Einschlafprobleme bei Kindern

Einschlafprobleme bei Kindern
Was kann man gegen Einschlafstörungen bei Kindern tun?
Foto: © Renata Osinska


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"Mama, ich kann nicht einschlafen"

Als Eltern staunt man manchmal nicht schlecht, wie viel Ideenreichtum ein Kind entwickeln kann, wenn es nicht schlafen will oder besser kann. Plötzlich klappert die Jalousie zu laut, Ihr Kind verspürt plötzlich einen unbändigen Drang nach Getränken und unter dem Bett wohnt zu guter Letzt auch noch ein Gespenst, welches Ihren Schützling einfach nicht schlafen lässt. Was zunächst belustigend klingt, kann unter Umständen zur anstrengenden und belastenden Geduldsprobe für Eltern werden.
Denn meist ist die eng begrenzte Zeit zwischen dem Zubettgehen der Kinder und der eigenen Nachtruhe die einzige Möglichkeit, selbst zu entspannen oder Zeit mit dem Partner zu verbringen. Dazu machen sich auch noch die Sorgen breit: Hat mein Kind echte Einschlafprobleme und was kann ich dagegen unternehmen? Schließlich weisen Ärzte und Forscher immer wieder darauf hin, wie wichtig der Schlaf für Kinder ist.

Wieviel Schlaf braucht ein Kind?

So brauchen diese die ausgiebige Nachtruhe, um die erlebten Eindrücke des Tages zu verarbeiten. Schlaf ist pure Erholung für unseren Körper. Ein Grundschulkind benötigt pro Nacht einen Schlafzyklus von ca. zehn Stunden. Dies setzt sich fort bis ins späte Teenager - Alter. Bei Kleinkindern hingegen sind sogar zwölf Stunden erforderlich. Wie auch Erwachsene mit nächtlichen Schlafproblemen am Tag keine Höchstleistung vollbringen können, verhält es sich bei Kindern ähnlich. Ausgeruht und frisch in den Tag zu starten, vermeidet Reizbarkeit und Konzentrationsschwäche. Schlechte Laune, Stimmungsschwankungen oder gar eine Immunschwäche können im Ernstfall durch Schlafmangel eintreten.
Halten Sie sich vor Augen, dass sich der Schlafbedarf Ihres Kindes nicht in eine Statistik packen lässt. Geht es Ihrem Spross gut, auch wenn es mit wenig Schlaf auskommt, ist das in Ordnung. Doch meist kommen die Sorgen nicht ohne Grund. Halten die Einschlafprobleme mehr als vier Wochen an, sollten Sie reagieren.

Ursachen von Einschlafproblemen bei Kindern und Jugendlichen

Einschlafstörungen bei Jugendlichen
Einschlafsprobleme bei Jugendlichen - Was tun?
Foto: © Kaarsten

Die Ursachen von Einschlafproblemen bei Kindern können zwar breit gestreut sein, haben aber meistens Hauptursachen. Zum Beispiel:

Reizüberflutung
Computerspiele, Fernsehen, lange Schultage, zu viel außerschulische Aktivitäten - das Gehirn eines Kindes vollbringt Höchstleistungen, alle Reize zu verarbeiten. Irgendwann läuft das Fass über, der Körper reagiert.

Mangelnde Bewegung
Mediziner und Erzieher beklagen seit langem, dass Kinder immer häufiger unter Bewegungsmangel und dessen Folgen leiden. Diese sind nicht nur physisch angesiedelt. Kurz gesagt: hat sich Ihr Kind über den Tag nicht richtig ausgetobt, verspürt es abends erst sehr spät ein Müdigkeitsgefühl.

Ängste
Sie sind eine nicht zu unterschätzende Quelle von Einschlafproblemen. Das Monster hinter der Kommode ist für Ihr Kind real. So lange es sich nicht sicher fühlt, wird es schlecht schlafen.
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Sorgen
Gerade bei älteren Kindern sind oft seelische Belastungen Ursache für Einschlafprobleme. Schulstress, Streit mit dem besten Freund, Mobbing oder ein Todesfall in der Familie - Ihr Kind denkt über mehr Sachverhalte nach, als Sie vermuten.

Was hilft bei Einschlafstörungen?

Wie helfe ich meinem Kind, besser einzuschlafen? Indem Sie optimale Rahmenbedingungen für Ihr Kind schaffen, geben Sie ihm eine gute Basis. Einschlafen braucht Zeit, auch Ihre Zeit für Ihr Kind. Führen Sie feste Schlafrituale ein und weichen Sie nur in Ausnahmefällen davon ab. Ihrem Kind das tägliche Einschlafen zu erleichtern, wird einige Zeit in Anspruch nehmen.

  • Führen Sie feste Schlafenszeiten für den Beginn der Nachtruhe ein.
  • Viel Aufregung, wie Fernsehen direkt vor dem Zubettgehen, vermeiden Sie besser.
  • Lassen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind den Tag Revue passieren und sprechen Sie mit Ihrem Kind über das am Tag erlebte.

  • Verfolgen Sie immer die gleiche Reihenfolge: zum Beispiel erst ein Gute - Nacht - Lied oder eine Geschichte, dann einen Kuss, das Licht dämpfen, die Spieluhr aufziehen, das Zimmer verlassen usw.
  • Gegen die Angst vor der Dunkelheit hilft ein Nachtlicht oder eine kleine Nachttischlampe. Auch die Tür einen Spalt offen zu lassen, kann hilfreich sein.
  • Nutzen Sie tagsüber das Bett Ihres Kindes niemals, um es zu bestrafen. Es wird mit dem Bett Negatives verbinden.
  • Nehmen Sie die Ängste Ihres Kindes ernst. Sitzt ein Geist unter dem Bett, hilft es nicht, ihrem Kind zu erläutern, dass dies nur eine Phantasie ist. Ihr Kind lebt diese Phantasie, also helfen Sie ihm, damit klar zu kommen. Hat der Geist Angst vor Teddys, reihen Sie diese vor dem Bett Ihres Kindes auf. Verwandeln Sie das normale Nachtlicht in ein "Zauberlicht", das Zauberkräfte hat und jedes Kind beschützt. Gehen Sie auf Ihr Kind ein.
  • Sorgen Sie für eine angenehme Atmosphäre. Zu viel Lärm neben dem Zimmer, stört Ihr Kind beim Schlafen. Normale Alltagsgeräusche hingegen, können Sicherheit geben: Aha, meine Eltern sind da, ich kann sie hören.
  • Helfen die oben aufgeführten Ratschläge nicht, können Sie tagsüber mit Autogenem Training, Kinderyoga oder PMR (Progressive Muskelrelaxation) und anderen Entspannungsübungen für Kinder ergänzend positiv auf das Einschlafverhalten Ihres Kindes eingehen.
  • Kommen Sie gar nicht weiter, holen Sie sich Hilfe bei Fachleuten: Ihr Kinderarzt oder ein Kinderpsychologe sind dann der richtige Ansprechpartner.
Text: C. D. / Stand: 12.10.2019

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