Stillgruppe: hier finden stillende Mütter Unterstützung

Mutter und Baby in einer Stillgruppe
In einer Stillgruppe können sich die Mütter austauschen
Foto: © taramara78


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Erwarten Sie ein Baby oder halten Sie Ihren kleinen Schatz bereits im Arm? Herzlichen Glückwunsch! So einiges wird sich nun in Ihrem Leben ändern. Der Alltag mit einem Baby ist turbulent und besonders junge Mütter sind in vielen Dingen noch unsicher. Neben den Schlafgewohnheiten des Säuglings wirft die Ernährung des Babys viele Fragen auf. Stillende Mütter finden hierzu Rat und Unterstützung in einer Stillgruppe.

Doch was ist eine Stillgruppe eigentlich?

Eine Stillgruppe ist ein Ort, an dem sich Frauen über die natürlichste Art der Säuglingsernährung - das Stillen - austauschen können. Solch eine Gruppe wird entweder von einer Stillberaterin oder von einer Hebamme geleitet. Willkommen sind nicht nur stillende Mütter, sondern auch Frauen, die ein Baby erwarten. Denn wer sich bereits in der Schwangerschaft über das Stillen informiert, dem fällt der Stillstart in der Regel leichter als Müttern, welche sich vor der Geburt ihres Kindes noch nicht näher mit dem Thema beschäftigt haben.

Wie läuft eine Stillgruppe ab?

Der Ablauf eines Stillgruppen-Treffens hängt davon ab, welche Wünsche und Fragen die anwesenden Frauen haben. Häufig wird auch ein ganz konkretes Thema besprochen, auf das sich die Leiterin der Gruppe vorher vorbereitet hat. Aktuelle Fragen und Probleme der Mütter haben dabei natürlich Vorrang vor einem festen Thema.

Was macht man in einer Stillgruppe?

Der Austausch zwischen den Müttern ist ein wesentlicher Bestandteil einer jeden Stillgruppe. So manche stillende Mutter hat ihre Fragen und Zweifel: Wird mein Kind von der Muttermilch satt? Ab wann muss ich Beikost füttern? Ist es normal, das ein gestilltes Baby so häufig an die Brust möchte? Was mache ich bei einem Milchstau? Wie kann ich das Abstillen sanft gestalten? Kann ich auch stillen, wenn ich wieder auf Arbeit gehe? Viele Ängste und Unsicherheiten können den Müttern in einer Stillgruppe genommen werden. Hier ist viel Zeit für die Frauen, sie werden ernst genommen und können sich verstanden fühlen.

Immer wieder taucht ein typisches Klischee über Stillgruppen und deren Besucherinnen auf: die langzeitstillende Mama mit ihrem Kleinkind, bekleidet mit Latzhose und Bio-Latschen. Vergessen Sie's! Schon lange werden Stillgruppen nicht nur von Hardcore-Müttern besucht. In einer gut geführten Stillgruppe akzeptiert die Mutter, die ihr Baby nur zum Teil stillt, die andere Mutter, welche ihr Kleinkind noch an der Brust hat und umgekehrt. Es wird nicht nur Hilfe beim Stillen gegeben, sondern auch Unterstützung, wenn eine Mutter nicht mehr stillen möchte. Daneben hat die Gruppenleiterin meist gute Tipps für das Tragen eines Babys im Tragetuch parat und zeigt gern die verschiedenen Tragevarianten.

Der Besuch einer Stillgruppe ist in der Regel kostenfrei. Manche Gruppen erbitten einen kleinen Obolus für angebotene Getränke oder für einen kleinen Snack. Anders als bei der Babymassage oder bei der Rückbildungsgymnastik ist die Stillgruppe kein in sich abgeschlossener Kurs. Hier läuft alles ganz zwanglos ab und es kann einfach einmal reingeschnuppert werden. Dennoch bildet sich meist ein fester Stamm von Müttern, welche regelmäßig an der Stillgruppe teilnehmen.

Möchten Sie auch einmal eine Stillgruppe besuchen und wissen nicht, ob in Ihrer Region eine existiert? Die erste Anlaufstelle könnte Ihre Hebamme sein. Häufig finden Stillgruppen in Hebammenpraxen statt, aber auch Kirchgemeinden, Geburtskliniken oder Mütterzentren sind oftmals Treffpunkt dieser Gruppen. Die Arbeitsgemeinschaft freier Stillgruppen (AfS) und die La Leche Liga (LLL) bieten ebenfalls Informationen zu bundesweiten Stillgruppen.
Text: K. L. - Stillberaterin

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