Was kostet eine Wohnung?

Mietvertrag, Geld und Wohnungsschlüssel
Die Kaution ist nur ein Punkt der Wohnungskosten
Foto: © djama

Checkliste Wohnungskosten

Endlich! Die eigenen vier Wände, in denen einem niemand Vorschriften macht.

Steht der Auszug aus dem Elternhaus oder dem Studentenwohnheim an, so ist es für viele junge Menschen ein wichtiger und aufregender Schritt in ihrem Leben. Die erste eigene Wohnung bedeutet aber auch, dass von nun an regelmäßig Kosten ins Haus stehen und auch der Umzug in der Regel nicht ohne erheblichen finanziellen Aufwand zu schaffen ist. Welche finanziellen Aufwendungen kommen bei einem Umzug in eine neue Wohnung auf einen zu?
[Wann dürfen Kinder zu Hause ausziehen?]

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Kaltmiete:

Wer eine Wohnung mietet, zahlt normalerweise pro Quadratmeter einen bestimmten festgelegten Mietpreis ohne Nebenkosten - die Kaltmiete. Werden Nebenkosten mit einem Wert pro Quadratmeter vom Vermieter festgelegt und zur Kaltmiete addiert, so ergibt sich die Warmmiete.

Nebenkosten:

Sie sind der Faktor, den viele junge Mieter einer Wohnung unterschätzen. Zu den Nebenkosten gehören in erster Linie die Heizkosten, das Wasser und Abwasser, sowie die Grundsteuer und die Kosten für den Schornsteinfeger bzw. für regelmäßige Hausmeisterdienste.

Weitere Nebenkosten:

Bei den Hauptnebenkosten bleibt es leider nicht. Oft tauchen auch die Gebäudereinigung oder die Nutzungsgebühren für eine Satellitenanlage im Haus auf der Nebenkostenrechnung auf. Zudem gehören Müllgebühren, oder Entgelte für einen Kabelanbieter extra noch auf die Liste der planbaren Kosten.
Tipp: Vor Vertragsabschluss nachfragen was zu den Nebenkosten gehört!

Mietkaution:

Vermieter sichern sich in der Regel über die Mietkaution gegen Mietausfälle bzw. ausstehende Nebenkosten und Schäden in der Wohnung ab. Die Mietkaution beträgt meist zwei Monatsmieten, kann jedoch regional sehr unterschiedlich ausfallen. Die Kaution wird bei Auszug an den Mieter zurückgezahlt, sofern keine offenen Rechnungen vorliegen.

Maklergebühren:

Der Wohnungsmarkt ist in vielen Regionen der Republik eng und so sind Makler eine gute Möglichkeit, an vernünftigen Wohnraum zu gelangen. Sie verlangen mitunter vom Mieter eine Maklergebühr. Vor dem Umzug und dem Erteilen eines Maklerauftrages sollten daher die anfallenden Maklergebühren geprüft werden.

Strom:

In den meisten Fällen ist der Strom nicht in den gezahlten Nebenkosten enthalten und muss mit Zählermiete und Verbrauch separat abgerechnet werden. (Tipps zum Strom sparen)

Telekommunikation:

Auf ein Telefon, das Internet bzw. das Handy möchte heute kaum jemand verzichten. Durch sie fallen monatliche Grundgebühren und verbrauchsabhängige Kosten an. Zudem können einmalige Anschlussgebühren durch den Netzbetreiber in Rechnung gestellt werden. Auch hier gilt: vorher gründlich informieren. Viele neue Mieter vergessen, dass zukünftig auch GEZ-Gebühren zu zahlen sind.

Versicherungen/Steuern:

Wer vorher im elterlichen Haushalt oder in Internaten während der Ausbildung gelebt hat, war in der Regel über die Eltern mitversichert. Von nun an Fallen Kosten für die Standardversicherungen an. Dazu zählen in erster Linie eine Hausratversicherung sowie eine Privathaftpflicht. Auf Wunsch kann eine Berufsunfähigkeits- oder Unfallversicherung hinzukommen. Wer mit dem Auto unterwegs ist, muss die Kfz-Versicherung sowie Steuern in das Haushaltsbudget einkalkulieren. Die Hundesteuer für ein Haustier gehört ebenso in die Budgetplanung.

Mobilität:

Die meisten Menschen müssen und wollen heute mobil sein. Dazu gehören in erster Linie Kosten für Busse und Bahnen im öffentlichen Nahverkehr, sowie für ein eventuelles Auto inklusive Versicherung, Steuern, Reparaturen und Kraftstoff.

Renovierungskosten:

Als einmalige aber nicht unerhebliche Aufwendungen fallen Rechnungen für die Renovierung der alten und neuen Wohnung an. Dazu zählen u.a. Ausbesserungsarbeiten, Farben, eventuelle neue Bodenbeläge und vieles mehr. Mitunter müssen alte Teppiche, Tapeten oder Möbel bzw. Sperrmüll kostenpflichtig entsorgt werden.

Ungeplante Kosten:

Wer bereits umgezogen ist, kennt das Problem. Hier ein Dübel, da ein neuer Siphon für die Spüle und schon ist weniger Geld im Portemonnaie. Kleinigkeiten wie Malerfolie oder Umzugskartons kosten Geld. Oft braucht man neues Werkzeug oder andere Kleinigkeiten, die sich schnell finanziell bemerkbar machen. Tipp: Wenn möglich vor dem Neukauf bei Familie, Verwandten und Freunden nachfragen. Oft hebt irgendjemand solche Sachen auf und kann so schnell aushelfen.

Der eigentliche Umzug:

Für ihn muss ein Umzugsunternehmen oder ein geeignetes Fahrzeug her. Dieses kostet nicht nur Miete, sondern benötigt auch Kraftstoff. Des Weiteren braucht man Umzugshelfer. Selbst wer viele Freunde hat, kommt am Umzugstag nicht ohne weitere Kosten klar. Umzugskartons, Trinkgelder, Werkzeug, Verpflegung und Getränke für die Helfer summieren sich rasch. Wird das Haustier für den Umzug noch in Pflege gegeben, landen schnell weitere Rechnungen im Briefkasten.
(Umzug selber machen oder mit Umzugsunternehmen?)

Schreibgebühren und Ämter:

Ein Umzug hat immer zur Folge, dass eine Menge Papierkrieg zu erledigen ist. Wer seine Ausweisdokumente und den Führerschein ummeldet, muss mit deutlichen Schreibgebühren rechnen. Selbst der Nachsendeauftrag der Post kostet Einiges.

Die neue Wohnungseinrichtung:

Endlich ist es soweit, man bezieht die eigene Wohnung, doch die alten Rollos passen nicht an die neuen Fenster und eine bequeme Couch sollte es auch schon sein. Die Einrichtung einer neuen Wohnung ist immer mit Kosen verbunden. Dazu gehört nicht nur Mobiliar, sondern auch die Küchen- und Badausstattung sowie unzählige Kleinigkeiten, und sei es nur eine Packung Pflaster oder Schmerztabletten.

Ein Umzug ist immer eine aufregende und anstrengende Zeit. Jeder sollte sich vorher genau informieren, ob er den finanziellen Aufwand der damit verbunden ist, auch tragen kann.
Tipp: Miete plus Nebenkosten sollten nicht mehr als 1/3 des monatlichen Einkommens ausmachen. Also schon bei der Wohnungssuche genau auf die Preise achten!
Text: C. D. / Stand: 11.04.2019

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