Unverheiratete Paare: Künftig schneller zum gemeinsamen Sorgerecht?

Eine glückliche Familie
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Kommt ein Kind zur Welt, ist das in den allermeisten Fällen das Ergebnis körperlicher Nähe der besonderen Art. Die Zeugung setzt dabei jedoch nicht den Beziehungsstatus der Ehe voraus, weshalb auch in Deutschland viele unverheiratete Paare Eltern werden. Bislang mussten diese auf recht umständlichem Wege das gemeinsame Sorgerecht beantragen. Eine Reform soll das jetzt ändern.

Beantragung des gemeinsamen Sorgerechts: Ein Schritt fällt weg

Bisher ist die Beantragung des gemeinsamen Sorgerechtes etwas kompliziert. Der Vater muss, um das Sorgerecht zu erhalten, zunächst die Vaterschaft anerkennen und im Anschluss beim zuständigen Jugendamt das gemeinsame Sorgerecht beantragen. Dies gilt für etwa dreißig Prozent der in Deutschland geborenen Kinder. Zwei Behördengänge sind folglich notwendig, damit beide Eltern zu gleichen Teilen auch rechtlich betrachtet für ihr Kind sorgen können. Das Bundesjustizministerium will nun einen Schritt einsparen. Ein neuer Gesetzesentwurf sieht vor, dass das gemeinsame Sorgerecht direkt bei der Anerkennung der Vaterschaft beantragt werden kann.

Kritik in Social Media unberechtigt

Der Gesetzesentwurf sieht dabei jedoch nicht, so wie es häufig in sozialen Medien zu lesen ist, mögliche Alleingänge des Vaters vor. Unabdingbar für die Erteilung des gemeinsamen Sorgerechtes bliebe auch nach der Reform die Zustimmung der Mutter. Ist sie nicht damit einverstanden, das Sorgerecht mit dem Vater ihres Kindes zu teilen, kann dieser es nur gerichtlich einklagen.
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