Stauprognose Sommerferien 2026: Wo es auf Deutschlands Autobahnen eng wird
Ende Juni starten die ersten Bundesländer in die Sommerferien, Mitte September ziehen die letzten nach. Dazwischen liegen knapp drei Monate, in denen Millionen Familien mit dem Auto in den Urlaub starten. Der ADAC hat seine Stauprognose für den Sommer 2026 veröffentlicht - und die fällt wenig überraschend aus: Rund 1.000 Baustellen auf den Autobahnen, mehrere langfristige Vollsperrungen und erhöhter Reiseverkehr aus dem europäischen Ausland sorgen für volle Straßen.
Wir haben die wichtigsten Informationen aus der ADAC-Stauprognose zusammengestellt - mit den staugefährdeten Strecken, den Dauerbaustellen und den Routen im Ausland, die Familien bei der Urlaubsplanung kennen sollten.
Diese Autobahnen sind besonders betroffen
Die klassischen Nord-Süd- und Ost-West-Verbindungen trifft es jedes Jahr. Trotzdem lohnt sich ein Blick auf die konkrete Liste - denn je nach Reiseziel lässt sich der Weg manchmal anders planen. Der ADAC nennt für den Sommer 2026 unter anderem diese besonders belasteten Strecken:
Die A1 von Fehmarn über Hamburg und Bremen bis Köln, die A2 zwischen Oberhausen und Magdeburg, die A3 von Arnheim über Köln bis Frankfurt sowie zwischen Linz und Passau, die A5 von Karlsruhe nach Basel und von Kassel nach Frankfurt, die A7 auf der gesamten Länge von Flensburg über Hamburg und Hannover bis Füssen, die A8 von Karlsruhe über Stuttgart und München bis Salzburg sowie die A9 zwischen Berlin und Halle/Leipzig. Auch der Berliner Ring (A10) und die Autobahnringe um München (A99) zählen zu den Nadelöhren.
Dazu kommen die Zubringer zu den Küsten: A23 Hamburg - Heide, A24 Pritzwalk - Berliner Ring, A27 Bremen - Bremerhaven. Wer Richtung Ostsee will, muss auf der A11 (Berliner Ring - Kreuz Uckermark) und A12 (Berliner Ring - Frankfurt/Oder) ebenfalls mit Verzögerungen rechnen.
Langfristige Sperrungen: Das sind die Dauerbaustellen
Neben den üblichen Wochenend-Sperrungen gibt es mehrere Autobahnen, die über Wochen oder Monate voll gesperrt bleiben. Diese Dauerbaustellen sollte man bei der Routenplanung unbedingt berücksichtigen:
- A7 Hamburg Richtung Hannover zwischen Maschener Kreuz/A39 und Horster Dreieck - gesperrt bis 17. Juli 2026.
- A44 Düsseldorf Richtung Essen zwischen Hetterscheidt und Velbert-Nord - gesperrt bis 3. Juli 2026.
- A27 Bremerhaven - Bremen in beiden Richtungen zwischen Bremen-Horn/Lehe und Bremen-Vahr - gesperrt bis 28. Oktober 2027, jeweils mittwochs bis donnerstags zwischen 22 und 5 Uhr.
- A59 Düsseldorf Richtung Köln zwischen Dreieck Düsseldorf-Süd und Monheim - gesperrt bis 30. September 2026.
- A66 Frankfurt Richtung Wiesbaden zwischen Schiersteiner Kreuz und Wiesbaden-Frauenstein - gesperrt bis 30. Juni 2026.
- A565 bei Bonn (Friedrich-Ebert-Brücke Bonn-Nord) - in beiden Richtungen bis auf Weiteres gesperrt.
Umleitungen sind ausgeschildert. Kurzfristige Änderungen wegen schlechtem Wetter oder zusätzlicher Bauarbeiten sind möglich.
