Kein Zwang: Vaterschaftstests außerhalb der Familie

Eine glückliche Familie
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Die Unklarheit über eine bestehende Vaterschaft kann zu einer immensen Belastungssituation für alle Betroffenen werden. In einem aktuellen Fall, bei dem eine Frau aus Coesfeld einen Antrag auf einen Vaterschaftstest stellte und vom zuständigen Amtsgericht abgewiesen wurde, hat nun auch das Verfassungsgericht in Karlsruhe die Entscheidung der Kollegen untermauert. So bleibt das bisher geltende Recht auf einen Vaterschaftstest weiterhin nur den Mitgliedern innerhalb der Familie vorbehalten. Familienfremde Personen einem Vaterschaftstest zu unterziehen, entspricht jedoch nicht den rechtlichen Vorstellungen der Gerichte.

Das Grundgesetz ist nicht ausschließliches Kriterium

Auch wenn das Grundgesetz Kindern und Erwachsenen ein Recht auf die Kenntnis ihrer genetischen Herkunft einräumt, sind DNA-Tests nicht ohne weiteres möglich. Entscheidend ist hier das Bürgerliche Gesetzbuch in seiner Fassung aus 2008, das DNA-Tests lediglich zwischen dem rechtlichen Vater und seinen Kindern erlaubt. Die Anerkennung der Vaterschaft ist daher ein wichtiger Punkt.

Nicht ausreichend ist es für die Gerichte, wenn ein Verdacht auf biologische Abstammung vorliegt. Vor allem, wenn der vermeintliche Erzeuger kein Teil der Familie ist, ist ein Zwang nicht rechtens. So sieht das Bundesverfassungsgericht vor allem die Gefährdung der Grundrechte aller involvierten Personen als entscheidend. Da ein DNA-Test das Leben des vermeintlichen Vaters stark negativ beeinträchtigen könnte und auch die Familie des Kindes möglicherweise unter den Ergebnissen leidet, spricht Einiges gegen eine Erlaubnis der Vaterschaftsbestimmung.

Gesetzesänderungen in der Zukunft möglich

Es könnte sein, dass das Abstammungsrecht im kommenden Jahr reformiert wird. So wurde im Bundesjustizministerium vor Kurzem ein Arbeitskreis gegründet, der Veränderungen des geltenden Rechts prüft. Erste Ergebnisse sind jedoch erst in 2017 zu erwarten. Ob und inwiefern die Rechte von Personen mit dem Verdacht auf eine Vaterschaft außerhalb der Familie künftig berücksichtigt werden könnten, bleibt also weiterhin unklar.

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