Komplikationen bei der Geburt

Komplikationen bei der Geburt
Nach einigen Komplikationen endlich auf der Welt
Foto: © graphypubdiff

Inhaltsverzeichnis für diesen Artikel:

Geburtskomplikationen im Überblick

Alle werdenden Mütter wünschen sich eine komplikationslose Geburt - nach Möglichkeit ohne den Einsatz von medizinischen Interventionen wie Wehentropf oder Wehenhemmer.

Und auf Saugglocke, Geburtszange oder sogar einen Kaiserschnitt können die meisten Gebärenden wohl auch gern verzichten. Doch leider kommt es in manchen Fällen vor oder während der Geburt zu Komplikationen, welche die Vorstellung der werdenden Mutter von einer natürlichen Entbindung mit einem Schlag zu Nichte machen. Manche Geburtskomplikationen sind eher harmloserer Natur, andere wiederum bringen Mutter und/oder Baby in Lebensgefahr. Im Folgenden ein kleiner Überblick über mögliche Komplikationen bei der Geburt.

Wehenschwäche/ zu seltene Wehen/ Geburtsstillstand

Zu schwache Wehen reichen nicht aus, um dem Baby den Weg auf die Welt zu ermöglichen. Greifen unterstützende Maßnahmen wie umherlaufen oder Massagen nicht, so wird der Arzt mittels eines Wehentropfes versuchen die Wehentätigkeit anzuregen. Steckt das Baby bereits im Geburtskanal fest, so kommt häufig eine Saugglocke oder eine Geburtszange zum Einsatz. Für diese Eingriffe ist ein größerer Dammschnitt notwendig. Eventuell ist im Falle eines Geburtsstillstandes auch ein Kaiserschnitt indiziert.

Lageanomalien beim Baby

Normalerweise dreht sich ein Baby gegen Ende der Schwangerschaft in seine richtige Geburtsposition, so dass es mit dem Köpfchen voran nach unten drängt. Manche Babys halten sich aber nicht daran und liegen quer beziehungsweise hocken sogar in der Gebärmutter. Einige erfahrene Mediziner versuchen bei einer Beckenendlage eine normale Geburt. Andere Ärzte raten der werdenden Mutter gleich zu einem Kaiserschnitt. Bei einer Querlage führt leider kein Weg an der Schnittentbindung vorbei.

Schlechte Herztöne beim Baby

Mittels eines Cardiotokogrammes (CTG) werden die Herztöne des Ungeborenen überwacht. Durch den Geburtsstress kann es zu einer Verschlechterung der kindlichen Herztöne kommen, welche ein schnelles Ende der Geburt erfordern. In solch einem Fall wird dann ein Notkaiserschnitt erforderlich sein.

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Notwendigkeit eines Dammschnittes

Gibt das mütterliche Gewebe am Damm unter der Geburt nicht genügend nach oder schafft es das Baby nicht aus eigener Kraft den Scheidenausgang zu überwinden, so kann ein Dammschnitt notwendig werden. Es gibt verschiedene Arten von Dammschnitten und alle haben das selbe Ziel: das Baby schnell auf die Welt zu holen.

Notwendigkeit eines Kaiserschnittes

Ein Kaiserschnitt kann geplant oder ein Notfall sein. Geplante Kaiserschnitte werden zum Beispiel bei einem Missverhältnis zwischen mütterlichen Becken und der Größe des Kindes oder bei einer Lageanomalie des Babys durchgeführt. Manchmal kommt es aber auch unter der Geburt zu einem Notkaiserschnitt, etwa dann, wenn die kindlichen Herztöne absacken oder wenn die Wehen der Mutter für eine natürliche Entbindung nicht ausreichen.

Nabelschnurvorfall

Ein Nabelschnurvorfall ist mit das Schlimmste, was unter der Geburt passieren kann. Sitzt das Köpfchen noch nicht fest im Becken, so kann es passieren, dass die Nabelschnur vor den kindlichen Kopf fällt und das Baby darauf drückt. Das bedeutet Lebensgefahr für das Baby, da es sich quasi selbst die Sauerstoffversorgung abdrückt. Zum Glück kommt diese Komplikation, die ebenfalls einen sofortigen Kaiserschnitt erfordert, nur bei etwa 0,3 Prozent aller Geburten vor.

Fruchtwasserembolie

Die Fruchtwasserembolie gehört genau wie der Nabelschnurvorfall zu den lebensgefährlichen Geburtskomplikationen. Bei einer Fruchtwasserembolie gelangt Fruchtwasser in den mütterlichen Blutkreislauf, in Folge dessen es zu einer Verlegung der Gefäße in den Lungen kommt. Diese Komplikation ist äußerst selten (etwa 1:50.000) und erfordert sofortige intensivmedizinische Behandlung.

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Starke Blutungen während der Geburt

Kommt es zu starken Blutungen während der Geburt, so kann dies verschiedene Ursachen haben - angefangen von der vorzeitigen Plazentaablösung bis hin zur Uterusruptur. Hier wird mit Medikamenten und geburtshilflichen Maßnahmen wie Kaiserschnitt, Saugglocke oder Zange versucht, die Geburt so schnell wie möglich zu beenden und das Baby zu retten.

Todgeburt

Es ist schwierig dieses Thema anzuschneiden. 0,25 bis 1 Prozent aller Schwangerschaften enden mit einer Todgeburt. Manchmal ist das Baby bereits im Mutterleib verstorben und manchmal kommt es erst während der Geburt zu diesem schrecklichen Ereignis. Psychologisch gut geschultes Klinikpersonal steht dann vor der schweren Aufgabe, die erste Trauer der Eltern aufzufangen und ihnen die Möglichkeit zum Abschied von ihrem Baby zu geben.

Diese Informationen sollen Sie keinesfalls beängstigen, sondern Sie nur über mögliche Komplikationen bei der Geburt informieren. Durch moderne Überwachungsmöglichkeiten vor und unter der Geburt sind Geburtskomplikationen relativ selten geworden, so dass die allermeisten Geburten völlig ohne Probleme ablaufen.
Text: K. L.

[Bitte beachten Sie: Unsere Artikel können nicht den Rat eines Arztes ersetzen. Bei gesundheitlichen Problemen wenden Sie sich bitte immer an einen Arzt Ihres Vertrauens!]

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