Zäpfchen einführen bei Kindern - Aber wie?

Kind will kein Zäpfchen nehmen
Nö, ich will kein Fieberzäpfchen nehmen! Wie Kinder Zäpfchen geben? Foto: © 5second - stock.adobe.com)

Kindern Zäpfchen verabreichen

Wenn das eigene Kind krank ist, dann leiden wir als Eltern unwillkürlich mit.

Doch leider können wir ihm Erkältungen, Magen-Darm-Infekte oder die typischen Kinderkrankheiten nicht abnehmen. Doch mit ganz viel Liebe und Zuwendung, bewährten Hausmitteln und der geeigneten Medizin lassen sich viele Symptome lindern. In fast jeder Hausapotheke finden sich Nasentropfen, Hustensaft, Ohrentropfen und Fieberzäpfchen. Zäpfchen werden besonders für Babys und Kleinkinder gern verschrieben, wenn diese Fieber haben. Aber auch Hustenlöser, Antihistaminika oder Antiemetika (Medikamente bei Übelkeit) können in Zäpfchenform verabreicht werden. Diese Art der Medikation ist für das Kind sehr schonend, da die Wirkstoffe direkt von der Darmschleimhaut aufgenommen werden können. Anders als bei der Gabe von Tabletten oder Saft muss die Arznei hier nicht den Umweg über den Magen gehen. Leber und Niere werden geschont und unerwünschte Nebenwirkungen lassen sich minimieren.

Wie führt man ein Zäpfchen bei Kindern ein?

Besonders Eltern, welche ihr erstes Kind bekommen haben, sind sich häufig über den richtigen Gebrauch von Zäpfchen im Unklaren. In welcher Position werden diese gegeben? Kann ich mein Kind dabei verletzen? Und gibt es irgendwelche Tipps und Tricks, um das Einführen zu erleichtern?

Keine Sorge, ein Zäpfchen zu geben ist wirklich gar nicht schwierig und Sie brauchen davor keine Angst haben. Muss ein Baby ein Zäpfchen bekommen, so legt man es bevorzugt auf die Seite und winkelt seine Beinchen leicht an. Kleinkinder bitten Sie einfach, sich auf der Seite in beschriebener Weise zu positionieren. Auch die Rückenlage mit nach oben geführten Beinchen ist möglich. Entnehmen Sie das Zäpfchen aus seiner Verpackung und wärmen Sie es leicht in Ihren Händen an. So wird es geschmeidiger und lässt sich besser einführen. Einen ähnlichen Effekt erzielen Sie, wenn Sie das Medikament etwas mit Wasser befeuchten. Halten Sie das Zäpfchen jedoch nicht zu lange in Ihren Händen, da es leicht schmelzen kann. Das Zäpfchen weist eine spitzere und eine stumpfe Seite auf. Auch wenn es verlockend erscheint: führen Sie nicht das schmale Ende zuerst ein, sondern immer das Stumpfe! So vermeiden Sie, dass das Zäpfchen ungewollt aus dem Darm wieder herausrutscht. Wichtig ist ebenfalls, dass Sie das Zäpfchen tief genug einführen. Wenn Sie es mit Ihrem Finger noch spüren, dann sollten Sie es noch ein Stückchen weiter schieben. Die ganze Prozedur dauert mit etwas Übung nur wenige Sekunden und ist für das Kind nicht schmerzhaft, sondern nur etwas unangenehm.

Bei der Gabe eines Zäpfchens kann man eigentlich nichts falsch machen. Jedoch sollten Sie einige Hinweise beachten, damit das Medikament auch richtig wirken kann. Immer wieder liest man, dass Eltern das Zäpfchen mit etwas Creme, Babyöl oder Gleitmittel betupfen, um das Einführen zu erleichtern. Diese Varianten sind allerdings nicht zu empfehlen, da Creme & Co unter Umständen die Wirksamkeit des Zäpfchens beinträchtigen können. Der Kinderarzt verschreibt in der Regel genau die Zäpfchen mit der Wirkstoffmenge, welche für das Alter Ihres kleinen Patienten angemessen sind. Manchmal jedoch kann es vorkommen, dass Sie ein Zäpfchen teilen müssen. Mit einem leicht angewärmten kleinen Messer geht das relativ leicht. Beachten Sie aber bitte, dass das Zäpfchen nur der Länge nach geteilt werden darf. So stellen Sie sicher, dass der benötigte Wirkstoff gleichmäßig in beiden Hälften verteilt ist.

Was tun, wenn das Kind sich weigert ein Fieberzäpfchen zu nehmen?

Viele Kinder mögen keine Zäpfchen. Wie gesagt, das Einführen an sich ist nicht schmerzhaft, wird aber von vielen Kindern als unangenehm empfunden. Babys und Kleinkinder verstehen zwar den Sinn und Zweck dieser Behandlung noch nicht - dennoch beruhigen sie sich durch Ihre Stimme. Erzählen Sie Ihrem Nachwuchs also ruhig, was Sie gerade tun und warum dies notwendig ist. Lenken Sie Ihr Kind mit einem Spielzeug ab oder singen Sie ihm ein Lied vor. Aber machen Sie bitte nicht zuviel Wind um die ganze Sache. Oftmals kann es besser sein, das Zäpfchen schnell in den Enddarm zu drücken als ewig lange Diskussionen zu führen. Denn hat sich das Kind erst einmal in Rage geschrieen und sich verkrampft, dann wird es schwierig, das Medikament in den Po zu befördern.

Älteren Kindern Zäpfchen geben - nur wenn es nicht anders geht ...

Größere Kinder wehren sich gegen die Gabe von Zäpfchen häufig genauso wie gegen das Fiebermessen im Po. Nach Möglichkeit kann dann der gleiche Wirkstoff als Tablette, Saft oder Tropfen gegeben werden. Das ist selbstverständlich nicht möglich, wenn der Nachwuchs unter Übelkeit und Erbrechen leidet. In diesem Fall führt kein Weg an dem Zäpfchen vorbei. Allerdings hat die Aussicht auf schnelle Linderung der Krankheitssymptome schon so manches Kind dazu bewegt, die Zäpfchengabe über sich ergehen zu lassen.
Text: K. L. / Stand: 04.06.2019

[Bitte beachten Sie: Unsere Artikel können nicht den Rat eines Arztes ersetzen. Bei gesundheitlichen Problemen wenden Sie sich bitte immer an einen Arzt Ihres Vertrauens!]

In unserem Verzeichnis finden Sie übrigens auch einige Kinderärzte, die Ihnen sicher weiterhelfen können.

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