Schlafwandeln bei Kindern

Ein Schlafwandler
Schlafwandeln bei Kindern ist gar nicht so selten
Foto: © ThorstenSchmitt


Inhaltsverzeichnis für diesen Artikel:

Was bedeutet schlafwandeln?

Viele Eltern haben bereits davon gehört, dass schlafwandelnde Kinder keine Seltenheit sind. Dennoch staunen sie nicht schlecht, wenn sie eines Nachts ihr eigenes Kind dabei entdecken, wie es im Bett sitzt und erzählt oder es geistesabwesend in seinem Zimmer umherirrt.
Erwachsene sind weitaus weniger vom Schlafwandeln betroffen als Kinder. So schlafwandeln kaum Erwachsene, aber umso mehr Kinder im Alter zwischen 5 und 12 Jahren. Meist verliert sich das nächtliche Phänomen in der Pubertät. Acht von zehn betroffenen Kindern werden später im Erwachsenenalter nie wieder schlafwandeln.

Rein wissenschaftlich wird das Schlafwandeln von den meisten Experten nicht als Krankheit betrachtet. Denn die nächtlichen Episoden bergen an sich keine Gefahren, ausgenommen von Verletzungen, die sich die Kinder durch herumlaufen oder irrationale Handlungen, wie das Verspeisen von Süßwaren samt Verpackung, zuziehen. Bekanntlich wälzen sich die meisten Menschen während des Schlafs nur hin und her, ein schlafwandelndes Kind mit halb oder ganz geöffneten Augen richtet sich jedoch auf und sitzt im Bett. Selten läuft es mit leerem Blick sogar umher, meist jedoch nur geradeaus. Oder es spielt geistesabwesend mit seinen Spielsachen bzw. erledigt sinnlose Tätigkeiten. Von herumliegenden Gegenständen, unverschlossenen Fenstern und Türen können daher Gefahren ausgehen. Das Schlafwandeln selbst ist harmlos. Die Kinder wissen am nächsten Morgen nichts mehr von ihren nächtlichen Ausflügen.

Sollte man Schlafwandler wecken?

Experten raten dazu, die Kinder während des Schlafwandelns nicht zu wecken. Sofern sie es zulassen, sollten sie lieber vorsichtig und ruhig zurück in ihr Bett gebracht werden. Werden die Kinder während der nächtlichen Episoden aufgeweckt, sind sie meist völlig verstört und verunsichert und können danach nur schlecht wieder in den Schlaf finden. Auch wird davon abgeraten, das Thema am nächsten Morgen mit dem Kind zu behandeln und es dadurch nur unnötig zu verunsichern.

Ursachen für das Schlafwandeln

Denn die Ursachen für das Schlafwandeln können auch Schlafmediziner nicht eindeutig und definitiv eingrenzen. Fakt ist jedoch, dass Faktoren wie Schulstress, Angst, Infekte oder Fieber Schlafwandeln begünstigen können. In der Tat kann sogar Schlafmangel das Auftreten des nächtlichen Phänomens fördern. Hinzu kommen erbliche Veranlagungen. Erlebten beide Elternteile das Schlafwandeln in ihrer eigenen Kindheit, so ist die Wahrscheinlichkeit deutlich erhöht, dass auch das eigene Kind des Nachts auf Tour gehen könnte. Psychische Belastungen, die aus Extremsituationen hervorgerufen wurden, sind eine weitere mögliche Ursache für das Schlafwandeln bei Kindern.

Was können Eltern tun?

Verunsicherte Eltern können sich für eine fachliche Beratung an Schlafmediziner wenden und gegebenenfalls Maßnahmen mit ihm besprechen. Experten raten jedoch oft von einer medikamentösen Behandlung ab. Die Ausnahmen sind im Bereich von außerhäuslichen Übernachtungen sinnvoll, etwa wenn ein Kind auf Klassenfahrt oder in ein Ferienlager reist und nur ungenügend Sicherungsmaßnahmen möglich sind.

Das Schlafwandeln der eigenen Kinder ist also kein Grund zur Panik. Dennoch sollten Gefahren, wie zum Beispiel Stolperfallen, aus dem Weg geräumt und zur Sicherheit fachlicher Rat durch einen Mediziner eingeholt werden.
Text: C. D. / Stand: 12.10.2019

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