Corona: Wie können Kinder mit Smartphone Kontakt zu Schulfreunden halten?

Das Handy als Hilfsmittel in der Corona Krise

Mädchen spielt am Handy
Mit dem Handy können Kinder in der Corona Krise Kontakt zu Schulfreunden halten und lernen. / Foto: © kite_rin - stock.adobe. com

Die Coronakrise hat unseren Alltag in nahezu allen Bereichen des Lebens verändert. Vor allem der zum Schutz der Gesundheit geforderte Abstand zu anderen („Social Distancing“) stellt eine große Herausforderung dar. Und das nicht nur für Erwachsene, sondern auch – oder gerade – für Kinder.

Bislang waren sie es gewohnt, den Vormittag mit Freunden in der Schule zu verbringen und sich nachmittags zum Spielen oder zu Unternehmungen zu verabreden. Viele sind darüber hinaus in einem Sportverein, musizieren oder teilen mit ihren Kameraden andere Hobbys. Doch in Zeiten der Corona-Pandemie müssen sie auf alle persönlichen Kontakte zu Gleichaltrigen verzichten – und das schon seit mehreren Wochen. Mit dem Alter der Kinder und der zunehmenden Dauer der Isolation von den Freunden wird das zum Problem. Umso wichtiger ist es, dass Kids auf andere Weise Kontakt mit ihren Altersgenossen halten können – dank Smartphone ist das relativ einfach möglich.
Weitere Infos zum Thema Handys für Kinder in unserem Portal.

Virtueller Kontakt zu Freunden

Während des Social Distancings sind direkte Kontakte zu Menschen außerhalb der Familie untersagt. Hier bieten Smartphones und Tablets Kindern eine Alternative, die Beziehung zu anderen Menschen zu pflegen. Das gilt nicht nur für die oft isolierten Großeltern, die während dieser Zeit vom Kontakt zu ihren Enkeln profitieren, sondern auch für Freunde. Denn für die psychische Gesundheit von Kindern ist es enorm wichtig, sich mit Gleichaltrigen über Erlebnisse und Sorgen austauschen zu können.
Ein weiterer Vorteil von Smartphones und Tablets ist es, während der Schulschließungen, Kinder gemeinsam lernen zu lassen. Via Video-Chat können sie zusammen an Aufgaben arbeiten und sich beraten. Da Eltern beim Homeschooling zwangsläufig die Rolle des Lehrers übernehmen müssen, manchmal aber auch nicht weiterwissen, ist der direkte Austausch zwischen den Kindern praktisch. Für Sie als Eltern macht es also aus vielerlei Sicht Sinn, Ihrem Nachwuchs während der Corona-Krise den Kontakt zu Freunden via Smart-Device zu ermöglichen. Auch wenn Sie es sonst eher skeptisch sehen, wenn Ihr Kind mit dem Smartphone in der Hand am Tisch sitzt.

Tipps für Eltern
Damit das virtuelle Playdate, der gemütliche Plausch oder das Lernen mit Freunden via Smartphone und Tablet reibungslos abläuft, haben wir einige Tipps für Sie zusammengestellt.
Smartphones und Tablets bieten unzählige Apps und Funktionen, die Kinder magisch anziehen, aber nicht für sie bestimmt sind. Achten Sie darauf, was Ihr Kind nutzt und verwenden Sie bei jüngeren Kindern Filtersoftware, die den Zugriff auf von Ihnen festgelegte Funktionen beschränkt.

  • Ähnlich wie beim TV sollten Sie die Nutzungszeit für das Smartphone begrenzen und handyfreie Phasen (zum Beispiel beim gemeinsamen Essen, Spieleabend oder Familienausflug) in den Tag einbauen. Letzteres gilt natürlich nicht nur für die Kinder, sondern auch für Sie – seien Sie ein Vorbild!
  • Vereinbaren Sie bei Kindergarten- und Grundschulkindern ruhig feste Zeiten mit den anderen Eltern, zu denen die Kids miteinander im Video-Chat oder per Telefon Kontakt haben. Das gilt auch für gemeinsame Lernstunden. Legen Sie auch hier einen festen Tages- oder Wochenplan fest, nach dem sich alle richten können und der eine gewisse Routine in den Alltag bringt.
  • Lesen Sie auch: Kinder im Internet – Wie viel und wie lang ist OK?

So behalten Sie die Kosten im Blick

Während Corona summieren sich in vielen Familien die Smartphone-Kosten schnell zu einer stolzen Summe. Mit den folgenden Tipps gelingt es Ihnen, die Kosten im Blick zu behalten:

