Welche Lebensmittel in der Schwangerschaft meiden?

Ein Teller Sushi
Sushi und andere rohe Lebensmittel sollten Sie in der
Schwangerschaft meiden - Foto © eyetronic

Inhaltsverzeichnis dieses Artikels:

Verbotene Lebensmittel in der Schwangerschaft

Sie erwarten ein Baby? Herzlichen Glückwunsch! Sicher ist dies für Sie eine ganz besonders spannende Zeit und Sie möchten natürlich alles richtig machen, um Ihre eigene und die Gesundheit Ihres Ungeborenen nicht zu gefährden.
Einen ganz wesentlichen Teil können Sie selbst dazu beitragen, indem Sie Ihre Ernährung genau unter die Lupe nehmen und bestimmte Lebensmittel in der Schwangerschaft meiden. Keine Sorge - Sie müssen in den nächsten Wochen und Monaten nicht zum Bio-Vollwert-Weib mutieren und auch der Genuss beim Essen bleibt nicht auf der Strecke. Jedoch ist bei einigen Lebensmitteln jetzt Verzicht angesagt, da diese krankmachende Keime enthalten können. Im schlimmsten Fall kann eine Fehlgeburt oder eine Missbildung beim Kind die Folge sein.
(Gesunde Lebensweise in der Schwangerschaft)

Diese Lebensmittel sollten Schwangere meiden

Fleisch und Fisch immer gut durchgaren
Sie lieben ein saftiges Roastbeef oder ein frisches Brötchen mit Tatar und gehackten Zwiebeln? Nun, auf rohes und nicht ganz durchgegartes Fleisch müssen Sie jetzt leider verzichten. Ebenso auf Sushi und sonstigen rohen Fisch. Diese Lebensmittel könnten Parasiten übertragen und zu einer Toxoplasmose führen. Ebenso besteht die Gefahr an einer Listeriose zu erkranken, welche von Bakterien ausgelöst wird. Beim Steak Tatar oder der Mettwurst ist die Sache also eindeutig, doch was viele nicht wissen: auch Salami, Teewurst, Cervelatwurst und Landjäger zählen zu den Rohwürsten und sollten daher in der Schwangerschaft vorsichtshalber gemieden werden.

Leber, Nierchen & Co
Generell empfiehlt es sich, Innereinen nicht all zu oft auf den Speiseplan zu setzen. Doch besonders im ersten Trimester der Schwangerschaft sollten Leber und weitere Innereien gemieden werden. Gründe gegen einen Verzehr sind der relativ hohe Gehalt an Vitamin A und mögliche Giftstoffe, welche in diesen Lebensmitteln gespeichert sein können. Allerdings schadet es keiner werdenden Mutter, wenn sie hin und wieder eine Scheibe Brot mit Leberwurst zu sich nimmt.

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Rohmilch und Rohmilchprodukte in der Schwangerschaft meiden
Die wenigsten Menschen haben heutzutage überhaupt noch Zugang zu Rohmilch. Diese sollte jedoch in der Schwangerschaft wegen der Gefahr einer Listeriose-Erkrankung gemieden werden. Ebenso verhält es sich mit Rohmilchprodukten, beispielsweise mit dem Rohmilchkäse. Studieren Sie beim Kauf von Molkereiprodukten also unbedingt das Etikett mit den Produktinformationen, um Rohmilch in diesen Lebensmitteln umgehen zu können. Achtung: Listerien können sich auch in der Rinde von Weich- oder Schimmelkäse (zum Beispiel Camembert und Blauschimmelkäse) befinden. Daher gehen Sie auf Nummer sicher, indem Sie die Rinde dieser Käsesorten vor dem Verzehr entfernen.

Eier
Eier sind in der Schwangerschaft unproblematisch, solange sie hart gekocht, durchgebraten oder im Kuchen verarbeitet werden. Rohe Eier jedoch können Salmonellen übertragen. Das Naschen von rohem Kuchenteig ist jetzt also ebenso tabu wie der Genuss von Tiramisu oder Mayonnaise.

Salat und Obst
Vitamine und Mineralstoffe sind in der Schwangerschaft äußerst wichtig und vorrangig in Obst und Gemüse zu finden. Doch waschen Sie Ihr "Grünzeug" unbedingt vor dem Verzehr sorgfältig ab, um eine Infektion mit Listerien zu vermeiden. Gurke, Apfel, Karotte & Co müssen allerdings nicht unbedingt geschält werden. Unter der Schale befinden sich die meisten Vitamine; daher ist es sinnvoller, Obst und Gemüse nur sehr gründlich zu waschen.

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Kräuter und Gewürze
Der normale Gebrauch von Kräutern und Gewürzen ist auch für Schwangere nicht schädlich. Zwar können Zimt, Kardamon, Ingwer, Oregano und Nelke Wehen auslösen, aber nur dann, wenn davon große Mengen verzehrt werden. Ein wenig Zimt auf dem Grießbrei oder ein Glas Ingwertee können also auch werdende Mütter genießen. Sind Sie sich unsicher und besteht bei Ihnen die Gefahr von vorzeitigen Wehen, so fragen Sie sicherheitshalber bei Ihrem Arzt oder Ihrer Hebamme nach.

Alkohol vermeiden, Kaffee und Tee in Maßen
Alkohol kann dem ungeborenen Kind erheblichen Schaden zufügen und es massiv in seiner Entwicklung stören. Daher sollten werdende Mütter auf das Glas Rotwein am Abend genauso verzichten wie auf den alkoholischen Cocktail beim Treffen mit der besten Freundin. (Alkohol in der Schwangerschaft)
Der Genuss von Kaffee dagegen ist nicht gänzlich untersagt. Zwar gelangt das Koffein über die Plazenta zum Baby, doch gegen ein bis zwei Tassen pro Tag hat niemand etwas. Beachten Sie bitte, dass schwarzer und grüner Tee Teein, Kakao und Schokolade Koffein enthalten und haben Sie stets den Gesamtkonsum im Blick. Übrigens kann Kaffee zu Sodbrennen in der Schwangerschaft führen.

Vorsicht bei alten und verdorbenen Lebensmitteln

Der überlagerte Quark, die halbschimmelige Apfelsine oder die Packung Eier, bei der keiner mehr weiß wann sie gekauft wurde - alte und verdorbene Produkte bergen die Gefahr einer Lebensmittelvergiftung in sich. Besonders Salmonellen können zu langwierigen und schwer verlaufenden Erkrankungen führen. Achten Sie daher besonders bei der Zubereitung von Geflügelfleisch und beim Umgang mit rohen Eiern auf eine ausreichende Küchenhygiene und vermeiden Sie den Genuss dieser Lebensmittel im rohen Zustand.

Für manch eine Schwangere mag die Aufzählung der verbotenen Lebensmittel etwas übertrieben erscheinen. Natürlich sind Toxoplasmose und Listeriose relativ selten und die Gefahr, sich damit anzustecken, recht gering. Dennoch können diese Erkrankungen zu schweren Fehlbildungen oder gar zum Tod des Ungeborenen führen. Neun Monate auf diese Lebensmittel zu verzichten ist eine absehbare Zeit und nach der Geburt können Sie sich dann gern wieder ein deftiges Salamibrot oder einen Kartoffelsalat mit Mayonnaise gönnen.
Text: K. L. / Stand: 04.06.2019

[Bitte beachten Sie: Unsere Artikel können nicht den Rat eines Arztes ersetzen. Bei gesundheitlichen Problemen wenden Sie sich bitte immer an einen Arzt Ihres Vertrauens!]

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