Experten fordern: Schluss mit Schulnoten

Warum Zensuren abschaffen?

Zeitung zum Thema Schule und Bildung
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Nur wenige Tage nach den Halbjahreszeugnissen wenden sich die Experten der „Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft“ (GEW) an die Öffentlichkeit. Ihnen sind die Zensuren, die die Leistungen der Kinder in der Schule beurteilen sollen, schon länger ein Dorn im Auge. Nun fordert auch die Vorsitzende der Gewerkschaft, den Schulnoten ein Ende zu bereiten und in diesem veralteten Bereich des Schulsystems neue Wege zu gehen.
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Kritik an den Zensuren

Die GEW erachtet die traditionellen Schulnoten als zu wenig objektiv. Die Form der Zeugnisse, wie sie in den ersten beiden Klassen vieler Grundschulen verteilt werden, ist dabei viel förderlicher. Hier nämlich erhalten die Kinder individuell auf sie zugeschnittene Berichte, die ihre tatsächlichen Schwächen und Stärken verdeutlichen sollen. Erst durch solche Berichte könnte es auch in den höheren Klassen möglich werden, den Lernfortschritt der Kinder und Jugendlichen besser zu dokumentieren und eventuelle Schwachstellen aufzudecken. Was genau hinter einer „4“ oder „5“ steckt, bleibt dabei jedoch stets unklar. (Gründe für schlechte Noten)

Politiker halten an Noten fest

Dass die GEW mit ihrer Meinung nicht den Nerv aller Politiker trifft, zeigt sich auch in den Äußerungen Susanne Eisenmanns. Die Vorsitzende der Kultusministerkonferenz sieht in Schulnoten auch weiterhin das richtige Mittel, um Leistungsorientierung zu ermöglichen. Auch in der Bevölkerung ist die Abneigung gegen Schulnoten weniger weit verbreitet. Wie YouGov 2016 herausfand, sind mehr als drei Viertel der Deutschen der Meinung, Schulnoten seien sinnvoll. Ob sich hieran in der Zukunft etwas ändern wird, bleibt abzuwarten. Klar ist jedoch: Allzu schnell dürften die Noten nicht aus deutschen Schulen verschwinden.
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