Computersucht bei Kindern - Was können Eltern tun?

Computersucht bei Kindern
Ist mein Kind computersüchtig?
Foto: © Jacek Chabraszewski
Wenn Ihr Kind der Meinung ist, ein Kürschner würde nicht Tierfelle verarbeiten, sondern Leder aus der Haut von getöteten Gegnern gewinnen - ist es vermutlich schon 5 nach 12. Sollte es dann auch noch behaupten, Kalimdor wäre das 17. Bundesland, wissen Sie, dass Ihr Kind dringend eine Entziehungskur braucht.
Nun aber zum Ernst der Sache, denn wenn Kinder den Bezug zur Realität verlieren, außer Trollen und Blutelfen keine Freunde mehr haben, ist höchste Vorsicht und Alarmbereitschaft geboten.

Mein Kind ist computersüchtig - Wie erkenne ich das?
Im Prinzip fängt die Computersucht ganz "harmlos" an und folgende Szenarien spielen sich vor dem PC oder Laptop ab.

  • Der Sprössling spielt das neueste Game (was wahrscheinlich nicht seiner Altersgruppe entspricht). Doch dann kommt man einfach nicht mehr von dem Spiel los, will den nächsten Level erreichen und unbedingt zur nächsten Speichermöglichkeit - die Mutter ruft verzweifelt zum Essen.
  • Der Sohnemann steckt in einem absolut wichtigen Chat, wo er auf gar keinen Fall den Dialog beenden kann und so den Bus zum Sport verpasst.
  • Das Töchterchen macht auf einmal total gerne Hausaufgaben und holt sich wichtige Informationen aus dem Internet. Doch komisch: Was haben Make-up-Tipps mit der Französischen Revolution zu tun?
Computersucht bei Kinder - Was können Eltern tun?
Im Prinzip bezeichnet man solche Kinder als computersüchtig, die regelrecht zwanghaft ihre Zeit vor dem PC verbringen - sei es, um Computerspiele zu spielen, zu chatten oder sonst wie im Internet "unterwegs" zu sein. Sind die Anzeichen richtig deutlich, ist es meistens schon zu spät. Daher gilt es, wirklich von Anfang an auf das Konsumverhalten zu achten: Wann ist das Verlangen zur Computerarbeit am Größten? Wie hat sich der Tagesablauf samt Schlafphase
verändert? Das sind nur zwei von vielen Charakteristika, die ernst zu nehmen sind. Computersüchtige Kinder haben meistens überhaupt keine Kontrolle mehr über ihr Spielverhalten, können weder Beginn, geschweige denn das Ende beziffern. Weitere Anzeichen sind: alltägliche Sorgen mit dem PC lösen oder weg ignorieren zu wollen, wirkliche PC-Aktivitäten zu verleugnen, sämtliche Interessen zu vernachlässigen und ohne den "geliebten" Computer unruhig zu werden.

Der Computer und das Internet gehören heute zweifelsohne in die Zeit und sind nicht mehr wegzudenken - ein komplettes Verbot ist daher nicht möglich. Da das Suchtverhalten hinsichtlich Online-Rollenspielen und Internetnutzung aber so extrem geworden ist und von Schulverweigerung bis hin zu völlig zerstrittenen Familien reicht, gibt es in allen größeren Orten und Städten Selbsthilfegruppen, die nicht nur die Eltern, sondern auch die computersüchtigen Kinder unterstützen.
Wie gefährlich die Computersucht sein kann, wird nach wie vor auch von manchen Beratern unterschätzt. Die "Behandlung" ist unter Umständen ein langwieriger Prozess, denn das "echte Leben" einem Kind wieder näher zu bringen, ist ein schwieriges Unterfangen.

Tipp: Stellen Sie sich dem Konflikt!

Gerne können Sie sich zum Thema Computersucht bei Kindern auch in unserem Forum Kindererziehung mit anderen Usern austauschen.

Zum Thema Computersucht bei Kindern kann Ihnen auch Ihr Kinderarzt einige Infos und Tipps geben. In unserem Verzeichnis finden Sie zum Beispiel einige Kinderärzte in Hamburg.

 
Wieviel Computer für Kinder? Der PC ist aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Umso verständlicher ist es, dass Eltern ihre Kinder möglichst früh mit dem Medium bekannt machen wollen und die Vorteile eines Computers ihren Kindern zugänglich machen. Schon beim Eintritt in den Kindergarten mit drei Jahren besitzen manche Kinder ihren ersten Lerncomputer, zum Teil sogar noch früher.
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