Schreiben lernen: Fibelmethode auch heute noch effektiv

So lernen Kinder schreiben

Schüler in der Schule
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Die Zeit, in der Kinder zum ersten Mal das Schreiben lernen, ist nicht einfach. Immerhin gilt es hier, nicht nur den Stift richtig zu halten, sondern auch Erfahrungen mit Rechtschreibung und Grammatik zu sammeln. Grundschulen wenden inzwischen verschiedene Methoden an, doch nicht jede gefällt auch den Eltern. Daher hat das Institut für Entwicklungspsychologie und Pädagogische Psychologie in Nordrhein-Westfalen nun eine Vergleichsstudie durchgeführt.

Die Fibelmethode erweist sich als sinnvoll

Kritik am „Schreiben nach Gehör“ war es, die die Psychologen dazu veranlasste, unterschiedliche Lernmethoden miteinander zu vergleichen. Auch die Experten wissen, dass diese häufig angewendete Methode nicht gut erforscht ist. Im Rahmen der Studie zeigte sich: Es ist tatsächlich nicht das Schreiben nach Gehör, das Kinder leichter lernen lässt. Weiterhin ist und bleibt das Lernen mit der klassischen Fibel am effektivsten. Kinder, die mit der Fibel gelernt hatten, zeigten auch in der vierten Klasse noch die besseren Ergebnisse, wenn es um fehlerfreies Schreiben geht.
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Ergebnisse sprechen eine klare Sprache

Geht es um Fehler, die Kinder zum Ende der Grundschule hin machten, schnitten diejenigen, die per Fibel lernten, am besten ab. Lag das Schreiben nach Gehör dem Lernprozess zugrunde, machten die Kinder durchschnittlich 55 Prozent mehr Fehler. Die neue Methode also erweist sich auch in der Praxis als nicht sinnvoll. Gleiches gilt für das Lernen per Schreibwerkstatt, denn auch hier lag die Fehlerquote am Schluss auf sehr hohem Niveau. Somit stellt sich nun erneut die Frage nach einem Kurswechsel im Bildungssystem. Ob die Fibel jedoch wieder zum allgemein gültigen Lernmedium auserkoren werden wird, bleibt abzuwarten.

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