Wenn Kinder Gegenstände verschlucken

Babys und Kleinkinder stecken alles in den Mund, was ihnen in die Quere kommt. Da werden die eigenen Finger erkundet, die Füße mit dem Mund erforscht und das Spielzeug wandert
Mädchen beim Spielen
Die Spielsachen sollten groß genug sein, damit Kinder sie
nicht verschlucken können - Foto: © DURIS Guillaume
ebenfalls dorthin. Alles im grünen Bereich. Doch leider geht der Forscherdrang der Kleinen soweit, dass sie auch Teile in den Mund nehmen, an denen sie sich verschlucken können. Immer wieder wird davor gewarnt, in einem Haushalt mit einem Baby oder Kleinkind kleine Gegenstände (wie etwa Perlen, Briefklammern, Münzen) offen herumliegen zu lassen. Die meisten Eltern halten sich daran und achten darauf, dass verschluckbare Kleinteile nicht in Reichweite der Kinder liegen. Dennoch: irgendwann entgeht unserem wachsamen Auge etwas und kaum haben wir uns versehen, hat es unser Nachwuchs verschluckt. Beim Thema Verschlucken denken die meisten Eltern nur an kleine Gegenstände. Aber ein Kind kann sich auch an Lebensmitteln verschlucken. Besonders ganze Nüsse, Karottenstücke oder ein Stück Apfel können ihm zum Verhängnis werden. Ist es passiert und unser Kind hat sich verschluckt, so stellt sich die Frage: was tun?

Mein Kind hat was verschluckt - Muss man gleich zum Arzt?
Zuerst einmal: bewahren Sie die Ruhe! Sicher sind Sie furchtbar aufgeregt und machen sich
große Sorgen. Doch wenn Sie jetzt in Stress geraten, dann schaden Sie Ihrem Kind mehr als Sie ihm damit helfen. Durch Ihre Angst kann Ihr Kind erst recht Panik bekommen und die ganze Sache dadurch noch verschlimmern.

Wie Sie auf das Verschlucken eines Gegenstandes reagieren, das hängt maßgeblich von der Substanz ab, die Ihr Kind verschluckt hat und wie es ihm dabei geht. Ein Kind was zu ersticken droht, braucht sofort Erste Hilfe. Aber ein Kind, was seelenruhig verkündet, dass es eben 3 Perlen verschluckt hat, mit dem braucht man nicht sofort zum Arzt zu fahren. Hier kann man abwarten, bis die Teile den Körper auf natürlichem Wege wieder verlassen. Vorausgesetzt natürlich, dem Kind geht es gut und es klagt über keine Beschwerden.

Erste Hilfe bei Aspiration
Doch was ist zu tun, wenn das Kind offenbar an Atemnot leidet, weil der verschluckte Gegenstand die Luftröhre blockiert? Oder wenn die Atmung pfeifend ist und das Kind quälende Hustenattacken hat? Als Sofortmaßnahme gilt: legen Sie Ihr Kind mit herabhängendem Oberkörper über Ihr Bein oder über Ihren Arm. Ganz wichtig ist der herabhängende Oberkörper, denn die Schwerkraft wird uns helfen, den Gegenstand ans Tageslicht zu befördern. Klopfen Sie nun mehrmals mit der flachen Hand zwischen die Schulterblätter des Kindes. Um den verschluckten Gegenstand in Richtung Mund zu bewegen, bedarf es einer gewissen Intensität des Klopfens. Also sind Sie bitte nicht zu zaghaft! Die Situation kann so dramatisch sein, dass es auf Ihr schnelles, richtiges Handeln ankommt! Hat das Klopfen keinen Erfolg, so müssen Sie umgehend den Notarzt rufen! Bis zum Eintreffen des Arztes versuchen Sie weiter, den verschluckten Gegenstand zu lösen. Droht das Kind zu ersticken, so kann der so genannte "Heimlich-Handgriff" angewendet werden. Er ist nach seinem Erfinder benannt und darf nur in äußersten Notfällen angewandt werden, da es bei einer falschen Technik zu inneren Verletzungen kommen kann. Beim Heimlich-Handgriff wird durch ein kräftiges Drücken der Faust bzw. der Hand in Richtung des Zwerchfells des Kindes ein künstlicher Hustenstoß ausgelöst.

Eltern sind häufig unsicher, wenn Sie oben genannte Techniken einsetzen müssen und haben
Angst, im Notfall nicht richtig zu reagieren oder durch falsche Handgriffe ihrem Kind zu schaden. Viele Vereinigungen bieten inzwischen Erste-Hilfe-Kurse speziell für Personengruppen an, die Kinder betreuen. Ein solcher Kurs ist die Grundlage für korrektes handeln bei Notfällen, welche sich mit Kindern leider nicht immer vermeiden lassen. Im Interesse Ihres Kindes ist der Besuch eines solchen Kurses zu empfehlen. Sie werden sicherer werden und im Fall der Fälle genau wissen, wie Ihrem Kind zu helfen ist. Erste Hilfe leisten kann Leben retten - halten Sie sich das immer vor Augen!
Text: K. L.

[Bei Fragen wenden Sie sich bitte an einen Arzt Ihres Vertrauens! Wir geben hier nur allgemeine Hinweise!]

Was Kinder noch alles verschlucken können:
  • Kleine Spielzeugteile (z.B. aus dem Überraschungsei)
  • Murmeln
  • Legosteine
  • Knöpfe
  • Nadeln
  • Weintrauben
  • Schokolinsen
  • Gummibärchen

  • Besonders in der oralen Phase beim Baby sollten Sie darauf achten, dass keine Kleinteile in der Wohnung rumliegen!

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    Vergiftungen bei Kindern Bunte Pillen, farbige Beeren, auffallende Blüten, Flüssigkeiten in Flaschen oder einfach Papis Zigarette - Stoffe, welche die Neugier bei Kleinkindern wecken und einige Gefahren bergen. Das zeigt sich jährlich in der Statistik für Vergiftungen. Rund 100.000 Fälle von Vergiftungen bei Kindern sind dort verzeichnet. Annähernd 20 bis 40 Mal führt der Genuss giftiger Stoffe zum Tod. Besonders gefährdet sind Sprösslinge im Alter zwischen zehn Monaten und sechs Jahren. Sie stecken gerne Dinge in den Mund, die dort nicht hineingehören.
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    Mit dem Kind zum Arzt Eltern sind nicht unbedingt begeistert, wenn es notwendig wird, mit dem Kind einen Arzt aufzusuchen. Zum einen ist es immer schwer, wenn das eigene Kind krank ist und man als Elternteil einfach nur mit ihm leidet. Zum anderen ist es immer mit ziemlich viel Aufwand und Stress verbunden.
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