Jugendliche blicken skeptischer auf Deutschlands Zukunft
Junge Menschen in Deutschland vertrauen auf ihre eigene Zukunft, bewerten die Aussichten für das Land und die Welt jedoch zunehmend kritisch. Das geht aus der aktuellen SINUS-Jugendstudie hervor, die im Auftrag der Krankenkasse BARMER durchgeführt wurde. Für die repräsentative Erhebung wurden im Herbst bundesweit rund 2.000 Jugendliche im Alter von 14 bis 17 Jahren befragt.
Persönlicher Optimismus bleibt stabil
80 Prozent der befragten Jugendlichen schätzen ihre persönlichen Zukunftsaussichten als positiv ein. Dieser Wert ist seit 2021 nahezu unverändert geblieben. 82 Prozent gaben an, mit ihrem derzeitigen Leben zufrieden zu sein – ein leicht höherer Wert als in den Vorjahren. Nur 15 Prozent äußerten sich unzufrieden.
Zuversicht für Deutschland und die Welt sinkt deutlich
Ganz anders fällt die Einschätzung zur Zukunft des Landes aus. Nur noch 44 Prozent der Jugendlichen blicken optimistisch auf Deutschlands Entwicklung. Im Vergleich zu 2021 entspricht das einem Rückgang um 18 Prozentpunkte. Noch zurückhaltender bewerten die jungen Menschen die globale Lage: Lediglich 36 Prozent sehen die Zukunft der Welt positiv, gegenüber 44 Prozent im Jahr 2021.
Jugendliche unterscheiden offenbar klar zwischen gesellschaftlichen und weltpolitischen Entwicklungen, die sie kaum beeinflussen können, und ihrer eigenen Zukunft, die sie als gestaltbar empfinden.
Kriege bereiten die größten Sorgen
Das Thema Krieg steht mit 63 Prozent deutlich an der Spitze der Zukunftssorgen. Jeweils rund 43 Prozent der Befragten nannten den Klimawandel, politischen Populismus und Extremismus sowie Umweltverschmutzung als große Sorgen. Wirtschaftskrisen beschäftigen 28 Prozent der Jugendlichen, Energiekrisen 23 Prozent. Die Suche nach einem Arbeitsplatz bereitet etwa einem Viertel der Befragten Sorgen. Hier ist es wichtig, dass Eltern ihr Kind bei der Berufswahl unterstützen.
Hintergrund zur Studie
Die SINUS-Jugendstudie wird seit 2021 jährlich vom SINUS-Institut im Auftrag der BARMER durchgeführt. Sie beleuchtet, was Jugendliche in Deutschland bewegt – von Zukunftssorgen über Themen wie Cybermobbing und Klimawandel bis hin zu Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz. Die Ergebnisse werden im Laufe des Jahres themenweise veröffentlicht.
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