Bunte Pillen, farbige Beeren, auffallende Blüten, Flüssigkeiten in Flaschen oder einfach Papis Zigarette - Stoffe, welche die Neugier bei Kleinkindern wecken und einige Gefahren bergen. Das zeigt sich jährlich in der Statistik für Vergiftungen. Rund 100.000 Fälle von Vergiftungen bei Kindern sind dort verzeichnet. Annähernd 20 bis 40 Mal führt der Genuss giftiger Stoffe zum Tod. Besonders gefährdet sind Sprösslinge im Alter zwischen zehn Monaten und sechs Jahren. Sie stecken gerne Dinge in den Mund, die dort nicht hineingehören.
Gefahren lauern nicht nur im Haushalt
Die Gefahren lauern etwa in Küche, Bad, Garage, Keller, Wohnzimmer und im Garten oder auf Kinderspielplätzen. Geschirrspülmittel, Reiniger, Kosmetikartikel, Farben, Klebstoffe, Unkrautvernichtungsmittel, Mittel zur Schädlingsbekämpfung, aber auch Medikamente, Zigaretten oder Alkohol - um nur einige Beispiele zu nennen - können Vergiftungen auslösen.
Vergiftungen passieren häufig in der warmen Jahreszeit
Auch im Garten oder auf dem Spielplatz gibt es Gefahren für die Knirpse. Besonders im Frühjahr und im Sommer wecken viele Pflanzen die Neugierde. Nicht nur Blätter und Äste, besonders auch Beeren und Samen locken die Bambini an. Schnell landet eine Beere der Tollkirsche, des Bittersüßen Nachtschattens oder des Seidelbastes - um nur einige Giftpflanzen zu nennen - im Mund.
Vergiftungserscheinungen sind vielfältig - Spätfolgen möglich
Die Symptome bei einer Vergiftung sind vielfältig. Sie reichen beispielsweise von Übelkeit, Erbrechen und Durchfall über Bauchschmerzen, Bewusstseinsstörungen, Hautrötungen bis hin zur Bewusstlosigkeit, Atemnot und im schlimmsten Fall bis zum Herz-Kreislauf-Stillstand. Als Spätfolgen können Nervenschäden oder Schädigungen des Gehirns, der Nieren oder Leber vorkommen.
Keine Panik verbreiten - cool bleiben!
Hat sich ein Kind vergiftet, heißt es cool bleiben, nicht schimpfen und sofort den Notarzt rufen. Anschließend sollte man sich mit der Giftnotrufzentrale in Verbindung setzen. In Deutschland erhält man Rat unter der Rufnummer 030/19240, in Österreich unter +43 1/406 4343, in der Schweiz unter +41 1/25 15151. Dort werden Angaben über den Betroffenen, den Stoff, der
eingenommen wurde, die Menge und wie es eingenommen wurde - etwa über die Haut, den Mund oder die Atemwege - abgefragt. Auch der Zeitpunkt der Einnahme, das Alter, das Gewicht und der Zustand des Kleinen sind beim Gespräch mit der Giftnotrufzentrale von Wichtigkeit. Abschließend sollte der Name und eine Telefonnummer für den Rückruf angegeben werden.
Erste Hilfe bei Vergiftungen
Danach leisten Sie Erste Hilfe. Führen Sie keinesfalls das Erbrechen herbei. Sollte es zum Erbrechen kommen, achten Sie darauf, dass das Erbrochene nicht in die Atemwege gelangt. Kontrollieren Sie den Puls und die Atmung. Kommt es zur Bewusstlosigkeit, wenden Sie die stabile Seitenlage an. Setzt die Atmung aus, beatmen Sie; setzt das Herz aus, machen Sie eine Herzdruckmassage. Im Übrigen befolgen Sie die Anweisungen, die Sie von der Giftnotrufzentrale erhalten haben.
Vorsorge ist besser als Nachsorge
Damit es erst gar nicht soweit kommt, sollte man vorbeugen und die Kinder frühzeitig auf die Gefahren in Haus und Hof aufmerksam machen und sie dafür sensibilisieren. Außerdem sollten die giftigen Substanzen und Pflanzen außerhalb der Reichweite der Zwerge aufbewahrt beziehungsweise gepflanzt werden. Und last not least hilft das regelmäßige Auffrischen der Erste-Hilfe-Kenntnisse. Und weil sich Kinder nicht ständig beaufsichtigen lassen, sollten für alle Fälle die Notrufnummern stets griffbereit sein.
[Bei Fragen wenden Sie sich bitte an einen Arzt Ihres Vertrauens! Wir geben hier nur allgemeine Hinweise!]
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