Wenn Babys und kleine Kinder am Daumen lutschen, so ist das nicht ungewöhnlich. Sie befriedigen damit ihr Saugbedürfnis, genauso wie sie es an der Brust der Mutter oder am Schnuller tun. Das Daumenlutschen dient zur Entspannung, besonders dann, wenn ein Kind müde oder überfordert ist. Doch irgendwann zwischen dem zweiten und dritten Geburtstag sollte der Daumen nicht mehr im Mund verschwinden. Denn dauerhaftes Daumenlutschen kann zu einer Fehlentwicklung des kindlichen Kiefers führen. Schiefe Zähne im Frontbereich können die Folge sein und müssen dann später kieferorthopädisch korrigiert werden. Lassen Sie es nicht soweit kommen - Sie als Eltern können einiges dafür tun, um Ihrem Kind das Nuckeln am Daumen abzugewöhnen.
Besser als der Daumen zum nuckeln ist ein Beruhigungssauger - zumindest solange, wie das Kind noch ein starkes Saugbedürfnis zeigt. Später den Schnuller abgewöhnen gestaltet sich dann meist nicht ganz so schwierig. Manche Kinder geben sich auch mit einem Schmusetuch oder einer einfachen Stoffwindel zufrieden. Finden Sie mit Ihrem Kind zusammen eine Alternative für den Daumen und üben Sie sich in Geduld, wenn gerade in der ersten Phase des Entwöhnungsprozesses der kleine Daumen doch ab und an noch in den Mund rutscht.
Immer wieder liest und hört man von Tinkturen und Lacken, welche man auf die Nägel der Kinder auftragen kann. Die Werbung verspricht, das somit das Daumenlutschen ganz schnell ein Ende hat - denn die in den Tinkturen enthaltenen Bitterstoffe machen das Nuckeln an den Fingern alles andere als angenehm. Befürworter dieser Methode schwören auf die schnelle Wirksamkeit - dennoch werden aber auch kritische Stimmen laut. Das negative Erleben, was durch solche Tinkturen hervorgerufen wird, kann besonders sensible Kinder leicht verstören.
Etwas langwieriger, dafür aber als sehr wirksam, hat sich ein Belohnungssystem bewährt. Besonders ältere Kinder sprechen darauf sehr gut an. Auf einem Blatt Papier wird jeden Tag
dokumentiert, ob das Kind am Daumen gelutscht hat oder nicht. Für jeden Erfolg darf das Kind einen kleinen Sticker aufkleben. Nach einer bestimmten Anzahl von Stickern erhält Ihr Nachwuchs dann eine kleine Belohnung.
Wie eingangs bereits erwähnt, ist das Daumenlutschen bis zu einem bestimmten Alter völlig normal. Tritt das Nuckeln an den Fingern aber jenseits des dritten Lebensjahres auf oder verstärkt es sich plötzlich in seiner Intensität, so sollten Sie als Eltern die Situation einmal gründlich hinterfragen. Sind in letzter Zeit Veränderungen aufgetreten, die dem Kind zu schaffen machen? Hat es Probleme im Kindergarten oder gab es Streit zwischen den Elternteilen? Sie sollten zwar dem Daumenlutschen keinen übermäßigen Wert beimessen, dennoch ist es wichtig zu wissen, das manche Kinder durch das Saugen an den Fingern versuchen Probleme zu bewältigen.
Ein Problem der ganz anderen Art ist die Langeweile. Hat das Kind nichts zu tun, dann saugt es eben an den Fingern. Sorgen Sie deshalb dafür, dass Ihrem Nachwuchs altersgerechtes Kinderspielzeug zur Verfügung steht. Ihr Kind möchte sich allerdings nicht immer nur allein beschäftigen, es braucht sie genauso auch als Spielpartner. Nehmen Sie sich Zeit für Ihre Kleinen, hören Sie ihnen zu und zeigen Sie Präsenz. Mit unseren Tipps und mit einer guten Portion Geduld gehört dann das Daumenlutsch-Problem bald der Vergangenheit an.
Haben Sie noch weitere Tipps zum Daumenlutschen abgewöhnen? Gerne können Sie diese in unserem Forum zum Thema Kindererziehung posten.
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