Vegane Ernährung in der Schwangerschaft

Schwangere ernährt sich vegan
Eine vegane Ernährung in der Schwangerschaft ist möglich
Foto: © pic-unique


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Immer mehr Menschen streichen konsequent alle tierischen Lebensmittel von ihrem Speiseplan. Sie ernähren sich vegan - doch damit nicht genug. Veganismus ist nicht nur eine Ernährungsform, sondern ein Lebensstil, welcher die Abneigung gegenüber der sehr umstrittenen Massentierhaltung und der Welternährungsproblematik demonstriert. Erwartet eine Veganerin ein Baby, so wird diese Form der Ernährung ganz besonders hinterfragt - und das aus gutem Grund. Schließlich besteht beim völligen Verzicht tierischer Produkte die Gefahr, dass wichtige Mineralien und Spurenelemente zu kurz kommen und das Ungeborene gesundheitliche Probleme davontragen könnte. Doch wer sich auskennt, kann sich auch während der Schwangerschaft vegan ernähren.

Was sollten Schwangere bei der veganen Ernährung beachten?

Veganer verzichten neben Fleisch, Wurstwaren und Fisch auch komplett auf Milch, Milchprodukte, Eier und Honig. Ihnen fehlen damit auf den ersten Blick eine wichtige Eisenquelle sowie zuverlässige Kalziumlieferanten. Doch genau diese "Lücken" können hochwertige pflanzliche Nahrungsmittel schließen - dies setzt allerdings einige Kenntnisse über eine ausgewogene und vollwertige Ernährung voraus. Gesunde Ernährung ist für alle Menschen wichtig, doch in der Schwangerschaft können eventuelle Defizite nicht nur der Mutter schaden, sondern auch das Ungeborene in seiner Entwicklung beeinträchtigen. Aus diesem Grund ist es für jede vegan lebende Schwangere unabdingbar, sich genau über den Bedarf an den notwendigen Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen zu informieren.

Vitamine
Bei einer ausgewogenen veganen Ernährung kommen die Vitamine in der Regel nicht zu kurz. Werdende Mütter sollten auch beim Genuss von Obst und Gemüse auf Abwechslung achten. Die schmackhaften Vitaminspender kaufen Sie am besten saisonal und regional ein, da zum Einen die Belastung der Umwelt durch weite Transportwege nicht dem Gedanken des Veganismus entspricht und zum Anderen in der Region angebautes Gemüse deutlich frischer angeboten wird.

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Eisen
Verzichtet eine werdende Mutter auf Fleisch, so kann unter Umständen die Versorgung mit Eisen unzureichend sein. Doch dies geht nicht nur Vegetariern und Veganern so, sondern auch andere Frauen können Problem mit ihrem Eisenwert haben. Die regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen beim Frauenarzt geben dem Gynäkologen einen guten Überblick über den Gesundheitszustand der werdenden Mutter. In diesem Rahmen werden auch die Blutwerte überprüft, so dass der Arzt einen eventuellen Eisenmangel sofort erkennen und geeignete Maßnahmen einleiten kann. Reicht besonders eisenhaltiges Obst und Gemüse, wie beispielsweise Rote Beeren, Spinat, Topinambur oder Rote Bete nicht aus, um den Bedarf zu decken, so wird der Frauenarzt zusätzlich Eisenpräparate empfehlen.

Kalzium und Vitamin D
Veganer verzichten neben Fleisch und Fisch auch auf sämtliche Milchprodukte und müssen daher sehen, dass sie andere Kalziumquellen für sich nutzen können. Brokkoli, Fenchel, Porree und Grünkohl sind Gemüsesorten mit einem hohen Kalziumgehalt und besitzen eine relativ hohe Bioverfügbarkeit. Ebenso können Tofu-Produkte, Mandeln, Sesam und kalziumreiche Mineralwässer (über 150 mg/l) dabei helfen, den Bedarf dieses wichtigen Spurenelementes zu decken. Wussten Sie, dass Vitamin D eine wesentliche Rolle bei der Kalziumabsorption spielt? Schon täglich mindestens 30 min Aufenthalt im Freien tragen dazu bei, dass der Körper Vitamin D produziert. Sollte Veganerinnen das nicht möglich sein, so kann unter Umständen nach Rücksprache mit dem Arzt ein Vitamin D-Präparat eingenommen werden.

Vitamin B 12
Ein Verzicht auf tierische Produkte bringt fast unweigerlich einen Mangel an B 12 mit sich. B 12 ist ein Vitamin, welches für die Blutbildung, die Zellteilung und für das Nervensystem benötigt wird. Zwar können auch Fleischesser einen B12-Mangel erleiden, doch rein statistisch gesehen sind Veganer davon deutlich häufiger betroffen. B 12 lässt sich kaum über pflanzliche Nahrung zuführen und viele Veganer entschließen sich daher, in regelmäßigen Abständen B12 zu supplementieren.

Eine vegane Ernährung kann auch in der Schwangerschaft realisiert werden. Die werdende Mutter sollte sich aber sehr gut mit den benötigten Vitaminen, Mineralien und Spurenelemente auskennen und im Zweifelsfall eine professionelle Ernährungsberatung in Anspruch nehmen.
Text: K. L. / Stand: 11.04.2019

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[Bitte beachten Sie: Unsere Artikel können nicht den Rat eines Arztes ersetzen. Bei gesundheitlichen Problemen wenden Sie sich bitte immer an einen Arzt Ihres Vertrauens!]

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