Logopädie für Kinder

Kind beim Logopäden
Ab wann sollte ein Kind zum Logopäden gehen?
Foto: © Marcel A. Hasübert

Inhaltsverzeichnis dieses Artikel:

Wann muss mein Kind zum Logopäden?

Sprache ist Kommunikation, bei Kindern bildet diese Aussage keine Ausnahme.

Im Rahmen der sprachlichen Entwicklung durchlaufen Kinder viele verschiedene Phasen, die sie unterschiedlich schnell oder langsam bewältigen. Dabei kann es zu Sprachentwicklungsstörungen, aber auch zu erworbenen Sprachstörungen kommen. Aus diesem Grunde suchen immer mehr Eltern professionelle Hilfe bei Logopäden, die beratend und therapeutisch mit dem Kind arbeiten und nicht nur dafür sorgen, dass das Kind eine Verbesserung seiner Sprache erreicht, sondern auch die Freude am Sprechen behält.

Natürlich verfolgen Eltern die Entwicklung ihrer Kinder mit wachsamen Augen, die Sprache bleibt dabei nicht außen vor. Stellen Eltern fest, dass ihr Kind deutliche Unterschiede in der Sprachentwicklung zu gleichaltrigen Kindern aufweist, besteht Handlungsbedarf. Auch wenn ein Kind eine Vermeidungstaktik entwickelt, um Buchstaben und Worte die ihm schwer fallen, nicht mehr auszusprechen, sollten die Eltern aufmerksam werden. Offensichtliche Störungen, wie zum Beispiel Stottern oder eine auffällig falsche Grammatik noch im Vorschulalter, können ein Indiz für eine nötige Therapie sein. Erklärt ihr Kind häufiger von allein, dass es Wörter nicht aussprechen kann, muss man ebenso im Interesse des Kindes handeln und sich professionellen Rat einholen. Spätestens, wenn ein Kind nicht mehr gern spricht, werden Eltern aufmerksam. Ebenso kann der Rat von Erziehern und Lehrern hilfreich sein. Nicht jede Auffälligkeit in der Sprachentwicklung zeigt eine Behandlungsbedürftigkeit an, aber genaues Hinhören lohnt sich im Ernstfall.

Wie hilft der Logopäde?

Zunächst haben Logopäden ein umfangreiches Aufgabengebiet. Beratend begleiten sie die Kinder und auch ihre Eltern. Neben Prävention und Diagnostik gehört in erster Linie die therapeutische Arbeit mit dem Kind zu den Hauptaufgaben eines Logopäden. Bei Kindern werden die Therapieinhalte in Spiele verpackt. Die Kinder genießen die Einzelbetreuung und nehmen die Zeit eher als eine Spielstunde wahr.

Wie bekommt mein Kind eine Behandlung beim Logopäden?

Die Logopädie ist ein Heilmittel, sie gehört also in die medizinische Grundversorgung und wird von den Krankenkasse bezahlt, sofern sie von einem Arzt verschrieben wurde. Kinder sind dabei von Zuzahlungen befreit. Eine logopädische Behandlung vollzieht sich meist über mehrere Wochen oder sogar Monate. Jede Therapie-Einheit beträgt 45 Minuten. Eltern suchen bei Auffälligkeiten in der Sprachentwicklung ihres Kindes also zunächst den Kinderarzt auf. Dieser verordnet die Logopädie für das Kind. Danach wenden Sie sich an den Logopäden Ihres Vertrauens. Er wird zunächst eine Anamnese und danach eine ausführliche logopädische Diagnostik erstellen, unter der Voraussetzung, dass bei dem Kind keine Hörstörung festgestellt wurde. Daraufhin folgt die logopädische Therapie, die je nach Diagnose und Verlauf der Therapie sehr unterschiedlich erfolgen kann.

Welche Störungen werden von einem Logopäden behandelt?

Logopäden unterscheiden zwischen Entwicklungsstörungen und erworbenen Störungen der Sprache. Häufig finden Eltern spätestens vor Schulbeginn den Weg zum Profi. Meist handelt es sich bei den Auffälligkeiten Ihres Kindes um eine Entwicklungsstörung, das bedeutet zum Beispiel phonologische Unstimmigkeiten wie das Verwechseln von Buchstaben oder die unkorrekte Aussprache einzelner Buchstaben oder Buchstabenkombinationen. Aber auch Wortschatzprobleme, wie beispielsweise das Auslassen von Substantiven oder Verben, werden behandelt. Grammatikalische Auffälligkeiten sind ebenso immer wieder Bestandteil von Therapien, wie auch die sogenannten pragmatischen Störungen. Davon spricht man, wenn ein Kind zum Beispiel keinen Blickkontakt beim Beantworten von Fragen halten kann, den Gesprächspartner ständig unterbricht oder allgemein Probleme in der Kommunikation mit anderen hat. Seltener sind erworbene Sprachstörungen (Aphasien), die durch Schlaganfälle oder Schädel-Hirn-Trauma usw. eintreten können. Die Arbeit der Logopäden umfasst jedoch auch Schluckstörungen und Stimmstörungen.

Welchen Stellenwert haben die Eltern bei einer logopädischen Behandlung?

Die Eltern sind für ein Kind die wichtigsten Bezugspersonen. Auch sprachlich üben die Eltern großen Einfluss auf die Kinder aus. Logopäden beziehen die Eltern daher gern in die Therapie mit ein. So bekommen die Kinder Anleitung in der Therapiestunde, müssen aber das Erlernte zuhause üben. Eltern sollten selbstverständlich ihr Kind dabei unterstützen. Auch hier berät der Logopäde ausführlich die Eltern und das Kind. Falls es der Aufmerksamkeit des Kindes nicht im Weg steht, sollten die Eltern daher während der Logopädie-Stunde anwesend sein um quasi mit dem Kind gemeinsam zu lernen.

Logopäden leisten einen wichtigen Beitrag zur Kommunikationsfähigkeit der Kinder mit Sprachauffälligkeiten. Eltern sollten bei einem Verdacht auf jeden Fall den Weg zum Kinderarzt oder gleich zum Logopäden nicht scheuen, wenn Sie Auffälligkeiten sprachlicher Natur bei ihrem Kind feststellen. Je eher der Logopäde mit dem Kind gemeinsam die Probleme angehen kann, desto einfacher wird es für das Kind.
Text: C. D.

[Bitte beachten Sie: Unsere Artikel können nicht den Rat eines Arztes ersetzen. Bei gesundheitlichen Problemen wenden Sie sich bitte immer an einen Arzt Ihres Vertrauens!]

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