Wenn Großeltern den Enkeln Geld zustecken

"Es ist schön, noch gebraucht zu werden!" sagt eine Großmutter. Der Opa ergänzt mit einem gefälligen Nicken: "Die Kinder sollen das haben, was uns damals verwehrt blieb." Großeltern
Mädchen mit Geldschein
Schon bei kleinen Kindern ist etwas zusätzliches Geld von
den Großeltern immer willkommen - Foto: © Pulwey
und Enkel verbindet ein besonderes Band. Für die Großeltern ist es ein schönes Gefühl, ihren Enkeln etwas Gutes zu tun und sie dabei mit dem nötigen Abstand genießen zu können. Für die Enkel sind Oma und Opa zwar auch Respektspersonen, aber dennoch sind sie meist weit lockerer und entspannter als die eigenen Eltern. Eine gute generationenübergreifende Mischung, die aber durchaus Konflikte in sich birgt. Wie zum Beispiel ständige Geldgeschenke, die den Eltern der Kinder auf den Magen schlagen. Sie sehen die Erziehung ihrer Kinder und die damit verbunden Ziele gefährdet.

Dass Großeltern Kinder und Enkelkinder finanziell unterstützen, ist keine Seltenheit und weit verbreitet. Die oft wirtschaftlich gesicherten Großeltern geben im Alter gern und helfen eben nicht nur als Babysitter oder Chauffeur, sondern auch mit Finanzspritzen der Familie. Schwierig wird es für die Eltern, deren Kinder ständig von den Großeltern Geld geschenkt bekommen. Das heißt, wenn weit mehr als die üblichen Geldgeschenke zu den Feiertagen wie zum Geburtstag oder zum Schulanfang fließen.

Gefährdet das Geld zustecken die Erziehung?

Eltern legen Wert darauf, ihre Kinder zu einem verantwortungsvollen Umgang mit Geld zu erziehen. Dazu gehört ein regelmäßiges eng begrenztes finanzielles Budget für die Kinder -
sprich das wöchentliche Taschengeld, in der Regel ab dem Schulbeginn. Erhalten nun die Kinder gesondert von den Großeltern in regelmäßigen Abständen Geld, wird es für die Erziehungsberechtigten immer schwieriger. Sie müssen ihren Kindern nun vermitteln, dass Geld einen Wert hat und nicht immer im Leben ohne Mühen aus einer Geldquelle fließen wird - in diesem Fall von den Großeltern.

Wie sollten Eltern damit umgehen?

Um der Problematik Herr zu werden, bleibt nur als erstes das offene Gespräch mit den Großeltern. Erläutern Sie Ihre Ziele und Erziehungsmethoden und bitten Sie um Unterstützung. Lassen sich die Großeltern darauf nicht ein, schlagen Sie vor, dass die Großeltern monatlich für die Kinder einen bestimmten Betrag auf ein Konto einzahlen, um später deren Führerschein, das Studium oder die Ausbildung finanziell zu unterstützen. Stößt auch dies auf taube Ohren, bleibt Ihnen immer noch das Gespräch mit Ihrem Kind. Streichen Sie ihm deswegen nicht sein Taschengeld, Ihr Sohn oder Ihre Tochter können nichts für das Fehlverhalten der Großeltern. Bitten Sie darum, ehrlich zu sagen, wenn es wieder Geld von Oma und Opa gab und halten Sie Ihr Kind zum Sparen an. Das heißt, das Geld sollte in die Spardose oder die Obhut der Eltern und damit auf eine Bank gehen. Erläutern Sie Ihrem Kind, dass es später ein größeres Geschenk haben möchte und durch dieses Geld der Wunsch in Erfüllung gehen wird. Durch rasches Ausgeben der zugesteckten Gelder, ist dies für unnötige Kleinigkeiten und Naschereien sinnlos verschwendet.

Wie kann man Kindern erklären, dass sie das zugesteckte Geld sparen sollten?

Ist Ihr Kind noch zu klein, um den Begriff Konto oder Bank zu kennen, erklären Sie ihm die Situation. Für ein kleines Kind ist das geschenkte Geld einfach weg. Es kann noch nicht visualisieren, was ein Konto ist. Argumentieren Sie ruhig mit den Zinsen, also dass das Geld sich dort "vermehrt". Scheuen Sie nicht davor, Ihrem Kind den Wert des zugesteckten Geldes zu vermitteln. Deine Eltern müssen für diesen Betrag so und so viele Stunden arbeiten, oder du müsstest so viele Wochen dein Taschengeld sparen, um diese Summe zu erhalten. Wenn die Großeltern nicht darauf verzichten wollen, permanent ihren Enkeln Geld zuzustecken, bleibt noch eine weitere Option offen. Lassen Sie Ihr Kind bei Oma und Opa "arbeiten", um wenigstens eine geringe Gegenleistung zu erbringen, zum Beispiel als Helfer bei der Gartenarbeit oder für einen Einkauf im Supermarkt. Werden die Summen zu hoch, dann können durchaus auch Alltagsdinge wie Kleidung und Schulsachen von dem Geld finanziert werden. Obwohl Sie Ihrem Kind nun kein eng begrenztes Budget mehr zu Verfügung stellen, erweitern Sie den Rahmen seiner selbst zu organisierenden Pflichten - natürlich angemessen dem jeweiligen Alter. So lernt es trotzdem hauszuhalten. Alles in allem leben Sie als Eltern auch Ihren Kindern einen bestimmten Lebensstil vor. Vertrauen Sie Ihrer Erziehung.

Enkel sind für die finanzielle Unterstützung ihrer Großeltern spätestens ab einem gewissen Alter sehr dankbar, denn als Teenager ist man schließlich immer knapp bei Kasse. Und auch wenn die Großeltern es gern geben und sich wünschen, dass es ihre Enkel einmal besser haben sollen als sie selbst: Sie sollten dabei nicht das Wohl ihres Enkels aus den Augen verlieren und zurückdenken, ob Sie es als Eltern bei ihren eigenen Kindern ebenfalls so gehandhabt haben oder eher nicht. Der spätere verantwortungsvolle Umgang ihres Enkels mit Geld, hängt auch von ihnen ab.
Text: C. D.

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