Fremdsprachen im Kindergarten lernen?
Fremdsprachen im Kindergarten
Englisch lernen beim Malen
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Kinder lernen schnell - je eher, desto besser und schneller. Wissenschaftliche Studien belegen das immer wieder. Vor allem in der Phase bis zum 6. Lebensjahr sind Kinder besonders aufnahme- und lernfähig. Sie lernen spielerisch und nebenbei. Das gilt natürlich auch für die sprachliche Entwicklung. Mit dem Erwerb einer Fremdsprache bis zur Schulzeit zu warten ist unter diesem Gesichtspunkt betrachtet völlig falsch. In den meisten Bundesländern wartet man mit dem ersten Fremdsprachenunterricht gar bis zur 3. Klasse - zu viel verschenkte Lernzeit, wenn man es recht bedenkt. Kinder, die aufgrund ihres Elternhauses mehrsprachig aufwachsen, beweisen immer wieder, wie viel sprachliches Potenzial vor allem in ganz jungen Jahren schon in ihnen steckt.

Englisch lernen im Kindergarten?
Aus diesem Grund gibt es immer mehr Kindergärten, die ihr Angebot auf den frühkindlichen Fremdspracherwerb ausgedehnt haben. Vor allem in grenznahen Regionen gibt es inzwischen zahlreiche bilinguale Kindergärten. Englisch, Französisch, aber auch Spanisch sind gängige Angebote. In Regionen mit traditionellen Mundarten gibt es Kindergärten, die speziell diese "alten" Sprachen weitervermitteln, um sie vor dem Aussterben zu bewahren. Plattdeutsch und Sorbisch sind gute Beispiele hierfür. Mit dem Erwerb der Mundart sind hier oftmals regionale Identität und Tradition verbunden, die auch Zusammenhalt und Heimatverbundenheit fördern. Der Kindergarten übernimmt dann eine Vermittlerfunktion, die Eltern alleine vielleicht gar nicht mehr leisten könnten.

Fremdsprachen im Kindergarten
Wichtig für ein zeitiges Fremdsprachenangebot ist, dass es den Kindern spielerisch vermittelt wird und dass es keinen Lernzwang und Leistungsdruck gibt. Sprachunterricht im Kindergarten
muss sehr abwechslungsreich erfolgen. Es wird viel gesungen, getanzt, gemalt, gereimt und gelacht. Nebenbei lernen heißt hier lernen, ohne dass die Kinder es eigentlich merken. Erstaunlich ist, wie viel schon nach kurzer Zeit hängen bleibt. Dabei kommt es nicht darauf an, immer neue Dinge zu vermitteln, sondern vor allem darauf, Vertrautheit in der neuen Sprache zu schaffen und Dinge öfter und stetig zu wiederholen. Auf diese Weise ist es für die Kinder schon nach kurzer Zeit möglich, zum Beispiel Begrüßungsfloskeln zu verstehen oder kurze Anweisungen zu befolgen.

Der Spracherwerb findet grundsätzlich zunächst passiv statt - das gilt im Erlernen der Muttersprache ebenso wie im Erlernen einer Fremdsprache. Das heißt, dass Kinder zuerst mehr Worte verstehen als sie tatsächlich auch selbst benutzen können. Der Schritt zum aktiven Sprachgebrauch ist ein größerer und benötigt mehr Zeit und Vertrauen in die Sprache. Kinder, die einen zweisprachigen Kindergarten besuchen, können schon nach kurzer Eingewöhnungszeit den Äußerungen der Erzieherinnen folgen, brauchen aber ungleich mehr Zeit, um selbst in der Fremdsprache sprechen und sich verständigen zu können.

 
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