Unerfüllter Kinderwunsch - Hilfe durch Hormontherapie

Paar ist traurig
Wir hätten so gerne ein Kind! - Foto: © Vojtech Vlk


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Manche Paare sind der Verzweiflung nahe. Freunde, Verwandte und Arbeitskollegen bekommen Kinder, nur bei einem selbst will sich das Glück nicht einstellen. Aufgrund von biologischen Problemen bleiben heute rund 15 Prozent aller Paare kinderlos.

Was tun bei unerfülltem Kinderwunsch?

Da der unerfüllte Kinderwunsch eine sehr große psychische Belastung für die betroffenen Paare darstellt, denken viele schnell an die künstliche Befruchtung als Ausweg. Jedoch sollte diese Option eher als letzte Maßnahme gesehen werden. Zuvor gibt es eine ganze Reihe alternativer Dinge, die zunächst Anwendung finden sollten. Ein erster Schritt in diese Richtung ist beispielsweise die genaue Beobachtung des Zyklus der Frau. Aufgrund der individuellen Zykluslänge kann sie dann genau feststellen, wann der Eisprung stattfindet und die Chance auf eine erfolgreiche Befruchtung am größten ist. Paare, die nach einem harten Arbeitstag nur wenig Lust aufeinander haben, oder sich nur selten, etwa am Wochenende, sehen, haben insgesamt schlechtere Chancen auf den richtigen Moment.

Erforschung biologischer Faktoren

Ob eine Befruchtung gelingt, hängt maßgeblich vom Geschlechtsverkehr rund um die Tage des Eisprungs ab. Aber auch der Mann muss sich auf diesen Moment vorbereiten. Er muss zuvor einige Tage komplett auf Sex verzichten, da es durchschnittlich drei Tage dauert, bis die optimale Spermienzahl gebildet ist. Während der fruchtbaren Tage sollte man dann etwa alle zwei Tage Sex haben. Wenn die Befruchtung dennoch nicht gelingt, können biologische Ursachen der Grund sein. Der Frauenarzt kann feststellen, ob bei der Frau Eibläschen vorhanden und die Eileiter durchlässig sind. Bei der Frau sollte eine Hormonanalyse und beim Mann ein Spermiogramm erstellt werden. Damit die Krankenkasse die Kosten übernimmt, ist es zumeist notwendig, dass das Paar verheiratet ist.

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Hormontherapie bei Kinderlosigkeit

Haben alle konventionellen Versuche noch immer keinen Erfolg gebracht, kann die Medizin eingreifen. So lässt sich beispielsweise der Zyklus der Frau durch die Gabe von Hormonen (Hormontherapie bei Kinderlosigkeit) stimulieren und optimieren. Liegt der Grund an zu minderwertigem Sperma, so kann die Insemination weiterhelfen. Bei diesem Vorgang werden die Samenzellen des Mannes mit Hilfe eines Schlauchs direkt in die Gebärmutterhöhle gelegt. Die In-Vitro-Fertilisation ist eine weitere Möglichkeit, die beispielsweise bei einem Eileiterverschluss der Frau zum Einsatz kommt. Bei diesem Verfahren werden der Gebärmutter Eizellen entnommen, die im Reagenzglas direkt mit dem Samen des Mannes zusammengebracht werden. Ist die externe Befruchtung gelungen, wird die befruchtete Eizelle zurück in die Gebärmutter gepflanzt. Diese Methode verlangt dem betroffenen Paar mitunter einen langen Atem ab, denn nur rund 30 Prozent der Befruchtungsversuche gelingen. Zudem entstehen Kosten, die von den Krankenkassen nur anteilig getragen werden.

Die Medizin hält heute zahlreiche Möglichkeiten bereit, um den Kinderwunsch zu erfüllen. Allerdings ist sie nicht das Allheilmittel, sondern sollte nur dann in Anspruch genommen werden, wenn alle natürlichen Wege ohne Erfolg bleiben. Der Frauenarzt berät hier gerne weiter.
Text: D. D. E. / Stand: 20.05.2019

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[Bitte beachten Sie: Unsere Artikel können nicht den Rat eines Arztes ersetzen. Bei gesundheitlichen Problemen wenden Sie sich bitte immer an einen Arzt Ihres Vertrauens!]

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