Leihmutter - Was ist das?

In diesem Artikel erklären wir die Bedeutung einer Leihmutter und geben allgemeine Informationen zur Leihmutterschaft beim Kinderwunsch.

Leihmutterschaft: Ausweg mit Hindernissen

Plüschbär und das Wort Baby
Was ist eine Leihmutter? - Foto: © Sandra Thiele

Der Wunsch nach einem gemeinsamen Kind sorgt für starke Gefühle. Erfüllt er sich nicht, etwa weil die Frau unfruchtbar ist oder weil sich homosexuelle Männer ein gemeinsames Kind wünschen, kann dies den eigenen Lebensplan zerstören und sogar die Beziehung gefährden. (Lesen Sie auch: Einseitiger Kinderwunsch) Ein Ausweg, über den immer mehr Paare nachdenken, ist die Beauftragung einer Leihmutter. Dieser Schritt jedoch ist nicht zwingend legal, weswegen sich Interessierte vorab genau informieren sollten.

Was ist eine Leihmutter?

Grundsätzlich bezeichnet der Begriff "Leihmutter" eine Frau, die ihren Körper zum Austragen eines fremden Kindes zur Verfügung stellt. Hierbei wird entweder die Eizelle der Leihmutter mit dem Samen des künftigen Vaters befruchtet, oder auch eine gespendete Eizelle verwendet. Nach der Geburt des Kindes erhebt eine Leihmutter keinerlei Ansprüche darauf und übergibt es seinen neuen Eltern.

Die Leihmutterschaft in Deutschland

In Deutschland verbietet das Embryonenschutzgesetz schon seit 1991 die Leihmutterschaft. Die Vermittlung von Leihmüttern unterbinden soll auch das Adoptionsvermittlungsgesetz. Wer dennoch eine Vereinbarung mit einer Leihmutter trifft, muss mit Konsequenzen rechnen. Frei von Strafe bleiben hierbei jedoch sowohl die Leihmutter als auch der Beauftragende. Vermittler und Ärzte jedoch können mit empfindlichen Strafen entweder in Form hoher Geldbußen oder auch mit Freiheitsentzug von bis zu drei Jahren sanktioniert werden.

Die Suche nach einer Leihmutter in Deutschland ist daher praktisch unmöglich. Viele Paare neigen daher dazu, sich über ausländisches Recht zu informieren und die Dienste einer Leihmutter in einem anderen Land in Anspruch zu nehmen. Hier jedoch lauert die nächste Gefahr, denn gesetzlich betrachtet ist in Deutschland die Leihmutter nach der Geburt auch die rechtmäßige Mutter. Paare, die mit dem Kind nach der Geburt nach Deutschland einreisen möchten, könnten daher Probleme bekommen.

Dass es Hoffnung auf einen Ausweg gibt, zeigt jedoch ein Urteil des Bundesgerichtshofes aus dem Jahr 2014. Hier sprach sich das Gericht für die Übertragung der rechtmäßigen Elternschaft auf die neuen Eltern aus, wenn mindestens einer von beiden die genetische Verwandtschaft mit dem Baby belegen kann. In diesem Fall darf die Leihmutter keinerlei genetische Beziehung zu dem ausgetragenen Kind haben.

Wo das Beauftragen einer Leihmutter legal ist

Um die Legalität der Leihmutterschaft zu definieren, muss zwischen kommerziellen und altruistischen Modelle unterschieden werden. Erhält die Leihmutter bei der kommerziellen Leihmutterschaft Geld für ihre Leistungen, ist dies bei der altruistischen Variante ausgeschlossen.

Die kommerzielle Leihmutterschaft ist in Ländern wie
  • Indien
  • Russland
  • Ukraine
  • Südafrika
  • und in Teilen der USA
legal.

Die altruistische Leihmutterschaft bleibt beispielsweise in Australien ohne rechtliche Folgen. Auch in Großbritannien oder Kanada könnten Frauen ohne Gegenleistung ein Kind für Paare austragen. Hier gibt es jedoch teilweise strenge Vorgaben und mitunter ist die Adoption des Babys notwendig. Die Beauftragung einer Leihmutter in altruistischer Form ist daher nur wenig empfehlenswert, denn mögliche Komplikationen oder rechtliche Konsequenzen können nicht per se ausgeschlossen werden.

Kosten einer Leihmutter

Wie bereits erwähnt, zahlen Paare bei der kommerziellen Leihmutterschaft einen gewissen Geldbetrag als Entschädigung für die Strapazen von Schwangerschaft und Geburt. Auch Vermittlungskosten und die Ausgaben für die gesundheitliche Versorgung sowie für rechtliche Angelegenheiten tragen die baldigen Eltern. Daher ist die Beauftragung einer Leihmutter ein kostspieliges Unterfangen, bei dem je nach Land unterschiedlich hohe Ausgaben anfallen. So zahlen Paare in der Ukraine bis zu 30.000 Euro, in Indien etwa 10.000 Euro und in den USA ganze 100.000 Dollar oder mehr. Selbstverständlich sind viele Paare dazu bereit, diese Kosten zu tragen, sollten sich jedoch vorab genau über die Hintergründe informieren. Lediglich die Beauftragung seriöser Agenturen im Ausland ist ein möglicher Weg, der vor Betrug, rechtlichen Konsequenzen und anderen unangenehmen Folgen schützen kann.
Text: A. W. / Stand: 10.08.2017

[Bitte beachten Sie: Unsere Artikel enthalten allgemeine Informationen und Hinweise. Bei Fragen wenden Sie sich bitte immer an einen Anwalt Ihres Vertrauens!]

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