Was kostet eine Wohnung?

Text: C. D. (Mutter und Hausfrau) / Letzte Aktualisierung: 25.08.2021

Was kostet eine Wohnung?
Die Kosten für die erste Wohnung sollten nicht zu hoch sein - Symbolbild: © contrastwerkstatt

Unsere Autorin erklärt in diesem Artikel welche Kosten für eine Wohnung anfallen.

Inhaltsverzeichnis für diesen Artikel:

Checkliste Wohnungskosten

Endlich! Die eigenen vier Wände, in denen einem niemand Vorschriften macht. Steht der Auszug aus dem Elternhaus oder dem Studentenwohnheim an, so ist es für viele junge Menschen ein wichtiger und aufregender Schritt in ihrem Leben. Die erste eigene Wohnung bedeutet aber auch, dass von nun an regelmäßig Kosten ins Haus stehen und auch der Umzug in der Regel nicht ohne erheblichen finanziellen Aufwand zu schaffen ist. Welche finanziellen Aufwendungen kommen bei einem Umzug in eine neue Wohnung auf einen zu?

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Kaltmiete:

Wer eine Wohnung mietet, zahlt normalerweise pro Quadratmeter einen bestimmten festgelegten Mietpreis ohne Nebenkosten - die Kaltmiete. Werden Nebenkosten mit einem Wert pro Quadratmeter vom Vermieter festgelegt und zur Kaltmiete addiert, so ergibt sich die Warmmiete.

Nebenkosten:

Sie sind der Faktor, den viele junge Mieter einer Wohnung unterschätzen. Zu den Nebenkosten gehören in erster Linie die Heizkosten, das Wasser und Abwasser, sowie die Grundsteuer und die Kosten für den Schornsteinfeger bzw. für regelmäßige Hausmeisterdienste.

Weitere Nebenkosten:

Bei den Hauptnebenkosten bleibt es leider nicht. Oft tauchen auch die Gebäudereinigung oder die Nutzungsgebühren für eine Satellitenanlage im Haus auf der Nebenkostenrechnung auf. Zudem gehören Müllgebühren, oder Entgelte für einen Kabelanbieter extra noch auf die Liste der planbaren Kosten.
Tipp: Vor Vertragsabschluss nachfragen was zu den Nebenkosten gehört!

Mietkaution:

Mietvertrag, Geld und Wohnungsschlüssel
Die Kaution ist nur ein Punkt der Wohnungskosten
Foto: © djama

Vermieter sichern sich in der Regel über die Mietkaution gegen Mietausfälle bzw. ausstehende Nebenkosten und Schäden in der Wohnung ab. Die Mietkaution beträgt meist zwei Monatsmieten, kann jedoch regional sehr unterschiedlich ausfallen. Die Kaution wird bei Auszug an den Mieter zurückgezahlt, sofern keine offenen Rechnungen vorliegen.

Maklergebühren:

Der Wohnungsmarkt ist in vielen Regionen der Republik eng und so sind Makler eine gute Möglichkeit, an vernünftigen Wohnraum zu gelangen. Seit 2015 gilt das Bestellerprinzip. Das heißt, wer den Makler beauftragt, muss diesen bezahlen. Das sollte man sich bei der ersten Wohnung sehr genau überlegen. Die Kosten sind nicht festgelegt, der Makler kann diese frei bestimmen. Der Gesetzgeber hat den Betrag allerdings bei Mietverträgen auf 2 Nettokaltmieten zzgl. Mwst. gedeckelt.

Strom:

In den meisten Fällen ist der Strom nicht in den gezahlten Nebenkosten enthalten und muss mit Zählermiete und Verbrauch separat abgerechnet werden. Aber mit einigen Tricks kann man Strom sparen.

Telekommunikation:

Auf ein Telefon, das Internet bzw. das Handy möchte heute kaum jemand verzichten. Durch sie fallen monatliche Grundgebühren und verbrauchsabhängige Kosten an. Zudem können einmalige Anschlussgebühren durch den Netzbetreiber in Rechnung gestellt werden. Auch hier gilt: vorher gründlich informieren. Viele neue Mieter vergessen, dass zukünftig auch GEZ-Gebühren zu zahlen sind.

Versicherungen/Steuern:

Wer vorher im elterlichen Haushalt oder in Internaten während der Ausbildung gelebt hat, war in der Regel über die Eltern mitversichert. Von nun an Fallen Kosten für die Standardversicherungen an. Dazu zählen in erster Linie eine Hausratversicherung sowie eine Privathaftpflicht. Auf Wunsch kann eine Berufsunfähigkeits- oder Unfallversicherung hinzukommen. Wer mit dem Auto unterwegs ist, muss die Kfz-Versicherung sowie Steuern in das Haushaltsbudget einkalkulieren. Die Hundesteuer für ein Haustier gehört ebenso in die Budgetplanung. Lassen Sie sich am besten für jede einzelne Versicherung Angebote von verschiedenen Anbietern machen oder vergleichen Sie die Preise online.

