Ein kleiner Piekser mit großer Wirkung - Impfung für Kinder

Impfung für Kinder
Foto: © Dmitry Naumov
Als Eltern steht man in der verantwortungsvollen Position, über bestimmte Aspekte der Gesundheit für seine Kinder Entscheidungen treffen zu müssen. Diese sind nicht immer einfach, aber notwendig. Gerade beim Thema Impfungen scheiden sich die Geister. Was ist sinnvoll, was überflüssig? Braucht mein Kind überhaupt Impfungen oder ist es nicht besser, es durchlebt die Krankheiten?

Fakt ist eines: Dank der guten medizinischen Versorgung in Deutschland sind Erkrankungen wie Polio, Diphterie oder Tetanus bei geimpften Menschen quasi nicht mehr vorhanden. Dennoch schrecken viele Eltern aus Angst vor den Nebenwirkungen der verschiedenen Inhaltsstoffe vor den Impfungen ihrer Kinder zurück. Die Unsicherheit ist verständlich, Impfbefürworter und Impfgegner haben jeweils ihre eigenen Thesen. Welche man für sich als treffend empfindet, muss natürlich jeder für sich entscheiden und auch mit den jeweiligen Konsequenzen leben, seien es nun die Folgen durch Impfschäden oder die Folgen der Erkrankung selbst.

Die Wirkungsweise einer Impfung ist hochkomplex. Vereinfacht gesagt funktioniert sie folgenderweise. Dringen Erreger in den Körper ein, bildet der Körper gegen den Erreger
Antikörper, die ihn bekämpfen sollen. Damit der Körper geschützt ist, wird er mit abgeschwächten Erregern oder Teilen des Erregers in Kontakt gebracht. Die daraufhin gebildeten Antikörper werden im Falle einer Infizierung sofort wirksam, bevor die Krankheit ausbricht. Der Körper ist immunisiert. Je nach Impfstoff wird zwischen aktiver und passiver Immunisierung unterschieden. Häufiger ist die aktive. Bei ihr werden entweder Lebendimpfstoffe oder Todimpfstoffe eingesetzt. Lebendimpfstoffe enthalten abgeschwächte aber noch lebende und vermehrungsfähige Erreger, die die Krankheit aber nicht auslösen. Bei Todimpfstoffen sind diese Erreger abgetötet oder sie enthalten nur noch geringste Bruchstücke des ursprünglichen Keimes. Bei passiven Impfungen werden dem Körper direkt die Antikörper verabreicht. Die Wirkdauer einer Passivimpfung dauert nur wenige Wochen oder Monate, daher wird sie nur im Notfall eingesetzt, wenn bereits ein Kontakt mit der Krankheit stattgefunden hat.

Bei bestimmten Impfungen sind nach einer Grundimmunisierung regelmäßig Auffrischungsimpfungen notwendig. Dabei wird nur eine geringe Dosis einmal verabreicht, und ein Schutz besteht wieder für einige Jahre. Um eine Grundimmunisierung zu erreichen, können auch mehrere Gaben eines Impfstoffes notwendig sein, besonders im Säuglingsalter. Um den Überblick nicht zu verlieren, gibt die Ständige Impfkommission (STIKO) regelmäßig Empfehlungen in Form eines Impfkalenders aus.

Lebensalter: Impfung gegen:
Ab dem 3. Monat Beginn der Grundimmunisierung gegen: Diphtherie, Keuchhusten, Tetanus, Haemophilus-influenzae - Typ b, Kinderlähmung, Hepatitis B
Diese sind auch in einer Kombinationsimpfung möglich
Meningokokken C

Ab dem 13. Monat Fortsetzung der Grundimmunisierung gegen: Diphtherie, Keuchhusten, Tetanus, Haemophilus-influenzae - Typ b (Hib), Kinderlähmung, Hepatitis
Evtl. Hepatitis A und B, wenn nicht bereits im Kombiimpfstoff der Grundimmunisierung Hep. B enthalten war
Evtl. Windpocken, wenn noch keine Erkrankung bis zum zweiten Lebensjahr erfolgte

Ab dem 6. Lebensjahr Auffrischungsimpfung Diphtherie, Keuchhusten, Tetanus
Zweitimpfung Masern-Mumps-Röteln als Kombiimpfung

Ab dem 10. Lebensjahr Evtl. - Windpocken, wenn noch keine Erkrankung bis dahin erfolgte

Ab dem 11. Lebensjahr Auffrischungsimpfung von Kinderlähmung
Auffrischungsimpfung von Tetanus-Diphtherie

2. -18. Lebensjahr Hepatitis B, evtl. als Kombinationsimpfung mit Hepatitis A in einer Grundimmunisierung mit 3 Injektionen

Aller 10 Jahre Auffrischungsimpfung Tetanus-Diphtherie
Auffrischungsimpfung Kinderlähmung

Mediziner empfehlen zum Großteil wenigstens die Grundimmunisierung von Tetanus, Diphtherie, Polio, Masern, Mumps und Röteln, sowie Hib. Bei den Impfungen wie FSME
(Frühsommer - Meningoenzephalitis), Windpocken, Hepatitis A und B, Meningokokken oder Pneumokokken bleibt abzuwägen, inwiefern das Kind wahrscheinlich mit den Erregern Kontakt haben wird. Reist ein Kind zum Beispiel viel mit seinen Eltern in südliche Länder, in denen man vor Hepatitis A warnt, kann eine Impfung wirklich sinnvoll sein. Oder wohnt man in Gegenden, in denen die Gefahr durch Zeckenbisse eher gering ist, sollte man abwägen, ob das Kind gegen FSME geimpft werden soll.

Einen hundertprozentigen Schutz gibt es auch durch eine Impfung nicht. Die Wahrscheinlichkeit zu erkranken, sinkt aber drastisch. Bricht die Krankheit dennoch aus, verläuft sie meist harmloser als sie es ohne Impfung wäre. Heute noch sterben in vielen armen Ländern der Erde Kinder an Krankheiten, die bei uns als ausgerottet gelten, nur weil sie keine Impfungen erhalten haben. Egal ob man nur zur Fraktion der Impfbefürworter gehört oder nicht, die Verantwortung dafür tragen die Eltern der Kinder selbst.

[Bei Fragen wenden Sie sich bitte an einen Arzt Ihres Vertrauens! Wir geben hier nur allgemeine Hinweise!]

Was kann man tun, wenn das Kind Angst vor dem Impfen hat?

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