Reggio Kindergarten - Was ist das?
Reggio Kindergarten
Foto: © Barefoot
Auch beim Konzept des Reggio Kindergartens basiert die gesamte Pädagogik auf der Kreativität und dem natürlichen Forschungsdrang der Kinder. Das Wissen, das man ein Kind nur dann fördern kann, wenn man bereit ist, es zu verstehen, macht Erzieher zu Vertrauten. Genau hier liegt auch ein wesentlicher Unterschied bezüglich anderen Kindergartenmodellen - ein Erzieher sieht sich nicht als Erzieher, sondern als Begleiter. So fühlt sich das Kind wohl, denn man hört ihm zu, ist für ihn auf Augenhöhe, agiert quasi als Partner und doch unterstützt man es und gibt Anregungen.

Es mag im ersten Moment konzeptionslos klingen, wenn man sagt, dass die Reggio-Pädagogik Mut und Improvisation über eine statische Planung stellt, doch genau so wird eines der Hauptziele, nämlich die Lernbereitschaft, den Wissensdurst und Forscherdrang, der Kinder erhalten.

In der Praxis sieht das so aus: Sind die Kinder unter freiem Himmel und haben eine Frage, die
sich nicht auf die eigentliche Idee bezieht, gehen die Erzieher darauf ein und erarbeiten die Lösung - auch wenn es die geplante Aktion völliger über den Haufen wirft. Durch das Beobachten der Kinder erkennen die Pädagogen, wofür sie sich an diesem Tag interessieren und fordern sie entsprechend. Auf diese Art kann ein Projekt, was vielleicht nur für einen halben Tag gedacht war, eine ganze Woche dauern und ein anderes schon nach kurzer Zeit im Sande verlaufen. Manchmal entwickeln sich auch solche Projekte aus einem Gespräch heraus.

Das Lernen und das Lehren findet überwiegend künstlerisch statt. Man schlüpft in Kostüme, agiert vorm Spiegel, malt, bastelt und musiziert, einzeln oder in Gruppen - und entdeckt so gemeinsam sich selbst, die Umwelt und beginnt, daran zu reifen.

Ein wichtiger Bestandteil der Erziehung ist auch das Raumkonzept: So sieht man den Raum reggianisch als "Pädagogen". Denn ein Raum kann Geborgenheit schenken, Mut machen - solche Räume können auch Ecken sein - eben alles, was Raum schafft.

Trotz allen augenscheinlichen Freiheiten und Verschmelzungen gibt es fünf wesentliche Reggio Punkte:
  • Das offene Bild vom Kind, sich auf seine Umwelt einzulassen.
  • Forschend zu lernen und zu entdecken.
  • Begleiter, statt Erzieher zu sein.
  • Projekte aus den Gegebenheiten zu entwickeln.
  • Sinnliche und gegenständliche Dokumentation und Auswertung von Projekten.


weitere Kindergartenmodelle:
- Der Kneipp Kindergarten
- Freinet Kindergarten - Hier können sich Kinder frei entfalten.
- integrativer Kindergarten - Gruppen mit behinderten Kindern
- Montessori Kindergarten
- offener Kindergarten - Hier gibts es keine Gruppen.
- spielzeugfreier Kindergarten - Wirklich ganz ohne Spielsachen?
- Waldorf Kindergarten

- Kind hat Angst vor dem Kindergarten - Was tun?

 
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