So lernen Kinder den Umgang mit Geld

Hier ein neues Computerspiel, dort eine chice Haarspange. Die neueste Ausgabe der Lieblingszeitschrift ist auch soeben erschienen und eigentlich wäre es doch ganz toll, wenn man
Mädchen mit Geldschein
Den Umgang mit Geld zu lernen ist gar nicht so einfach
Foto: © Pulwey
auch noch dieses eine so coole Spielzeugauto bekommen könnte… In einer Zeit, in der es an jeder Ecke alles zu kaufen gibt, ist die Versuchung groß, mehr Geld auszugeben als man eigentlich zur Verfügung hat. Kindern geht es da nicht anders als uns Erwachsenen. Doch sie können oftmals den Preis einer Ware und deren Gegenwert noch gar nicht richtig einschätzen. Der Umgang mit Geld will gelernt sein und dieses Wissen unseren Kindern zu vermitteln ist eine sehr wichtige Aufgabe.

Kinder lernen von den Eltern
Wie so oft im Leben haben auch beim Thema Geld wir Eltern eine große Vorbildfunktion. Noch lange bevor Kinder die einzelnen Münzen und Scheine auseinander halten und deren Wert einschätzen können, bekommen sie schon mit, wie die Eltern damit umgehen. Die finanzielle Situation ist in jedem Haushalt anders. In einigen Familien sind beide Elternteile voll berufstätig und verdienen gut. In anderen jedoch muss jeder Cent dreimal umgedreht werden und es bleibt kaum genügend Geld zum Leben. Wie dem auch sei - unabhängig vom Einkommen der Eltern lernen Kinder vom Verhalten ihrer Bezugspersonen. Kaufen wir uns ganz selbstverständlich Dinge, die uns über den Weg laufen? Oder überlegen wir schon sehr genau, was wir brauchen
und auf was wir verzichten können? Gehen wir wahllos einkaufen oder nutzen wir Sonderangebote, um die Haushaltskasse zu entlasten? Bekommt der Nachwuchs jeden Wunsch sofort erfüllt oder sagen Eltern diesbezüglich auch mal "Nein"? Unser eigenes Konsumverhalten trägt maßgeblich dazu bei, wie unsere Kinder später mit Geld umgehen.

Taschengeld - wichtiges Hilfsmittel für den Umgang mit Finanzen
Die meisten Kinder bekommen früher oder später Taschengeld. Und das ist auch gut so, denn nur indem sie selbst jede Woche beziehungsweise jeden Monat einen bestimmten Betrag zur Verfügung haben, lernen sie ganz konkret mit diesem Zahlungsmittel zu leben. Die Höhe des Taschengeldes richtet sich dabei nach dem Alter des Kindes und natürlich auch nach den Einkommensverhältnissen der Eltern. Ein erster Anhaltspunkt kann diesbezüglich das Jugendamt sein, welches Auskunft in dieser Angelegenheit gibt. Bekommt der Nachwuchs nun sein Taschengeld, so kann er überlegen, was er damit anstellen möchte. Sofort in den nächsten Supermarkt rennen und Süßigkeiten dafür kaufen? Oder doch lieber sparen und sich so im Laufe der Zeit vielleicht einen größeren Wunsch erfüllen? Haben Kinder selbst Geld in der Hand, so fängt auch das Überlegen und Vergleichen von Preisen an. Soll ich wirklich den Comic im Laden kaufen? Oder doch lieber im Second-Hand-Shop, wo er nur die Hälfte kostet? Ich könnte mir aber auch aus der Bücherei was zum Lesen holen, das kostet mich gar nichts… Selbstverständlich können Eltern ihre Kids im Umgang mit dem Taschengeld beraten und ihnen Hinweise geben. Doch Kinder brauchen auch die Erfahrung, wie schnell das Geld durch die Finger rinnt, wenn es wahllos ausgegeben wird. Sie müssen lernen, ihr Geld einzuteilen und zu haushalten. Darum sind Taschengeld-Vorschüsse genauso tabu wie vergessene Zahlungen seitens der Eltern. Denn wie sollen Kinder sonst lernen, mit einem bestimmten Betrag eine gewisse Zeit hinzukommen, wenn das Taschengeld unregelmäßig gezahlt wird oder es "Nachschlag" gibt?

Wo kommt das Geld nur her?
Für viele Kinder völlig unverständlich ist die Tatsache, wie ihre Eltern eigentlich zu Geld kommen. Sie sehen Mama oder Papa am Geldautomaten vorfahren und wenig später mit einem Bündel Scheine die Bank verlassen. Doch wo kommt dieses Geld eigentlich her? Die wenigsten Kinder haben die Chance, ihre Eltern an ihrem Arbeitsplatz zu erleben und somit den Zusammenhang zwischen beruflicher Tätigkeit und finanzieller Entlohnung zu verstehen. Doch es gibt Möglichkeiten, dem eigenen Nachwuchs dieses Gefüge verständlich zu machen. Dazu
ein Beispiel: das Kind wünscht sich eine Autorennbahn und die Eltern möchten, dass es sich das Geld dafür selber verdient. Nun, allein mit dem Taschengeld wird es lange dauern, bis der benötigte Betrag zusammengespart ist. Ein Zuverdienst muss her. Das Kind könnte nun etwa den Hund der Nachbarin ausführen und dafür einen kleinen Stundenlohn bekommen. Oder Papas Auto mal richtig gründlich putzen. Auch Papier kann gesammelt und anschließend zu einer Annahmestelle gebracht werden. Dafür gibt es zwar nur wenige Cent pro Kilogramm - und dennoch lohnt sich die Mühe, denn der Nachwuchs sieht: ich muss mich anstrengen, um an Geld zu kommen! Bei all dem ist jedoch wichtig, das Kind nicht für alltägliche Dinge zu entlohnen, die eigentlich in jedem Haushalt selbstverständlich sind.

Der Umgang mit Geld ist nicht leicht zu erlernen und bis er richtig verinnerlicht ist, kann es lange dauern. Auf diesem Weg wird es sicher die einen oder anderen Stolpersteine geben und viele Eltern fragen sich, ob ihr Nachwuchs es jemals lernt, sein Geld richtig einzuteilen. Doch mit Ihrer Erziehung legen Sie auch den Grundstein für den Umgang mit dem Geld. Sie dürfen darauf vertrauen, dass Ihre "Erziehungsarbeit" Früchte trägt.
Text: K. L.

Aber was soll man machen, wenn die Großeltern den Enkeln Geld zustecken?

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    Das Kindergeld Das Kindergeld ist eine Sozialleistung, die vom Staat bezahlt wird. Sie soll den Eltern als finanzielle Unterstützung dienen und dabei helfen, ihre Kinder großzuziehen. Das Kindergeld hat eine lange Tradition. Bereits in den dreißiger Jahren wurde Kindergeld an Eltern ausbezahlt. Damals noch unter verschärften Bedingungen. Heute ist das Kindergeld noch familienfreundlicher geworden.
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