Blockabfertigung und Abfahrtssperren in Süddeutschland
An Wochenenden und Feiertagen - gerade während der Sommerferien - gelten bei Stau Durchfahrtsverbote auf mehreren süddeutschen Strecken: auf der A7 im Landkreis Ostallgäu, auf der A8 in den Landkreisen Rosenheim, Berchtesgadener Land und Miesbach, auf der A93 Inntalautobahn sowie auf der B2/B23 im Landkreis Garmisch-Partenkirchen. Wer über diese Strecken Richtung Österreich oder Italien will, sollte das einplanen. Die Blockabfertigungen für Lkw auf der A93 finden meist montags und mittwochs statt.
Staustrecken im Ausland: Österreich, Schweiz und Italien
Auch jenseits der Grenze staut es sich regelmäßig. Die stärksten Verzögerungen meldet der ADAC auf folgenden Routen:
In Österreich betrifft es die A10 Tauernautobahn, die A12 Inntalautobahn, die A13 Brennerautobahn zwischen Innsbruck und Brenner, die A14 Rheintal/Walgau Autobahn, die Arlberg Bundesstraße (B197) sowie den Fernpass (B179). Seit dem 1. Mai gelten in den Bezirken Innsbruck, Kufstein, Imst und Reutte bei Autobahnstau Fahrverbote auf Ausweichstrecken - samstags, sonntags und feiertags jeweils von 7 bis 19 Uhr.
In der Schweiz sind die A2 (Gotthard-Route Luzern - Chiasso), die A13 (San-Bernardino-Route Chur - Bellinzona) und die A3 (Basel - Zürich - Chur) die klassischen Engpässe. Neu seit Mai 2026: Am Gotthard-Tunnel gibt es eine Sonderspur Richtung Airolo. Sie wird bei hohem Verkehrsaufkommen per Leuchttafel freigegeben und ermöglicht es, den Stau auf der Autobahn zu umgehen und direkt den Gotthardpass zu erreichen.
In Italien stauen sich vor allem die A22/SS12 (Brennerroute) und die A9/A7 auf dem Weg von der Schweizer Grenze über Mailand nach Genua.
Grenzkontrollen: Wartezeiten einplanen
Seit Mai 2025 wird an sämtlichen deutschen Grenzen bei der Einreise verschärft kontrolliert. An den Übergängen Suben (A3), Walserberg (A8) und Kiefersfelden (A93) sowie Ludwigsdorf (A4), Frankfurt/Oder (A12) und Forst (A15) kann es deshalb zu längeren Wartezeiten kommen. Gerade an den Reisewochenenden sollten Familien einen Zeitpuffer einplanen.
Rettungsgasse: Schon bei Stocken bilden
Was viele nicht wissen: Die Rettungsgasse muss gebildet werden, sobald der Verkehr stockt - nicht erst, wenn Rettungskräfte von hinten kommen. Wer auf dem linken Fahrstreifen fährt, weicht nach links aus. Alle anderen Spuren weichen nach rechts. In Baustellenbereichen mit schmalen Spuren empfiehlt der ADAC, versetzt zu fahren und im Ernstfall in die rechte Spur einzufädeln. Wer die Rettungsgasse nicht bildet, riskiert ein Bußgeld von bis zu 320 Euro.
Reisetipp für Familien
Wer zeitlich flexibel ist, fährt am besten dienstags bis donnerstags los. Die staureichsten Tage sind Freitagnachmittag (Abreise) und Samstag (Rückreise). Nachts und frühmorgens ist auf den meisten Strecken deutlich weniger los. Für Familien mit kleinen Kindern kann ein Nachtstart den Stau und gleichzeitig die Langeweile auf der Rückbank vermeiden. Tipps gegen Langeweile und Übelkeit gibt es in unserem Ratgeber zu langen Autofahrten mit Kindern.
Aus eigener Erfahrung: Wir hören auf der Autobahn immer Radio, um Staumeldungen früh mitzubekommen und wenn möglich auszuweichen. Im Sommer tanken wir außerdem schon bei halbem Tank nach - dann bleibt genug Reserve, um im Stau zwischendurch die Klimaanlage laufen zu lassen. Und: genügend Wasser, etwas Obst und ein paar Kekse gehören bei Hitze sowieso ins Auto.
Quelle: ADAC e.V., Stauprognose vom 15. Juni 2026 - Originalmeldung beim ADAC. Eigene Aufbereitung durch die Redaktion familie-und-tipps.de.






