Feiert ein Kind seine Einschulung, sind die Eltern sehr stolz auf es. Doch mit Eintritt in den Schulalltag ist leider die Problematik der Kinderbetreuung nicht automatisch erledigt. Während viele Kindertageseinrichtungen bis nachmittags die Kleinen betreuen, haben Schulkinder im Grundschulalter in der Regel bereits mittags Schulschluss. Es sei denn, sie besuchen eine der wenigen Ganztagsschulen. Das erleichtert die Kinderbetreuung für alle berufstätigen Eltern natürlich nicht besonders.
Glücklicherweise gibt es für diese Situationen den Schulhort. Schulpflichtige Kinder bis zur vierten Klasse, teils auch bis zum vollendeten 14. Lebensjahr, können diesen besuchen. Vorausgesetzt sie erhalten einen der begehrten Plätze. Außerhalb der Schulzeiten ist so für viele Kinder eine qualitative Betreuung gesichert. Viele Kinderhorte bieten bereits vor der Schule einen Frühhort an, der insbesondere für berufstätige Eltern, die sehr früh mit der Arbeit beginnen, gedacht ist. Nach der Schule haben die Kinder in einem Großteil der Horte die Möglichkeit, ein gesundes und warmes Mittagessen zu sich zu nehmen und bis in den Nachmittag hinein im Kinderhort zu bleiben. Manche Horte öffnen sogar bis 18 Uhr. Auch während der Ferienzeiten bietet ein Kinderhort die Gelegenheit, die Kinder in der schulfreien Zeit sinnvoll zu beschäftigen und betreut zu wissen.
Für Schulhorte gibt es verschiedenste Träger. Je nach Ort, Dauer der Betreuung und Gebührenordnung schwanken die Kosten für einen Hort. Meist liegen sie jedoch zwischen 70 und 150 € pro Monat, hinzu kommt das Essengeld. Horte sind entweder direkt einer Schule angeschlossen, haben aber eigene Räumlichkeiten oder gehören in das Portfolio von Kindertagesstätten mit zugehörigen Krippen und Horten. Eines haben sie jedoch alle gemeinsam. Ein Schulhort ist eine Kindertagesbetreuung, die als Ergänzung zum Familienleben gesehen werden sollte. Sie ersetzt nicht die Familie, sondern ist ein positives Beiwerk dafür. Ein Kinderhort hat immer einen Betreuungsauftrag und extra noch einen
Bildungs- und Erziehungsauftrag. Um dies zu gewährleisten, ist Fachpersonal nötig. Meist sind dies Erzieherinnen, Sozialpädagogen oder Erziehungshelfer.
Sie sorgen also nicht nur für die Betreuung, sondern kümmern sich auch um die Persönlichkeitsentwicklung der Kinder und deren Förderung. Neben der klassischen Hilfestellung bei den Hausaufgaben ist das Aufgabengebiet der Betreuer weit umfangreicher. Sie fördern soziale Kontakte und bieten Konfliktlösungsansätze. Hortbetreuer schulen die Kinder im Umgang mit unterschiedlichen Medien, beschäftigen sich mit Suchtprävention und begleiten die Kinder beim Lernen. Nicht nur im Bildungsbereich der Schule, sondern auch beim Einhalten von Regeln und im Verarbeiten von Erlebnissen und Eindrücken.
Um eine qualitativ hochwertige Hortbetreuung zu gewährleisten, ist eine enge Zusammenarbeit zwischen den Schulen, den Eltern und dem Kinderhort von Nöten und unerlässlich. Leider funktioniert diese Kooperation nicht immer vernünftig. Kompetenzgerangel, unterschiedliche Auffassungen von Lehrern und Erziehern, versetzte Arbeitszeiten und mangelnde Kommunikation zwischen allen Parteien erschweren in manchem Schulhort den Bildungsauftrag der Erzieher. Klappt die Zusammenarbeit hingegen, findet ein reger Austausch zwischen allen zum Vorteil des Kindes statt. Die Eltern werden dann zum Beispiel durch Elterngespräche, Elternabende und Projekttage in das Hortleben ihrer Kinder integriert. Nur so ist es möglich, eine ganzheitliche Betreuung der Kinder mit allen dazugehörigen Facetten zu ermöglichen und den Schulhort nicht als pure Tagesbetreuung mit reinem "Aufpass-Charakter" verkommen zu lassen.
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