  • Nutzen Sie Prepaid-Karten, die Sie mit einem Guthaben in der gewünschten Höhe aufladen. Ist das Guthaben aufgebraucht, kann Ihr Kind bis zum erneuten Aufladen zwar niemanden anrufen, aber noch immer angerufen werden.
  • Alternativ zur Prepaid-Karte bietet sich ein Laufzeitvertrag mit monatlicher Kostenbegrenzung an. Viele Anbieter haben spezielle Verträge für Kinder und Jugendliche im Angebot. Hier lohnt sich ein Tarifvergleich bei verschiedenen Anbietern.
  • Zeigen Sie Ihrem Kind Alternativen zu teuren Kurznachrichten und suchen Sie kostenlose Angebote wie Kinder-Chatprogramme oder ähnliches aus, mit denen Ihr Kind möglichst preisgünstig oder sogar kostenlos mit seinen Freunden kommunizieren kann.
  • Sprechen Sie mit Ihrem Kind über die Kosten, die sich durch die Handynutzung ergeben und vermeiden Sie Kostenfallen wie Spiele, Apps und andere Zusatzangebote.
  • Nutzen Sie die Option, das Smartphone in das heimische WLAN einzubinden. Haben Sie hier eine Flatrate, können Sie ohne Zusatzkosten mit Handy oder Tablet Video-Chats, Spiele und Dienste wie WhatsApp nutzen. Auf diese Weise sparen Sie das kostbare Datenvolumen Ihres Smartphones.
  • Wie können die Kinder mit dem Handy kommunizieren?

    Smartphones bieten eine große Auswahl an Kommunikationsmöglichkeiten für jedes Alter:
    Telefonieren: Bis zu einem Alter von etwa 13 Jahren ist das Telefonieren bei vielen Kindern die beliebteste Kommunikationsmöglichkeit mit dem Smartphone. Vielleicht liegt es an dem Wunsch der Kinder, möglichst direkt eine Antwort auf ihre Frage oder Rückmeldung auf ihr Anliegen zu bekommen, ohne warten zu müssen. Außerdem ist Sprechen für sie deutlich weniger aufwendig als das Eintippen von Textnachrichten aller Art.
    Chat: Auch bei Kindern erfreuen sich Chatprogramme immer größerer Beliebtheit. Programme wie Telegram oder Whatsapp sind laut den Geschäftsbedingungen jedoch erst ab 16 Jahren (oder ab 13 Jahren mit Zustimmung der Eltern) erlaubt. Angesichts potenzieller Gefahren wie Gruppendruck und Mobbing und datenschutzrechtlicher Probleme stimmen viele Experten diesem Mindestalter zu. Insbesondere für Jüngere sind daher spezielle Chatprogramme für Kinder zu empfehlen.
    Videochat: Gerade in diesen Zeiten ist es schön, sich nicht nur zu hören, sondern auch zu sehen. Mit einem Videochat-Programm wie Google-Hangouts, Facebook Messenger, WhatsApp Videoanruf, Skype oder Zoom ist das möglich – vielfach auch zu mehr als zwei Personen. So können sich Kids zu virtuellen Lerngruppen zusammenschließen oder auch mal gemeinsamen Musik machen oder bei einem Kakao oder einer Cola über das Leben in Zeiten von #WirBleibenZuhause tratschen.
    Kurznachrichten (SMS): Die SMS ist auch heute noch eine gute Möglichkeit, den Kontakt zu anderen Menschen zu halten. Besonders dann, wenn Sie Ihrem Kind aus Altersgründen noch kein Smartphone in die Hand geben möchten oder es keine anderen Programme nutzen soll, bietet sich die gute alte Textnachricht zur Kommunikation an. Hier können Sie außerdem sicher sein, dass Kinder keine unerwünschten Inhalte wie Bilder, Videos oder Internetseiten austauschen.

    Weitere hilfreiche Tipps für Eltern in der Corona Krise:

    Neben den genannten Möglichkeiten gibt es noch weitere Optionen, wie Ihr Nachwuchs den virtuellen Kontakt mit Freunden und Bekannten halten kann. Dazu zählen:

    • Videobotschaft: Statt per Video miteinander zu chatten, kann Ihr Kind seinen Tag filmen, den Clip via Gratis-App mit akustischen und visuellen Effekten aufpeppen und mit seinen Freunden teilen.
    • Netflix Party: Mit dem kostenlosen Service können Kinder und Jugendliche an unterschiedlichen Orten denselben Film oder dieselbe Serie gucken und sich dabei via Chat unterhalten.
    • Spieleabende online: Verschiedene Web-Dienste und Apps bieten die Option kostenlos Gesellschaftsspiele mit Freunden zu spielen. Diese reichen von Klassikern wie Mensch ärger Dich nicht bis zu aktuell bei Jugendlichen beliebten Games wie skribble. io.
    • Ältere Kinder ab etwa 13 Jahren können Apps sozialer Medien wie TikTok nutzen, um über witzige Videoclips mit Freunden in Kontakt zu bleiben. Wir empfehlen jedoch bis zum Alter von 16 ein genaues Auge auf die Kontakte Ihres Nachwuchses zu haben.

    Weiterführende Informationen und Quellenangabe:

    Lesen Sie auch unseren Artikel: Wie Kinder während der Coronakrise beschäftigen? – Hilfreiche Tipps für Eltern! Bei uns erfahren Sie auch wie Sie mit Smart Home Energie sparen und die Sicherheit Ihrer Wohnung erhöhen können.
    [ Text: O.K. – Technik Experte und Vater eines 7-jährigen Jungen ]