Allseits gute Fahrt - Sicherheit durch Autokindersitz
Die Sicherheit Ihrer Kinder liegt Eltern nicht ohne guten Grund so sehr am Herzen. Will man heute als Eltern mobil sein, dann muss man sich wohl oder übel zwangsläufig mit dem Thema Kindersitze im Auto beschäftigen. Die Angebotspalette ist groß und unübersichtlich. Der Kauf fällt einem aber deutlich leichter, wenn man weiß, worauf man achten muss.
Bereits seit 1993 sind Kindersitze in Fahrzeugen mit Rückhaltesystemen zur Pflicht geworden. Alle Kinder bis zum 12. Lebensjahr und einer Körpergröße kleiner als 1,5 Meter müssen mit einer zugelassenen Rückhalteeinrichtung gesichert werden. Seit dem 8. April 2008 wurden die Sicherheitsvorschriften sogar noch verschärft. Seither dürfen Kindersitze ohne Prüfzeichen bzw. mit dem Prüfzeichen ECE 44/01 oder ECE 44/02 nicht mehr zur Sicherung der Kinder verwendet werden. Besonders beim Kauf älterer Kindersitze sollte man daher auf das orangefarbene Etikett schauen. Steht darauf das Zeichen ECE 44/03 oder ECE 44/04 ist der Sitz für den Gebrauch und Verkauf zugelassen.
Entscheiden Sie sich dafür, ein gebrauchtes Modell zu erwerben, so ist es um so wichtiger, außerdem noch die Herkunft des Sitzes genau zu kennen. Ist dies nicht der Fall, können Sie nicht wissen, ob es sich eventuell um einen Kindersitz mit einem Unfallschaden handelt. Vielleicht verkaufen ja Verwandte, Freunde oder Bekannte gerade den zu klein gewordenen Sitz ihrer Sprösslinge. Geld sparen ist praktisch, jedoch nicht immer der sicherste Weg.
Je nach Alter und Gewicht des Kindes sind unterschiedliche Sitze von Nöten. Die Einteilung dieser erfolgt nach sogenannten Gewichtsklassen:
Gewichtsklasse 0: 0 - 10 kg (entspricht ca. einem Alter von 0 - 9 Monate) Gewichtsklasse 0+: 0 - 13 kg (entspricht ca. einem Alter von 0 - 1 ½ Jahre) Gewichtsklasse I: 9 - 18 kg (entspricht ca. einem Alter von 8 Monaten bis max. 4 Jahre) Gewichtsklasse II: 15 - 25 kg (entspricht ca. einem Alter von 3 ½ - 7 Jahren) Gewichtsklasse III: 22 - 36 kg (entspricht ca. einem Alter von 6 - 12 Jahren)
Für alle Gewichtsklassen gibt es zwei Varianten, den Kindersitz im Auto zu befestigen. Entweder Sie sichern den Sitz mit dem normalen 3 - Punkt - Gurt oder mit der Isofix - Vorrichtung Ihres
Wagens. Nicht alle PKW verfügen über besagte Vorrichtung. Eher die neueren Modell bieten diese Zusatzeinrichtung an, die im Vergleich zur normalen Befestigen mit dem Gurt deutlich sicherer ist, da sie im Auto fest verankert wird. Diesen Luxus lassen sich die Hersteller natürlich auch bezahlen. Im Handel sind Sitze mit Isofix Kompatibilität deutlich preisintensiver als Sitze mit Gurtbefestigung. Jeder Hersteller von Kindersitzen gibt für sein Produkt an, welche PKW Typen für den Sitz passend sind.
Die meisten Eltern steigen mit einer Babyschale der Sitz - Gewichtsklasse 0+ ein. Sie wird gegen die Fahrtrichtung im PKW befestigt. Hat die Babyschale noch einen Sitzverkleinerer, dann ist der Kopf Ihres Babys in den ersten Monaten noch besser gesichert. Hohe Wangen und eine tiefe Sitzmulde sorgen für optimalen Schutz beim Seitenaufprall. Manche Hersteller haben die Babyschalen so designed, dass sie auch als "Babywippe" fungieren können. Da das Geschaukel im Auto sich schon mal negativ auf Babys Magen auswirken kann, sind abnehmbare und waschbare Bezüge ein Muss. Eltern die mit Babyschale zu Fuß unterwegs sind, kennen das Gefühl, Ihre Arme würden von dem Gewicht immer länger werden. Dagegen haben die klugen Köpfe der Hersteller mittlerweile Fahrgestelle für Babyschalen auf den Markt gebracht.
Achtung: Bringen Sie die Babyschale niemals auf einem Sitz mit Airbag an, dies kann unter Umständen tödliche Folgen für Ihr Baby haben. Viele Airbags lassen sich deaktivieren. Prüfen Sie es vorher, je nachdem welches Fahrzeug Sie fahren.
Ab der Gewichtsklasse I dürfen die Kinder in Fahrtrichtung im Auto sitzen. Suchen Sie sich ein Modell aus, welches über Hosenträgergurte auch in der Klasse I verfügt. Entwächst Ihr Sprössling langsam dem Sitz, so ist es maßgeblich wichtig darauf zu achten, dass der Kopf des Kindes nicht über den Kindersitz hinausschaut. Sie als Fahrer des Autos erleichtern sich die Fahrten mit Kind, wenn der Sitz über eine verstellbare Schlafposition verfügt.
Die Autokindersitze der Klasse II sind mittlerweile mit variabel verstellbaren Größen erhältlich. Nicht nur dass Sie die Kopfstützen der Körpergröße Ihres Kindes anpassen können, auch die
Breiten der Sitzflächen sind variierbar. Bei längeren Fahrten freuen sich auch die Kinder über verstellbare Rückenlehnen. Gerne greifen Eltern von Kindern im Schulalter zu Sitzerhöhungen statt eines kompletten Kindersitzes der Gewichtsklasse III. Dies ist zwar zulässig, bietet jedoch nicht den Schutz, den jeder Erwachsene für die Kinder im PKW erbringen sollte.
Für alle Kindersitze sind Stoffe in verschiedensten Qualitäten erhältlich. Die Sitze werden oft mehr strapaziert als vermutet. Von ganz einfach bis hin zu fleckgeschützten Materialien sind die Ausstattungen unterschiedlich. Da wir alle wissen, wie gern und häufig unsere Lieblinge als kleine Dreckspatzen unterwegs sind, greifen die meisten Eltern zu gedeckteren Farben.
Der Gesetzgeber stellt die Sicherheit der Kinder an die höchste Stelle. Daher werden auch Gelegenheitsfahrten durch die Oma oder den Sportclub mit einem nicht richtig gesicherten Kind mit einem Bußgeld von 40,- € und einem Punkt im Verkehrszentralregister in Flensburg geahndet.
Halten wir also fest: Kinder müssen bestens gesichert werden, dass sind sie uns wert.
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