Toben an frischer Luft

Toben an frischer Luft
Foto: © Ramona Heim
Zu den schönsten Kindheitserinnerungen gehören oft wilde Pfützenschlachten, das Versteckspiel im Hof, Nachmittage im Baumhaus oder Wettrennen über Wiesen und Felder. Heute scheint es irgendwie schwieriger, sein Kind einfach einmal draußen toben und spielen zu lassen - Nachbarn schimpfen gegen den Lärm, schnell kommt einem unfreundliches Wetter in die Quere, Fernseher und PC locken... Dabei ist ausgelassene Bewegung im Freien nicht nur gut für Muskeln und Ausdauer, sondern fördert die Koordination und das Denkvermögen. Zudem ist der Nachwuchs abends so schön müde. Vergessen wir alle Ausreden - ab ins Grüne!

Mal richtig Dampf ablassen
Erzieher und Mediziner empfehlen täglich zwei Stunden Aufenthalt an der frischen Luft. Dabei sollen die Kinder auch ruhig einmal richtig aus der Puste kommen, das Spielen und Toben bis zur Erschöpfung stärkt das Immunsystem. Zudem bauen viele Schüler aber auch Kindergartenkinder hier optimal ihren Stress ab. Wer im Tagesgeschäft Ärger einstecken muss oder sich mit Sorgen plagt (Ja, auch kleine Leute haben es oft nicht leicht!), kann Wut und Frust perfekt aus sich "herausrennen", auch ein Ringkampf mit Papa hilft, sich abzureagieren. Die große Bewegungsfreiheit im Wald, auf Wiesen oder in kinderfreundlichen Parks ermöglicht es, sich einmal ohne Grenzen auszupowern und so den Kopf freizukriegen. Wer sich körperlich verausgabt, kann während der folgenden Erholungsphase richtig gut abschalten und so manchen Seelenquäler hinter sich lassen. In der freien Natur muss außerdem ausgelassenes Johlen und Juchzen nicht aus Rücksicht unterdrückt werden.

Über sich hinaus wachsen
Es gibt Freizeitaktivitäten, die funktionieren eben nur draußen. Einradfahren zum Beispiel, Stelzenlaufen, auf Spielplätzen klettern, schaukeln und balancieren. Am besten übt es sich
natürlich in Gemeinschaft, wobei es gar nicht so wichtig ist, ob man mit gleichaltrigen Freunden oder allen Familienmitgliedern in Wettstreit tritt. Jeder kann bestimmte Dinge besonders gut oder überhaupt nicht - und diese Erfahrungen helfen unseren Kindern, sich selbst einzuschätzen und einzuordnen. Gerade unter Gleichaltrigen ist schnell der Ehrgeiz angestachelt - und wer dann wagt, gewinnt in jedem Fall. Über sich hinauszuwachsen, etwas bewältigen, was man sich selbst vielleicht gar nicht zugetraut hätte ist eines der größten Erfolgserlebnisse und prägend für die kindliche Entwicklung. Aber auch Misserfolge oder der Stolz über einen zweiten und dritten Versuch sind wertvolle Augenblicke. Oberstes Gebot ist natürlich der Spaß an der Sache. Das Schulen des Gleichgewichtssinnes und des Körpergefühles sowie der Intuition sind natürliche tolle Nebeneffekte. Eine gute Portion Mut und Abenteuerlust, viel Fantasie und die Sicherheit der familiären Umgebung sind die richtige Mischung für eine Spielplatz-, Strand- oder Waldolympiade.

Vertrauen contra Knieschramme
Natürlich bleiben beim (wilden) Spiel in freier Wildbahn kleine Verletzungen nicht aus. Mit der nötigen Aufmerksamkeit und Sorgfalt bleibt es aber auch dabei, und schließlich - eine Kindheit ohne Pflaster ist eigentlich gar keine. Man tut gut daran, seinem Nachwuchs etwas zuzutrauen. Kinder brauchen hohe Mauern und breite Gräben, um sich zu erproben. Risiken gehören zum Leben und helfen, sich selbst besser einzuschätzen. Solange nur nasse Kleider oder aufgeschlagene Knie drohen, gilt es elterliche Panikattacken tapfer zu unterdrücken - nur Kinder, die sich mal was trauen, sich ausprobieren dürfen, werden die eigenen Grenzen finden. Neben Orientierung und Körperbeherrschung lernt man auch das beim Auf-Bäume-Klettern und In-Tümpel-Fallen.

Wußten Sie, dass das regelmäßige Toben an frischer Luft zu den Kneipp Prinzipien zählt?

 
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Hyperaktivität bei Kindern Tatsache ist, dass die Problematik ADHS - kranker Menschen schon seit langer Zeit bekannt ist, aber erst in den letzten Jahren intensiver erforscht worden ist. Schätzungen belaufen sich auf ca. 350.000 bis 500.000 betroffene Kinder und Teenager allein in Deutschland. ADHS steht für Aufmerksamkeits - Defizit - Hyperaktivitäts - Syndrom.
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