfahrung wissen Eltern, dass es häufig schwierig sein kann, ihrem Kind Augentropfen zu verabreichen. Doch die Notwendigkeit der Behandlung erlaubt es nun mal nicht darauf zu verzichten und mit ein bisschen Geduld und den oben aufgezeigten Tipps kann die Augentropfen-Gabe doch noch gelingen.
Text: K. L. / Stand: 27.07.2019

[Bitte beachten Sie: Unsere Artikel können nicht den Rat eines Arztes ersetzen. Bei gesundheitlichen Problemen wenden Sie sich bitte immer an einen Arzt Ihres Vertrauens!]

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