Eifersucht der Geschwister auf das stillende Baby

Großes Mädchen und kleines Baby
Was tun, wenn die Geschwister eifersüchtig auf das
stillende Baby sind? - Foto: © dubova


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Was tun, wenn die Geschwister eifersüchtig sind beim Stillen?

Die Ankunft eines Babys wird fast immer mit Spannung erwartet. Leben in der Familie schon ein oder mehrere Kinder, so ist auch für diese die Aussicht auf ein Geschwisterchen meist mit Vorfreude verbunden. Stolz darauf, jetzt die Großen zu sein, bemühen sie sich in den ersten Tagen redlich um den Familienzuwachs und können das Kleine gar nicht genug anschauen und streicheln. Doch wie so oft weicht der Reiz des Neuen sehr schnell der Realität und das große Kind erkennt, dass das Geschwisterchen vor allem eines bedeutet: mehr Arbeit für die Mutter und in Folge dessen weniger Zeit für sich selbst. Wenn das zweite Kind geboren wird

Weniger Zeit für größere Geschwister

All die Spielstunden, die Vorlesezeiten, die Hausaufgabenbetreuung und noch so einiges mehr werden von jetzt an immer wieder durch das Weinen des Babys und dessen Wunsch nach Befriedigung seines Hungers unterbrochen. Kaum schreit das Kleine, da packt Mama auch schon ihre Brust aus und ist in der folgenden halben Stunden kaum noch ansprechbar. Selig lächelt sie das Baby an, streichelt seine kleinen Händchen und genießt die traute Zweisamkeit sichtlich. So sehr sich größere Geschwisterkinder auch über den Neuankömmling freuen - früher oder später leiden sie fast alle unter dem Gefühl der Eifersucht. Irgendwie fühlen sie sich vernachlässigt, da einfach weniger Zeit für sie bleibt, und sie zweifeln nicht selten an der Liebe der Mutter, für die es anscheinend nur noch das Thema "Baby" gibt.
Auch Männer können eifersüchtig auf das Stillen werden

Liebe und Aufmerksamkeit - auch für die Großen

Ein Baby erfordert nun mal jede Menge Aufmerksamkeit - eine Tatsache, die sich einfach nicht ändern lässt. Dennoch können Mütter einiges dafür tun, dass ihre Stillbeziehung zu dem Baby nicht die Zuwendung zu dem größeren Kind verdrängt. Auch wenn dieses nun das Ältere ist - gerade jetzt braucht es die Gewissheit, von der Mutter geliebt und angenommen zu werden. Es sehnt sich nach Geborgenheit und Nähe und möchte diese nicht immer nur vom Geschwisterchen vor Augen geführt bekommen, wenn das Baby gestillt wird. Sicher ist es nicht immer leicht, die Liebe und Aufmerksamkeit auf alle Kinder gerecht zu verteilen. Aber das ist auch nicht nötig. Wichtig für das größere Kind ist einfach das Gefühl, dass seine Mama es lieb hat und dass es von ihr verstanden wird. Hören Sie aufmerksam zu, wenn es aus dem Kindergarten oder der Schule erzählt, spielen Sie mit ihm, lesen Sie zusammen- und springen Sie bitte nicht immer sofort auf, wenn das Baby nur einen kleinen Mucks von sich gibt. Das Kleine verhungert nicht, wenn es mal 5 Minuten auf die Brust warten muss und auch die Mutter-Kind-Beziehung wird nicht gestört, wenn Sie nicht sofort ihr Shirt hochheben und das Baby anlegen.
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Wut auf das Baby

Werden die ersten Eifersuchtsgefühle nicht zur Sprache gebracht oder aber als kindliches Gebaren abgewertet, so kann es sein, dass das große Kind irgendwann eine richtige Wut auf das Baby entwickelt. Vielleicht schreit es das Kleine an, zieht es an den ersten zarten Haarflaum oder beißt es in den Arm. Die Wut kann sich allerdings auch gegen die Mutter richten. Pampige Antworten, Kleinkindgetrotze, Verweigerungen - Geschwister sind manchmal sehr einfallsreich, wenn es darum geht, ihrer Mutter mitzuteilen, wie sie sich fühlen. So verständlich all diese Reaktionen aus Sicht des Kindes auch sind: körperliche Gewalt ist keine Lösung und in jedem Fall muss das Baby vor eifersüchtigen Angriffen des großen Kindes geschützt werden. Auch kann jede Mutter einen ordentlichen Gesprächston verlangen, egal wie groß ihr Kind ist. So gehen Sie mit einem Wutanfall zu Hause um

Miteinander im Gespräch bleiben - Zeit zusammen verbringen

Auch wenn im hektischen Alltag mit einem kleinen Baby oftmals nur wenig Zeit bleibt, so dürfen die Gespräche zu den anderen Kindern nicht zu kurz kommen. Was bewegt sie? Womit beschäftigen sie sich? Was wünschen sie sich von der Mutter oder von den Eltern? Im Gegenzug können Sie Ihrem Nachwuchs erklären, warum das Kleine so viel (Still)-Zeit beansprucht und ihm bei dieser Gelegenheit erzählen, wie Sie damals die ersten Monate mit ihm erlebt haben. Eine schöne Gelegenheit, um zusammen im Babyalbum zu blättern und vielleicht das damals geführte Babytagebuch hervorzuholen. Genauso wichtig wie diese Gespräche ist die miteinander verbrachte Zeit. Warten Sie nicht darauf, dass sich schon irgendwann einmal die Gelegenheit dazu ergibt, sondern planen Sie gemeinsame Unternehmungen genauso ein wie den Kinderarzttermin für die U-Untersuchungen. Ihr großes Kind freut sich sicher über einen Nachmittag im Zoo oder einen Kinobesuch - und Papa füttert währenddessen daheim das Baby mit der vorher abgepumpten Muttermilch.
Text: K. L. - Stillberaterin

[Bitte beachten Sie: Unsere Artikel können den Rat eines Arztes nicht ersetzen. Bei gesundheitlichen Problemen wenden Sie sich bitte immer an einen Arzt Ihres Vertrauens!]

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