Eltern sind nicht unbedingt begeistert, wenn es notwendig wird, mit dem Kind einen Arzt aufzusuchen. Zum einen ist es immer schwer, wenn das eigene Kind krank ist und man als Elternteil einfach nur mit ihm leidet. Zum anderen ist es immer mit ziemlich viel Aufwand und Stress verbunden. Wie wird das Kind reagieren? Habe ich auch nichts vergessen? Hoffentlich ist die Wartezeit diesmal kurz.
Für die Kinder wiederum ist es eine besondere Situation. Sie spüren genau, wenn die Eltern beunruhigt sind und empfinden es sehr sensibel, sollten ihre Eltern sie anlügen. Zum Beispiel wenn die Mutter sagt, es ist gar nicht schlimm und wird auch nicht weh tun, obwohl eine solche Situation zu erwarten ist. Eine wichtige Aufgabe vor dem Besuch beim Arzt ist also, das Kind so weit wie es die Lage versteht, über die Behandlung aufzuklären. Lügen würde nur das zukünftige Vertrauen des Kindes in die Aussagen der Eltern trüben.
Ist Ihr Kind ernsthaft krank und haben Sie die Befürchtung, eine Information beim Vorstellen des Kindes zu vergessen, notieren Sie sich ruhig Ihre Infos und Fragen an den Arzt. Wie hoch war das Fieber, wann begann es, wie oft hat es vielleicht erbrochen, was kann es an Essen zu sich nehmen usw.! Gut vorbereitet in der Arztpraxis zu erscheinen, erspart einem unter anderem auch einigen Stress. Zum Beispiel bei der Wartezeit. Ein vertrautes Buch oder das Lieblingsspiel des Kindes verkürzen gefühlt das Warten auf den Arzt. Vielleicht darf ja auch das Lieblingskuscheltier mit und dem Kind als Tröster zur Seite stehen. Vergessen Sie nicht wenn nötig, die wichtigen Unterlagen wie das U - Heft, den Impfausweis oder Berichte und Untersuchungsergebnisse weiterer Ärzte mitzunehmen. Gerade wenn man mit ganz kleinen Kindern zum Kinderarzt muss, darf eine Decke für die kalte Untersuchungsliege oder eine Stoffwindel, zum Beispiel zum Wiegen für Babys, nicht in der Tasche fehlen. Für lange Wartezeiten ist auch ein kleiner Snack oder etwas zu trinken ganz sinnvoll, um sich ein langes Nörgeln des eh schon weinerlichen Kindes zu ersparen. Für die ganz Kleinen ist es extra noch praktisch, Windeln oder für die Zeit
des Trockenwerdens Wechselwäsche mit in die Praxis zu nehmen, um schlimmeren Überraschen entgegenzustehen.
Versuchen Sie einen Kinderarzt zu finden, dem auch Sie vertrauen und der Ihnen sympathisch ist. Das Kind wird Ihre Sicherheit spüren. Es ist aber auch ganz gut, wenn Ihr Kind zu dem Arzt eine Vertrautheit entwickelt - sofern das natürlich möglich ist. Die meisten Kinderärzte haben von Natur aus ein Gespür für Kinder und wissen auf Grund ihrer langen Erfahrung auch, wie sie am besten an sie herankommen. Stellt sich das Kind dennoch völlig quer und verweigert trotz allem die Behandlung, bleibt den Eltern nichts anderes übrig, als möglichst liebevoll aber konsequent dem Kind klar zu machen, dass es keine Alternative gibt. Oftmals reicht es schon, wenn sich das Kind bei Mama oder Papa auf den Schoß setzen darf während der Untersuchung und deren Nähe ihnen Sicherheit gibt. Hilft auch das nicht, sollten die Eltern es auf dem Schoß sitzend festhalten um Verletzungen durch plötzliche Bewegungen des Kindes während der Untersuchung zu verhindern. Bereiten Sie das Kind auf die Untersuchung vor, erklären Sie ihm, was passiert. Zum Beispiel, gleich wird es etwas pieken. Das funktioniert besser als die alte Überrumplungstaktik. Kinder vergessen nicht so schnell etwas. Nicht nur das Schlechte bleibt ihnen in Erinnerung. Auch das Gute. So beispielsweise, dass es beim Arzt als Belohnung für den kleinen Piekser ein Gummibärchen oder ein kleines Bild gibt. Oder dass Mama oder Papa als Belohnung für tapfere Kinder eine lange Geschichte vorlesen, es ein kleines Geschenk gab oder die Oma einmal mit ihm in die Eisdiele gehen wird.
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