Unterrichtsausfall: Eltern in Baden-Württemberg klagen

Schüler in der Schule
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Jeder kennt sie: Die Frei- oder Vertretungsstunden, die ganz automatisch entstehen, wenn eine Lehrkraft krank ist. Galten diese Stunden früher noch als Ausnahmefälle und stellten sie daher mitunter sogar einen Grund zur Freude dar, sind Eltern und Schüler heute zunehmend genervt vom Ausfall des regulären Unterrichts. In Baden-Württemberg wollen Eltern das nicht mehr hinnehmen. Sie planen eine Klage. Lesen Sie auch: Was tun bei Schulausfall?

Unzumutbare Ausfallsituation

Verantwortlich für die Klage aufgrund gehäufter Unterrichtsausfälle wird die Arbeitsgemeinschaft gymnasialer Elternvertreter (Arge) im Bezirk Stuttgart sein. Dass eine Klage angestrebt werden soll, haben die Verantwortlichen per Abstimmung beschlossen. Wie die Eltern bemerken, sei die Anzahl ausfallender Unterrichtsstunden inzwischen so hoch, dass sich dies negativ auf die schulische Laufbahn der Kinder und Jugendlichen auswirken könnte. Schließlich ist Fortschritt nach Lehrplan auch heute noch entscheidend und fehlt die verantwortliche Lehrkraft, ist an Vorankommen meist nicht zu denken.

Klage nach offiziellem Rechtsgutachten

Die Entscheidung für eine Klage kommt nicht aus heiterem Himmel. Schon im März diesen Jahres legten die Elternbeiräte der Region ein Gutachten vor, in dem die Chancengleichheit im Hinblick auf das Abitur thematisiert wird. Hier gaben Experten an, dass in den 26 Monaten vor den Abiturprüfungen eine Höchstgrenze von acht Prozent für Unterrichtsausfälle gelten muss, um keine ungleichen Voraussetzungen zu schaffen.
Schulausfall kann auch weitere Schulprobleme nach sich ziehen.