Fallen bei der Wohnungssuche

Wohnungsanzeigen in der Zeitung
Eine Falle bei der Wohnungssuche ist die Wohnungsanzeige
Foto: © H-J Paulsen


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Auf diese Fallen sollten Sie bei der Wohnungssuche achten

Eine gemütliche neue Wohnung zu finden ist nicht nur eine Herausforderung, weil man sich dort zukünftig ganz sicher wohl fühlen möchte und der Wohnungsmarkt vor allem in Großstädten eng ist, sondern weil wenige schwarze Schafe es seriösen Vermietern schwer machen. So können Fallen im Mietvertrag oder Betrüger im Internet später genauso für kostspieligen Ärger sorgen, wie versteckte Mängel innerhalb der Wohnung. Es lohnt sich also, genau auf Details zu achten, um nicht in eine Falle bei der Wohnungssuche zu tappen.

Betrugsfalle Internet

Das Internet dient heute ganz selbstverständlich als ideale Plattform für Wohnungssuchende und Vermieter. Dies machen sich leider auch Betrüger zu nutze. So werden oft gut ausgestattete Wohnungen preiswert in Top-Lagen im Netz inseriert, die natürlich viele Interessenten locken. Wer jedoch eine Mietkaution überweist, ohne vorher einen festen Mietvertrag unterschrieben zu haben, wird oft sein Geld nicht wiedersehen und dem lukrativen Wohnungsangebot ebenso hinterher schauen. Daher gilt: Kautionen niemals im Voraus zahlen. Eine weitere oft praktizierte Masche ist das Herausgeben von Listen zu vermietender Wohnungen gegen Geld. Diese Abzocke führt in der Regel nicht zum Erfolg und wird von Betrügern ebenfalls immer wieder effektvoll betrieben. Sie kopieren die Listen einfach von anderen Anbietern und haben gar keinen Vermietungsauftrag durch den Eigentümer erhalten. Also Vorsicht bei nicht kostenfreiem Zugang zu Vermietungslisten, die mitunter nicht aktualisiert werden, und bei Zahlungen von Mietkautionen ohne festen Mietvertrag und vorheriger Übergabe der Wohnungsschlüssel. Insbesondere nicht, wenn der Eigentümer angeblich im Ausland beheimatet ist.

Mietverträge mit Tücken

Dass Verträge nicht immer für den Normalverbraucher verständlich sind, kennen viele Menschen aus diversen Lebensbereichen. Mietverträge bilden hier keine Ausnahme. Dennoch sind oft ganz offensichtliche Fallen in den Verträgen enthalten. So zum Beispiel die falsche Angabe der Quadratmeter. Weicht diese um mehr als zehn Prozent vom eigentlichen Wert ab, kann der Mieter normalerweise dagegen vorgehen. Wird jedoch im Mietvertrag vermerkt, dass die Angabe der Größe wegen eventueller Messfehler nicht zur Festlegung der Mietsache gehört, sondern vielmehr die Zahl der Räume die Größenordnung der Mietsache beschreibt, hat der Mieter das Nachsehen. Abgesehen von der Quadratmeterzahl der Wohnung versuchen manche Vermieter auch die Kündigungsfristen zu ihrem Vorteil auszulegen und wollen einen Kündigungsausschluss von mehreren Jahren festlegen. Dies nützt jedoch nur dem Vermieter, der Ihnen sowieso nur in Ausnahmefällen - wie etwa Eigenbedarf - kündigen kann. Sie hingegen sind über Jahre an die Wohnung gebunden und können im Ernstfall bei beruflichen oder familiären Veränderungen nicht reagieren. Ein weiterer Streitpunkt bei Mietverträgen sind die Renovierungsklauseln. Hier haben Gerichte zugunsten der Mieter oft entschieden, dass einige Vertragsklauseln zum Thema festgelegte oder kurzzeitige Schönheitsreparaturen keine Gültigkeit haben.

Versteckte Mängel in der Wohnung

Nicht immer sind Mängel innerhalb der Wohnung sofort sichtbar. Im besten Fall begleitet Sie der Partner oder Freund zur Wohnungsbesichtigung. Dann gilt es, genau hinzuschauen. Gibt es Schimmelbildung an den Fenstern oder Wänden, sind die Silikonfugen der Fenster mit dunklen Schimmelflecken durchzogen? Ist an Stellen die Tapete lose oder locker? Prüfen Sie die Fenster und Balkontüren auf Dichtheit und die Heizungen auf Rost. Vergessen Sie keinesfalls auch die Keller- und Abstellräume in Augenschein zu nehmen. Hat der Bodenbelag Flecken oder sind Fliesen oder die Sanitärkeramik sowie Duschabtrennungen oder Mischbatterien beschädigt? Behalten Sie die Nebenkosten im Blick. Wie hoch werden sie angesetzt und ist dieser Wert realistisch? Ist das Haus gedämmt? Ebenso interessant ist die Elektrik. Ist sie auf dem neuesten sicheren Stand oder sind die Leitungen noch über Putz verlegt? Ein Blick in den Sicherungskasten verrät einiges. Wenn möglich ist es ratsam, die Wohnung an einem Wochentag nachmittags oder gegen Abend zu besichtigen, um eventuelle Lärmbelästigung durch die Nachbarn zu erkennen. Fragen Sie nach geplanten Modernisierungsmaßnahmen, die Ihnen im Zweifelsfall bald die Miete erhöhen könnten. Sollten Sie das Glück haben einen Nachbarn anzutreffen, so fragen Sie ihn nach seinen Nebenkosten und der Zahl der Vormieter. Häufig wechselnde Mietparteien sind oft ein Zeichen für Mängel in der Wohnung.

In der aufregenden Zeit der Suche nach einer neuen Wohnung geschehen schnell Flüchtigkeitsfehler. Da wird der eine oder andere Schaden nicht bemerkt und daher nicht ins Übergabeprotokoll eingetragen. Diese kleinen Fehler können mitunter spätestens beim Auszug teuer werden. Also besser zwei Mal hinschauen: beim Inserat, dem Vertrag und der Wohnungsbesichtigung.
Text: C. D. / Stand: 04.06.2019

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