Ganztagsbetreuung: Lohnenswert auch für den Staat

Kinder sind fröhlich
Foto: © Christian Schwier

Pläne der Großen Koalition sehen vor, dass Kinder in deutschen Grundschulen ab 2025 einen rechtlichen Anspruch auf einen Platz in einem Ganztags-Betreuungsangebot haben sollen. Was für Familien eine Entlastung darstellen kann, wirkt sich einer neuen Studie zufolge auch positiv auf die staatlichen Ausgaben aus. Kritiker mahnen indes zu zügigerem Voranschreiten.

Experten rechnen mit Mehreinnahmen

Wissenschaftler am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung haben sich nun der Frage angenommen, inwiefern sich ein Anspruch auf Ganztagsbetreuung auf die staatlichen Finanzen auswirken könnte. Sie fanden heraus, dass sich vor allem dann zusätzliche Einnahmen in Milliardenhöhe ergeben, wenn Eltern dank des Angebotes wieder früher in Vollzeit arbeiten gehen. Das Arbeitsvolumen, so die Experten, könne sich um etwa sieben Prozent steigern. Infolgedessen könnten nicht nur Steuereinnahmen steigen, sondern auch Einnahmen in der Sozialversicherung, während Ausgaben für Wohngeld oder andere Sozialleistungen sinken.

Der Ausbau geht nicht schnell genug

Für die Verantwortlichen sind Studienergebnisse wie diese eine willkommene Bestätigung und Motivation, weiter an den Plänen festzuhalten. Wie einige Kritiker nun jedoch anmerken, könnte die Garantie auf einen Betreuungsplatz am bislang eher schleppend voranschreitenden Ausbau scheitern. Vor allen Dingen an finanziellen Mitteln für die Länder scheint es zu mangeln. Diese sind jedoch entscheidend, um einen schnellen Ausbau vor Ort zu ermöglichen.
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