„Alte Petze!“ – Warum Gerechtigkeitssinn gut ist

Warum petzen nicht schlimm ist

Kinder sind fröhlich
Foto: © Christian Schwier

Einen Freund oder eine Freundin zu verpetzen, gilt schon unter kleinen Kinder als falsch. Schließlich heißt es unter Gleichgesinnten, zusammenzuhalten und auch kleinere Vergehen großmütig zu übersehen. Wie US-Psychologinnen nun jedoch herausgefunden haben, ist das „Petzen“ keinesfalls ein Anzeichen für Charakterlosigkeit, sondern hat seine ganz eigenen und durchaus positiven Seiten.

Die Motivation zählt

Bei ihren Untersuchungen wollten die Psychologinnen herausfinden, welche Gründe Kinder nennen, wenn sie jemanden verraten. Hier zeigte sich: Kinder verpetzen andere, weil sie damit deutlich machen möchten, dass sie unterschiedliche Normen und Werte des sozialen Zusammenlebens verstanden und verinnerlicht haben. Und nicht nur das: Die Reaktionen anderer auf das Verpetzen zeigen den Kindern außerdem, ob sie die jeweiligen Normen tatsächlich richtig anwenden.

Strafe ist kein sinnvoller Weg

Verpetzt ein Kind also ein anderes – etwa, weil es jemanden beleidigt oder geschummelt hat – ist das kein Grund für Tadel. Ganz im Gegenteil, denn so wird klar, dass das jeweilige Kind verstanden hat, welche negativen Auswirkungen Lügen oder Beleidigen haben kann. Eltern, die nun zu Strafmaßnahmen greifen, verunsichern das Kind in seinem Moralverständnis. Es gilt also, die „kleine Petze“ nicht zu bestrafen, sondern ihren sozialen Sinn zu loben. Dennoch gehört zu einem solchen Gespräch auch die Anmerkung, dass sich das verpetzte Kind in diesem Fall verraten oder schlecht fühlen könnte.

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