1,62 Millionen Alleinerziehende mit minderjährigen Kindern in Deutschland

Alleinerziehende Mutter sitzt mit ihrem Kind auf dem Sofa
Knapp jede fünfte Familie mit minderjährigen Kindern hat nur ein Elternteil – Symbolbild: © kieferpix - stock.adobe.com

In Deutschland leben rund 1,62 Millionen Alleinerziehende mit minderjährigen Kindern. Damit gibt es in knapp jeder fünften Familie (19,4 Prozent) nur einen Elternteil. Das hat das Statistische Bundesamt am 23. Juli 2026 auf Grundlage des Mikrozensus 2025 mitgeteilt. Gegenüber 2015 ist die Zahl der Alleinerziehenden leicht gesunken – damals waren es noch 1,65 Millionen, ihr Anteil an allen Familien lag bei 20,5 Prozent.

2,36 Millionen Kinder unter 18 Jahren wachsen bei einem alleinerziehenden Elternteil auf. Das entspricht 16,8 Prozent aller Minderjährigen in Deutschland.

Vor allem Mütter erziehen allein

Die große Mehrheit der Alleinerziehenden sind nach wie vor Frauen: 1,37 Millionen Mütter (84,4 Prozent) stehen 253.000 Vätern (15,6 Prozent) gegenüber. Der Anteil der Väter wächst aber: 2015 machten sie nur 11,1 Prozent aus, zehn Jahre später sind es 15,6 Prozent. Lesen Sie auch unere Tipps für alleinerziehende Mütter und alleinerziehende Väter!

373.000 der minderjährigen Kinder von Alleinerziehenden sind 16 oder 17 Jahre alt – ein Anteil von 15,8 Prozent. Ältere Jugendliche leben also überproportional häufig in Einelternfamilien.

Alleinerziehende 2025 auf einen Blick

Ergebnisse des Mikrozensus 2025

1,62 Mio.

Alleinerziehende

mit Kindern unter 18 Jahren

19,4 %

Anteil an allen Familien

2015 waren es noch 20,5 %

2,36 Mio.

Betroffene Kinder

16,8 % aller Minderjährigen

28,9 %

Armutsgefährdungsquote

Paarhaushalte mit Kindern: 12,0 %

Datenquelle: Statistisches Bundesamt (Destatis), Pressemitteilung Nr. N051 vom 23. Juli 2026.

Erwerbstätigkeit: Große Unterschiede zwischen Müttern und Vätern

Ob eine alleinerziehende Person Vollzeit arbeitet, hängt wesentlich vom Geschlecht ab. Von den alleinerziehenden Müttern gehen 69,8 Prozent einer Erwerbstätigkeit nach, knapp 40 Prozent in Vollzeit. Bei den Vätern sieht es anders aus: 82,8 Prozent sind erwerbstätig, 83,8 Prozent davon in Vollzeit.

Zum Vergleich: Mütter in Paarfamilien arbeiten zu 30,7 Prozent in Vollzeit, Väter in Paarfamilien zu 91,5 Prozent. Alleinerziehende Mütter sind demnach häufiger in Vollzeit beschäftigt als Mütter in Partnerschaften – was vor allem darauf zurückzuführen sein dürfte, dass sie als Alleinverdienerinnen stärker auf ein volles Gehalt angewiesen sind.

Armutsgefährdung mehr als doppelt so hoch

Trotz der höheren Vollzeitquote bleibt die finanzielle Situation für viele Alleinerziehende angespannt. 28,9 Prozent der Personen in Alleinerziehenden-Haushalten gelten als armutsgefährdet. Bei Paarhaushalten mit Kindern liegt die Quote bei 12,0 Prozent – weniger als die Hälfte.

Die Armutsgefährdungsschwelle liegt 2025 für Alleinerziehende mit zwei Kindern bei einem verfügbaren Einkommen von 2.311 Euro netto im Monat. Wer weniger hat, gilt statistisch als armutsgefährdet. Für eine alleinlebende Person beträgt der Schwellenwert 1.445 Euro. Oft trägt eine angespannte finanzielle Situation zusätzlich zur Überforderung bei Alleinerziehenden bei.

So schonen Familien mit kleinem Einkommen ihr Budget

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis), Pressemitteilung Nr. N051 vom 23. Juli 2026, Mikrozensus 2025. Eigene Aufbereitung durch die Redaktion familie-und-tipps.de.

Kathrin Knittel

Über die Autorin

Kathrin Knittel

Kathrin ist verheiratet und lebt mit ihrem Mann und dem gemeinsamen Hund am Rand von Berlin. Im Familienportal schreibt sie vor allem über Haushaltsthemen, Ernährung und alles rund ums Wohnen.

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