Statistik: Weniger Inobhutnahmen in 2020

Weniger Inobhutnahmen 2020
Inobhutnahmen von Kindern 2020 - Symbolbild: © Zerbor

Nicht allen Kindern in Deutschland geht es zuhause gut. Müssen sie in schwierigen Verhältnissen leben, können sich die Eltern nicht richtig kümmern, ist die seelische und körperliche Gesundheit in Gefahr. In diesem Fall kann das zuständige Jugendamt nach sorgfältiger Prüfung entschließen, betroffene Kinder vorübergehend außerhalb ihrer Familie unterzubringen. In 2020 war dies seltener der Fall.

Zahl der Fremdunterbringungen sank

Wie das Statistische Bundesamt nun vermeldete, wurden in 2020 rund 45.400 Kinder durch das Jugendamt in Obhut genommen. Dies sind etwa 4.000 Fälle oder acht Prozent weniger als noch 2019. Für die Inobhutnahme besonders häufig als Ursache angegeben war, dass die Eltern der Kinder überfordert waren. Rund 41 Prozent der Fälle basieren auf dieser Angabe. Die Unterbringung der Kinder in einem Heim oder einer ähnlichen Institution war dann nicht immer dauerhaft, sondern durchaus auch vorübergehender Natur. Lesen Sie auch: Wenn Eltern überfordert sind

Weitere Gründe für Inobhutnahmen

Abgesehen von Überforderung gab es drei weitere Gründe, die das Jugendamt dazu veranlassten, Kinder mindestens vorübergehend in Einrichtungen unterzubringen. Dies war in 17 Prozent der Fälle auch bei unbegleiteten Geflüchteten der Fall. 15 Prozent der Inobhutnahmen waren auf Anzeichen für Vernachlässigung zurückzuführen, bei 13 Prozent gab es Grund zur Annahme, dass körperliche Misshandlungen stattfanden. In jedem Fall folgt auf das Einschreiten seitens des Jugendamtes meist intensive Arbeit mit der Familie. Das oberste Ziel dabei: Kinder und Eltern nicht dauerhaft zu trennen und Familien mit fachlicher Hilfe wie einer Erziehungsberatung zu stärken.