Es war einmal…

Warum Märchen für Kinder wichtig sind

Eine glückliche Familie
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„Das wunderbarste Märchen ist das Leben selbst.“ sagte einmal Hans Christian Andersen. Damit bezieht sich der dänische Märchenautor auf die Sehnsüchte und Ängste, aber auch die Lösungen für schwierige Probleme, die in der wohl wichtigsten Kinderliteratur angesprochen werden. Trotz Feen und Elfen, Wölfen und bösen Geistern – Kinder stellen immer einen Bezug zu den eigenen Grunderfahrungen her. Daher sind Märchen so wichtig für die Heranwachsenden. Doch immer öfter muss das Märchen in den Familien modernen Medien weichen. Vielmals übernehmen Kindergärten und Schulen die Funktion als Erzähler der zeitlosen Geschichten.

Geschichten erzählen oder vorlesen?

Die Kunst des Geschichtenerzählens haben viele Erwachsene bereits verlernt. Lieber schlagen sie ein Buch auf und lesen eine Geschichte vor. Märchen spannend und bildhaft selbst zu erzählen, ist eine Kunst. Mit gespitzten Ohren und offenen Mündern hören die Kinder aufmerksam zu, suchen Blickkontakt und fragen nach. Die einfachen Handlungsverläufe und die klare sich wiederholende Struktur der Märchen, hilft den Kleinen, tief in die Geschichte einzutauchen. Die einzelnen Personen verfügen über einfache und für Heranwachsende gut zu erklärende Charaktere. Nach wie vor legen die meisten Pädagogen großen Wert auf die Überlieferung von Märchen, denn die Bilder in den Geschichten nehmen die Kinder keinesfalls immer wörtlich. Besonders in ihrer magischen Phase zwischen 4 und 5 Jahren können die Kleinen nicht genug aus der traumhaften Zauberwelt bekommen. Das Vorlesen und Erzählen ist wichtig für die Sprachentwicklung bei Kindern.

„Erzähl mir doch keine Märchen…“

Doch bitte, unbedingt! Für die bunten Geschichten aus der Märchenwelt braucht es etwas Zeit, denn Kinder fragen gern nach. Immer wieder sollten Erwachsene den Bezug direkt zum Kind herstellen. Zum Beispiel: Die Prinzessin hatte blondes Haar, genau wie du! Auf einen riesen Fundus der Geschichten legen die Kinder indes keinen Wert, lieber hören sie mehrfach wenige Märchen. Die Freude der Kinder an der Sprache wächst. Je öfter sie die Geschichten zu Ohren bekommen, desto mehr Sicherheit und Ruhe finden die Kinder darin. Durch den bekannten Handlungsablauf werden Spannungen genommen. Häufig wechselnde Stimmlagen der Erzähler, detaillierte Beschreibungen von Bildern und zusätzliche Ergänzungen wandeln die Geschichte immer wieder ein klein wenig ab.

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