Eine aktuelle Untersuchung der Krankenkasse Barmer zeigt deutliche Unterschiede bei der Gesundheit der Bevölkerung in Deutschland. Die Ergebnisse sind besonders für Familien interessant, denn sie zeigen, in welchen Regionen Menschen häufiger krank werden und welche Berufszweige besonders belastet sind.
Hamburg am gesündesten, Thüringen am Ende
Hamburg führt das Gesundheitsranking an, gefolgt von Baden-Württemberg und Bremen. Am anderen Ende der Skala steht Thüringen. Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind teilweise erheblich und sollten bei der Gesundheitsvorsorge stärker berücksichtigt werden.
Herzkrankheiten in Ostdeutschland häufiger
Besonders auffällig sind die regionalen Unterschiede bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen. In Sachsen-Anhalt, Thüringen und Sachsen leiden deutlich mehr Menschen an Herzinsuffizienz als im Bundesdurchschnitt. Dort waren im Jahr 2023 zwischen 70 und 77 von 1.000 Einwohnern betroffen. In Hamburg und Bremen hingegen lag die Zahl nur bei 25 beziehungsweise 26 pro 1.000 Einwohner.
Diese Unterschiede hängen teilweise mit der Altersstruktur zusammen, da Herzerkrankungen vor allem im höheren Alter auftreten. Dennoch zeigen die Zahlen, wo gezielte Präventionsmaßnahmen besonders wichtig wären.
Lesen Sie dazu: Präventionskurse der Krankenkassen
Kopfschmerzen und Migräne: Deutliche Unterschiede zwischen den Regionen
Auch bei Kopfschmerzerkrankungen und Migräne gibt es große regionale Unterschiede. In Bremen und Hamburg waren 33 von 1.000 Menschen betroffen, in Thüringen dagegen 41. Zwischen einzelnen Landkreisen variiert die Zahl sogar zwischen 26 und 57 Betroffenen pro 1.000 Menschen.
Gesundheitsberufe besonders belastet
Die Analyse zeigt auch branchenspezifische Belastungen. Im Gesundheits- und Sozialwesen ist der Anteil der Menschen mit Kopfschmerzen oder Migräne besonders hoch. Im Jahr 2023 suchten 73 von 1.000 Beschäftigten in dieser Branche deswegen ärztliche Hilfe. Dies liegt unter anderem daran, dass in diesen Berufen überwiegend Frauen arbeiten, die dreimal häufiger von Kopfschmerzerkrankungen betroffen sind als Männer.
Was bedeutet das für Familien?
Die Ergebnisse des Gesundheitsatlas zeigen, dass Prävention nicht überall gleich wichtig ist. Familien in Regionen mit höherer Krankheitslast sollten besonders auf eine gesunde Lebensweise achten. Dazu gehören ausreichend Bewegung (Familiensport), gesunde Ernährung und regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen.
Für Berufstätige in belasteten Branchen ist es wichtig, auf die eigene Gesundheit zu achten und Angebote zur betrieblichen Gesundheitsförderung zu nutzen. Gerade in Familien, in denen ein Elternteil im Gesundheits- oder Sozialwesen arbeitet, sollte auf ausreichende Erholungsphasen geachtet werden.
Weitere interessante Artikel finden Sie in unseren Bereich Familie und Gesundheit
Mehr aktuelle Nachrichten und Informationen in unserem Familienblog:
Auf der Startseite von unserem Familienportal finden Sie viele Artikel rund um das Familienleben.