Mobilität:

Die meisten Menschen müssen und wollen heute mobil sein. Dazu gehören in erster Linie Kosten für Busse und Bahnen im öffentlichen Nahverkehr, sowie für ein eventuelles Auto inklusive Versicherung, Steuern, Reparaturen und Kraftstoff. Am preiswertesten ist natürlich das Fahrrad. Hier sollte man aber genau überlegen, ob man damit den Weg zur Uni oder Arbeit täglich schafft.

Renovierungskosten:

Als einmalige aber nicht unerhebliche Aufwendungen fallen Rechnungen für die Renovierung der alten und neuen Wohnung an. Dazu zählen u.a. Ausbesserungsarbeiten, Farben, eventuelle neue Bodenbeläge und vieles mehr. Mitunter müssen alte Teppiche, Tapeten oder Möbel bzw. Sperrmüll kostenpflichtig entsorgt werden. Fragen Sie vorab nach wie das im Mietvertrag geregelt ist. Muss der Vormieter die Wohnung renovieren oder übernehmen Sie diese Aufgabe und dürfen dann bei Auszug auch eine unrenovierte Wohnung übergeben?

Je nach dem wieviel in der Wohnung zu renovieren ist, sollte man evtl. einen Profi ans Werk lassen. Müssen nur ein paar Wände gestrichen werden, kann man das auch selber machen. Farbe, Pinsel und Malermaterial bekommt man im Baumarkt recht preiswert.

Was kostet eine neue Wohnung? Ungeplante Ausgaben:

Wer bereits umgezogen ist, kennt das Problem. Hier ein Dübel, da ein neuer Siphon für die Spüle und schon ist weniger Geld im Portemonnaie. Kleinigkeiten wie Malerfolie oder Umzugskartons kosten Geld. Oft braucht man neues Werkzeug oder andere Kleinigkeiten, die sich schnell finanziell bemerkbar machen. Tipp: Wenn möglich vor dem Neukauf bei Familie, Verwandten und Freunden nachfragen. Oft hebt irgendjemand solche Sachen auf und kann so schnell aushelfen.

Was kostet der Umzug?

Für ihn muss ein Umzugsunternehmen oder ein geeignetes Fahrzeug her. Dieses kostet nicht nur Miete, sondern benötigt auch Kraftstoff. Des Weiteren braucht man Umzugshelfer. Selbst wer viele Freunde hat, kommt am Umzugstag nicht ohne weitere Kosten klar. Umzugskartons, Trinkgelder, Werkzeug, Verpflegung und Getränke für die Helfer summieren sich rasch. Wird das Haustier für den Umzug noch in Pflege gegeben, landen schnell weitere Rechnungen im Briefkasten.
Lesen Sie dazu auch: Umzug selber machen oder mit Umzugsunternehmen?

Schreibgebühren und Ämter:

Ein Umzug hat immer zur Folge, dass eine Menge Papierkrieg zu erledigen ist. Wer seine Ausweisdokumente und den Führerschein ummeldet, muss mit deutlichen Schreibgebühren rechnen. Selbst der Nachsendeauftrag der Post kostet Einiges.

Tipp: Vorab eine Liste erstellen was alles zu erledigen ist und wer die neue Adresse mitgeteilt bekommen muss. Sortieren Sie sich diese Liste nach Wichtigkeit. Der Arbeitgeber und die Bank sind wichtiger als der Hausarzt oder das Fitnessstudio.

Die neue Wohnungseinrichtung:

Endlich ist es soweit, man bezieht die eigene Wohnung, doch die alten Rollos passen nicht an die neuen Fenster und eine bequeme Couch sollte es auch schon sein. Die Einrichtung einer neuen Wohnung ist immer mit Kosen verbunden. Dazu gehört nicht nur Mobiliar, sondern auch die Küchen- und Badausstattung sowie unzählige Kleinigkeiten, und sei es nur eine Packung Pflaster oder Schmerztabletten. Im Idealfall ist in der Wohnung eine Küche oder Sie können diese für wenig Geld vom Vormieter übernehmen.


Schauen Sie sich in den Möbelhäusern um und erstellen Sie eine Liste mit benötigten Möbeln. So verschaffen Sie sich einen Überblick über die anfallenden Kosten. Wer es preiswert mag und wer keinen Wert auf unbenutzte Möbel legt, kann auch auf Flohmärkten oder in Kleinanzeigen fündig werden. Manchmal lohnt es sich auch in sozialen Medien, die eine regionale Gruppe haben, nachzufragen, ob jemand das Gesuchte für wenig Geld verkaufen würde. So lernt man auch gleich neue Menschen kennen.

Kosten für die erste Wohnung

Mal eben schnell ausziehen ist also leichter gesagt als getan. Die Kosten für die erste Wohnung sollten wohl überdacht werden. Wer sich vorab über alle Punkte Gedanken macht, kann sicher den einen oder anderen Euro sparen.

Ein Umzug ist immer eine aufregende und anstrengende Zeit. Jeder sollte sich vorher genau informieren, ob er den finanziellen Aufwand der damit verbunden ist, auch tragen kann.
Tipp: Miete plus Nebenkosten sollten nicht mehr als 1/3 des monatlichen Einkommens ausmachen. Also schon bei der Wohnungssuche genau auf die Preise achten!

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