Am 3. März ist Welttag des Hörens – ein guter Anlass, sich mit dem Thema Hörgesundheit in der Familie zu beschäftigen. Denn Hörprobleme betreffen längst nicht nur ältere Menschen. Auch Kinder und Jugendliche setzen ihr Gehör zunehmend Risiken aus, etwa durch laute Musik über Kopfhörer. Gleichzeitig gehört die Altersschwerhörigkeit zu den häufigen Beschwerden bei älteren Menschen. Grund genug, einen Blick darauf zu werfen, wie man das Gehör in jedem Alter schützen kann.
Immer mehr Menschen brauchen Hörhilfen
Aktuelle Zahlen der AOK NordWest zeigen, dass die Zahl der Hörgeräteverordnungen in Westfalen-Lippe deutlich gestiegen ist. Im Jahr 2024 erhielten dort rund 30.300 Versicherte ein Hörgerät – ein Anstieg von 19 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Diese Entwicklung spiegelt einen allgemeinen Trend wider: Hörprobleme nehmen zu, und immer mehr Betroffene lassen sich versorgen.
Wie entsteht Schwerhörigkeit im Alter?
Etwa ein Drittel der über 65-Jährigen ist von einer sogenannten Altersschwerhörigkeit (Presbyakusis) betroffen. Die Ursachen sind vielfältig. Mit zunehmendem Alter verschleißen die feinen Sinneszellen im Innenohr, die sogenannten Haarzellen. Auch der Hörnerv und das Hörzentrum im Gehirn werden durch den natürlichen Alterungsprozess beeinträchtigt. Neben der erblichen Veranlagung spielen vor allem langjährige Lärmbelastung und bestimmte Medikamente eine Rolle.
Tückisch ist, dass die nachlassende Hörkraft anfangs kaum auffällt. Die Veränderungen schreiten in der Regel langsam voran. Zunächst sind hohe Frequenzbereiche betroffen, mit der Zeit breitet sich der Hörverlust auf immer mehr Frequenzen aus. Betroffene bemerken dann häufig, dass sie Gesprächen nur noch schwer folgen können, vor allem in lauter Umgebung. Weitere Anzeichen sind, dass man selbst lauter spricht oder den Fernseher immer weiter aufdreht.
Was tun, wenn das Hören nachlässt?
Wer bei sich oder einem Angehörigen erste Anzeichen einer Schwerhörigkeit bemerkt, sollte zeitnah eine Praxis für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde aufsuchen. Wird eine Altersschwerhörigkeit festgestellt, ist eine frühzeitige Versorgung mit einem Hörgerät ratsam. Denn gutes Hören erfüllt wichtige Aufgaben: Es ermöglicht die Teilnahme am sozialen Leben, hilft bei der Orientierung im Straßenverkehr und trägt zum Erhalt der geistigen Leistungsfähigkeit bei. Einige Studien deuten darauf hin, dass sich eine unbehandelte Schwerhörigkeit langfristig negativ auf die kognitiven Fähigkeiten auswirken kann.
Nicht zu unterschätzen ist auch der soziale Aspekt. Viele Betroffene ziehen sich aus dem Familienleben und Freundeskreis zurück, weil sie Gesprächen nicht mehr gut folgen können. Hier hilft ein offener Umgang mit dem Thema. Wenn Angehörige Bescheid wissen, können sie mit einfachen Mitteln dafür sorgen, dass der Betroffene besser versteht: langsam und deutlich sprechen, den Abstand verringern und für eine ruhige Gesprächsumgebung sorgen.
Die Kosten für medizinisch notwendige Hörgeräte werden von den gesetzlichen Krankenkassen bis zu einem Festbetrag übernommen. Voraussetzung ist eine ärztliche Verordnung.
Hörprobleme vorbeugen – auch für Kinder und Jugendliche wichtig
Eine Altersschwerhörigkeit lässt sich nicht in jedem Fall verhindern. Aber die Risikofaktoren können deutlich reduziert werden – und das beginnt schon im Kindes- und Jugendalter. Neben dem Alter ist Lärm der wichtigste Risikofaktor für Hörschäden. Im Unterschied zu den Augen lassen sich die Ohren nicht einfach schließen. Sie sind rund um die Uhr auf Empfang.
Folgende Maßnahmen helfen, das Gehör in der ganzen Familie zu schützen:
- Kinder und Jugendliche sollten Musik über Kopfhörer nicht zu laut hören. Viele Smartphones bieten inzwischen eine Lautstärkebegrenzung an.
- Auch der Fernseher und die Musikanlage sollten auf einer moderaten Lautstärke bleiben.
- Wer beruflich starkem Lärm ausgesetzt ist, sollte konsequent Gehörschutz tragen. Mehr Infos zum Thema Lärm am Arbeitsplatz
- Bei Konzerten, Festivals oder lauten Freizeitaktivitäten wie Heimwerken empfehlen sich Ohrstöpsel.
- Regelmäßige Hörtests beim HNO-Arzt helfen, Veränderungen frühzeitig zu erkennen.
Hörgesundheit ist ein Thema, das die ganze Familie betrifft. Wer das Thema offen anspricht und rechtzeitig handelt, kann viel dafür tun, dass alle Generationen gut miteinander kommunizieren und am Familienleben teilhaben können.
In unserer Kategorie Familie und Gesundheit finden Sie noch viele weitere interessante Artikel.
Mehr aktuelle Nachrichten und Informationen in unserem Familienblog:
Auf der Startseite von unserem Familienportal finden Sie viele Artikel rund um das Familienleben.

