Deutsche Kinder schwimmen immer schlechter

Kind im Schwimmbad
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Schwimmen, hier sind sich die meisten Menschen einig, gehört zu den Grundkompetenzen, über die Kinder und Erwachsene verfügen sollten. Immerhin macht die Bewegung im Wasser nicht nur Spaß. Kann ein Kind schwimmen, so ist es auch bei einem ungeplanten Sturz in einen See oder Fluss dazu in der Lage, sich selbständig zu retten. Grund genug für Eltern, ihrem Nachwuchs rechtzeitig das Schwimmen beizubringen, oder die Teilnahme an einem Schwimmkurs einzuplanen. Dass das in Deutschland jedoch nicht immer der Fall ist, haben Experten jetzt herausgefunden. (So können Kinder schwimmen lernen)

Aktuelle Zahlen der DLRG

Die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft hat sich in der Vergangenheit intensiv mit der Schwimmfähigkeit der deutschen Bevölkerung beschäftigt. Hier wurde schon 2010 deutlich, dass etwa jeder fünfte Deutsche nicht oder nur schwer dazu in der Lage ist, zu schwimmen. Dies brachte die DLRG zu der Feststellung, dass Kinder vor dem Eintritt in die weiterführende Schule oft über eine mangelhafte Schwimmfähigkeit verfügen. Hier spricht die Gesellschaft sogar von der Hälfte aller Jungen und Mädchen, die sich nicht sicher über Wasser halten können. Die Untersuchungen, die schon 2004 in ähnlicher Weise durchgeführt wurden, zeigten auch auf, dass sich an der Situation kaum etwas ändert. (Warum schwimmen für Kinder gut ist)

Wirtschaftliche Ursachen für schlechtes Schwimmen

Oft ist es nicht einmal die Untätigkeit der Eltern, wenn es um die fehlende Schwimmfähigkeit ihrer Kinder geht. Zu einem immer größeren Problem wird in Deutschland nämlich der Mangel an Schwimmbädern. Viele Kommunen können sich den Unterhalt eines Hallenbades nicht mehr leisten, was zu vermehrten Schließungen führt. Nicht nur Eltern haben es dann schwerer, mit ihren Kindern schwimmen zu gehen. Auch für Schulen ist es inzwischen eine Herausforderung, den geplanten Schwimmunterricht durchzuführen, da es an nahegelegenen Bädern fehlt. In direkter Verbindung mit der Problemsituation steht also auch die wirtschaftliche Stellung vieler Gemeinden. Ob sich in Bezug hierauf schon bald etwas ändern wird, bleibt abzuwarten.
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